Jimmy Kelly

Der Glaube war meine zweite Chance

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Jimmy Kelly.
Mitte der 90er Jahre feierte die Familienband „Kelly Family“ grosse Erfolge. Bekannt wurde sie als die Hippie-Familie, die in einem Hausboot lebt und gemeinsam musiziert. Und als sie ganz oben waren, füllten sie mit ihren Konzerten riesige Stadien in ganz Europa mit Tausenden von begeisterten Fans. Einer aus der singenden Grossfamilie ist Jimmy Kelly. Er hat die Sonnenseiten des Musikerlebens genossen, aber er hat auch die Schattenseiten kennen gelernt.

„Wir haben sehr viel Erfolg erleben dürfen, das war einfach so, wie ein Lotto-Gewinn. Es war eigentlich absurd, ziemlich absurd, die Dimensionen, die wir hatten. Und das war einerseits toll. Gerade als junge Person ist es ein riesen Abenteuer, aber andererseits fand ich den Druck sehr schwierig. Wir haben auch so viel getourt, nie Pause gemacht, und dann so viel Hype um uns rum. Und ständig ist man nur mit Bodyguards.

Und weisst du, wenn du hier bedroht wirst, musst du das Konzert absagen, weil da scheinbar eine Bombe ist, oder weil – keine Ahnung – einfach nur die verrückten, bescheuerten Sachen. Du kannst das gerne mal drei Monate lang mitmachen. Am Anfang denkst du: „hahaha“, aber wenn das ein paar Jahre lang geht und du nie stoppst, hast du irgendwann keine Beziehung mehr mit deiner Familie ausser diese aussergewöhnliche Arbeits-Art und Weise. Also, für mich war das einfach zu viel.

Die Flucht vom Erfolg

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Ich bin dann irgendwann abgehaun. Ich hab so viel getrunken, wie ich konnte und auch so viele Drogen genommen, wie ich konnte. Und ich bin in eine riesen Depression, oder in ein riesiges mentales und psychisches Loch gefallen. Das ging so weit, dass ich versucht habe, mich umzubringen. Und das ging dann ein paar Jahre so. In der Zeit war ich in Irland. Ich habe jemanden begleitet, der einen Priester besuchen wollte, und für mich war das alles ein bisschen seltsam. Ich sass ja nur da und der Priester und ich haben nur ein bisschen geredet: „Wie heisst du“, und so – und irgendwann sagte er: „Du könntest mal Gebet gebrauchen.“ Und ich sagte: „Ich glaube nicht.“ Und er: „Wieso nicht?“ Und ich darauf: „Ich glaube, das funktioniert eh nicht und ich glaube nicht an solche Sachen. Und dann sagte er: „Du hast Angst.“ Und ich sagte: „Ich habe keine Angst.“ Und er: „Doch, ich glaub schon.“ Und ich meinte dann: „Pass auf, wenn du mich herausfordern willst, dann bitteschön, bete du doch für mich.“

Und dann sass ich da, und er sagte: „Okay.“ Und dann geht er auf die Knie und fängt an, für mich zu beten. Nach etwa fünf Minuten oder so war ich voll in einem ganz anderen Emotionsstatus, wo ich anfing zu weinen und, wie soll ich sagen, – es war extrem peinlich. Ich glaube, in dem Moment hatte ich kapiert, dass es da irgendwie doch was gibt oder geben kann. Also die Nacht hab ich geschlafen, wie ich jahrelang lang nicht geschlafen hatte. Und das war für mich sehr stark. Ich schlief nämlich in der Zeit nicht. Seit vier oder fünf Jahren konnte ich nicht schlafen.

Geschenk Glaube

Ich glaube, ich habe eine zweite Chance im Leben bekommen. Und die habe ich bekommen durch den Glauben an Gott. Das gibt mir jeden Tag ein bisschen mehr Lust und Kraft fürs Leben. Der Glaube ist ein Geschenk. Ich sag mal so: Ich glaube so viel und ich „unglaube“ viel mehr. Aber dieser kleine Glaube, den ich doch habe, den versuche ich fest zu halten. Und der hat noch mehr Power als der Unglaube in mir.

Dieses Interview mit Jimmy Kelly können Sie auch ansehen, auf: www.erftv.de


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: ERF Medien Pfäffikon

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