„Atheismus geht zurück – Gleichgültigkeit macht sich breit“

Der Atheismus geht zurück, während die religiöse Gleichgültigkeit und die „alternativen Religionen“ sich im Aufwind befinden. „Der wahre Feind des Glaubens sei nicht der aggressive Atheismus. Heute sei Gott für den Grossteil der Menschen absolut bedeutungslos“, gibt eine englischen Studie („The Tablet“) zu bedenken.

„Vor allem in der westlichen Gesellschaft wurde der militante und organisierte Atheismus früherer Zeiten abgelöst von einer Situation praktischer Indifferenz, vom Bedeutungsverlust der Gottesfrage und von der Aufgabe der Religionsausübung“, wird in einer Untersuchung des Päpstlichen Rates für die Kultur festgehalten. „Der Glaube an Gott“ sei jedoch nicht „aufgegeben worden“. Die aktualisierte „Landkarte“ des Unglaubens, die von der Studie gezeichnet wurde, kommt zu sechs Schlussfolgerungen.

Phänomen der westlichen Gesellschaft

„Der Unglaube in der Welt nimmt nicht zu. Er ist ein Phänomen, das vor allem die westliche Gesellschaft betrifft. Sie zeichnet sich nicht in den asiatischen, lateinamerikanischen, oder afrikanischen Weltteilen ab und in ganz geringerem Mass in den muslimischen Weltteilen.“

„Der militante Atheismus ist im Rückgang begriffen und übt keinen politischen Einfluss aus, mit Ausnahme der Staaten, in denen noch immer ein atheistisches politisches System herrscht. Hingegen ist vor allem in Europa das Aufkeimen eines gewissen militanten Laizismus zu beobachten“.

„Die religiöse Gleichgültigkeit und der praktische Atheismus sind im Wachstum begriffen. Die Grenzen zwischen Agnostikern und nichtpraktizierenden Gläubigen werden fliessend und es entsteht ein Umfeld, in dem man faktisch so lebt, als würde Gott nicht existieren“.

Glauben ohne Religion

„Atheismus und Unglaube, traditionelle Phänomene, die vermehrt bei Männern, im urbanen Umkreis und der kulturellen Mittelschicht zu beobachten waren, breitet sich heute auch unter den berufstätigen Frauen aus: Unter ihnen wächst der Unglaube und erreicht ein fast gleich hohes Niveau wie bei den Männern.“

„Überall nimmt die Anzahl der Personen ab, die regelmässig in die Kirche gehen. Es bedeutet nicht ein Ansteigen des Unglaubens, sondern eher die Transformation der Religionsausübung und der Art des Glaubens: man glaubt, ohne einer Religion anzugehören.“

Gleichzeitig „ist auch eine neue Suche nach Geistigem im Aufschwung, nicht nach Religiösem. Nicht selten ist sie mit dem Rückgang traditioneller Religionspraktiken verbunden.“

„Der wahre Feind des Glaubens ist nicht der aggressive Atheismus. Heute ist Gott für den Grossteil der Menschen absolut bedeutungslos“, gibt eine englischen Studie („The Tablet“, 10.1.2004) zu bedenken. „Für den Glauben gebe es im Alltagsleben weder Platz, noch Notwendigkeit.“

Als Gegenmassnahmen müsse: „eine neue Präsenz der Kirche in der öffentlichen Diskussion und eine neue Sprache, die den Verstand und das Herz erreicht,“ gefunden werden.

Datum: 15.03.2004
Quelle: Zenit

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