Hellseher tappen meistens im Dunkeln

Zu aller Zeit hätten die Leute gern den Vorhang gelüftet, hinter dem sich die Zukunft verbirgt. Zum Jahresbeginn melden sich wieder Astrologen und Wahrsager, die aus diesem Bedürfnis Kapital schlagen. Ein Rückblick auf 2007.

Eine UFO-Landung am Potomac River in Washington, der Moskauer Kreml in Flammen, die Entdeckung eines Riesenaffen à la „King Kong“ im Dschungel von Costa Rica – nicht nur diese drei Prognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro für das Jahr 2007 erwiesen sich als Flop. Auch andere Astrologen, Wahrsager und Hellseher konnten mit ihren Voraussagen keine Belege ihres Könnens liefern.

Liste der Fehlprognosen ist lang

Den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der solche Prognosen für die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften“ auswertet, wundert das nicht. "Die Zukunft ist nun mal nicht festgelegt und lässt sich weder aus der Glaskugel noch aus den Sternen voraussagen", sagt Kunkel, der 185 Prognosen für das Jahr 2007 überprüft hat. Er weiss es, denn die Liste von Fehlprognosen, die er in den letzten Jahren gesammelt hat, ist lang. Trotzdem verweist die Hellseher-Zunft oft und gerne auf ihre hohe Trefferquote, die sich bei näherem Hinsehen allerdings schnell in Luft auflöst.

Schwarzseher irren

So wurde auch 2007 weder der Euro abgeschafft noch Cannabis legalisiert, wie von der Astrologin Patricia Bahrani bereits vor Jahren angekündigt. Der Einmarsch amerikanischer Truppen in den Iran (vorausgesagt von Johannes Höber, Rosalinde Haller und Nikki Pezaro) fand ebenso wenig statt wie der alljährlich prognostizierte Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Naturkatastrophen, Terror und Kriege sind traditionell die Lieblingsthemen der Prognostiker.

Fernsehprediger Pat Robertson lag völlig daneben

Schwarzseher des Jahres wurde der amerikanische Fernsehprediger Pat Robertson: Er rechnete mit Millionen Toten in den USA. Robertson kündet ein schauderhaftes Terrorszenario an. Gott habe ihm während dem Gebet gesagt, dass es in diesem Jahr in den USA zu schlimmen Terrorattacken kommen werde. Die grossen Städte und Millionen von Menschen würden den Anschlägen zum Opfer fallen. Diese Angriffe würden Ende September 2007 stattfinden.

Keine Krawalle bei den Bayern

Wenig Glück hatte auch die Wahrsagerin Liane Ott mit ihren Vorhersagen in der Fernsehsendung "Galileo Mystery" (ProSieben). Von fünf Aussagen, die sie für den 5. Juni bis 5. Juli vorhersagte, wurden drei überprüft. Danach war eine Fussverletzung bei Cherie Blair, der Ehefrau des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, ebenso falsch wie die Prognose von Fussballkrawallen bei einem Meisterschafts- oder Pokalspiel in Bayern. Solche Spiele fanden in dem Zeitraum gar nicht statt.

Vage Formulierungen

Die Mehrzahl der esoterischen Zukunftsprognosen sind allerdings so vage und schwammig formuliert, dass sie sich einer Prüfung schlicht entziehen. So waren für den Astrologen Martin Banger Aufstände und Unruhen in „Niederlande, Japan, Kanada, Libanon, Sri Lanka, Finnland, Philippinen, Rumänien, Ungarn, Polen und Saudi-Arabien denkbar“, und laut Elizabeth Teissier mussten wir „zwischen Mitte Januar und Mitte Oktober mit Veränderungen wie Naturkatastrophen, wirtschaftlichen Turbulenzen und Anschlägen rechnen“.

Kommentar

„Die Zukunft ist Gottes Sache“

Von Bruno Graber

Manche versuchen es auf betrügerische oder okkulte Weise, andere sind „Sozialexperten“, die meinen, aus bestehenden Trends auf die Zukunft schliessen zu können. Während der Weltausstellung 1893 in Chicago sagten „Fachleute“ voraus, in 100 Jahren würden viele Menschen 150 Jahre alt, das Regieren werde viel einfacher, weil sich wahre Grösse immer in Richtung Einfachheit entfaltet. Ausserdem würden kaum noch Gefängnisse gebraucht, und Ehescheidungen würden unnötig werden.

Was diese Propheten getaugt haben, können wir heute überprüfen: rein gar nichts! Und so ergeht es den Wahrsagern von heute auch. Gott hat uns die Gegenwart gegeben. Die sollen wir nach seinen Anordnungen gestalten. Und er hat uns die Vergangenheit gegeben, damit wir aus früheren Fehlern lernen können und sehen, zu was wir Menschen fähig sind, wenn wir ohne Gott leben wollen. Aber die Zukunft ist Gottes Sache. Ganz sicher wissen wir nicht einmal, was in der nächsten Stunde sein wird. Und das ist gut so, weil wir vor Angst gar nichts mehr tun könnten, wenn wir wüssten, welches Leid uns vielleicht bevorsteht.

Was der Mathematiker Michael Kunkel bei seinen Untersuchungen herausgefunden hat, deckt sich gut mit den Aussagen der Bibel: Beispielsweise bei:

„Und die Seher sollen zu Schanden und die Wahrsager zu Spott werden.“ (Die Bibel, Micha, Kapitel 3, Vers 7)

“...die Wahrsager sehen Lüge ... und ihr Trösten ist nichts; darum gehen sie in der Irre...“ (Die Bibel, Sacharja, Kapitel 10 ,Vers 2)

„Ihr sollt euch nicht wenden zu den Wahrsagern, und forscht nicht von den Zeichendeutern, dass ihr nicht an ihnen verunreinigt werdet...“ (Die Bibel, Moses, Kapitel 19, Vers 31)

„Lass hertreten und dir helfen die Meister des Himmelslaufs und die Sterngucker, die nach den Monaten rechnen, was über dich kommen werde! Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt...“ (Die Bibel, Jesaja, Kapitel 47, Vers 13+14)

„Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsst die Wahrsager und Zeichendeuter fragen, die da flüstern und murmeln so sprecht: Soll nicht ein Volk seinen Gott fragen.“ (Die Bibel, Jesaja, Kapitel 8, Vers 19)

Das sollte man tun. Wie? Für solche, die dennoch das Bedürfnis haben, wirklich etwas über die Zukunft zu erfahren, noch ein Tipp: Was viele kaum vermuten – in der Bibel hat es Prophezeiungen, noch und noch. Solche, die sich schon erfüllt haben, aber auch solche, die noch ausstehen.

Erstaunlich: Bisher sind alle Voraussagen in der Bibel exakt eingetroffen. Da gab es keine Irrtümer wie bei den heutigen Wahrsagern. Bisher sollen sich 3286 Prophezeiungen in der Bibel erfüllt haben.

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Quellen: GWUP/Livenet

Datum: 21.12.2007
Autor: Bruno Graber

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