Switchfoot: «Jesus, unser Vorbild»

Zoom
Switchfoot: «Am einen Abend spielen wir in der Studentenkneipe, am nächsten in der Kirche.»
Indie-Garage-Rock mit Texten die sich gewaschen haben: Das beschreibt die Band „Switchfoot“ wohl am Besten. Ihre Musik ist in der säkulären Szene so beliebt, dass die Bandmitglieder oft gefragt werden, ob sie wirklich gläubig sind. Frontsänger Jon Foreman gibt Antworten.

Livenet.ch: Wie ist es für dich, immer bekannter zu werden?
Jon Foreman: Inzwischen ganz normaler Alltag. Früher bin ich morgens oft aufgewacht und dachte, alles ist nur ein Traum. Jetzt realisieren wir immer mehr, dass alles wahr ist. Als Charlie Peacock unser erstes Album produziert hat, wollten wir es nicht nur in der christlichen Szene veröffentlichen, sondern auch auf dem säkularen Markt. Viele Christen in Amerika finden, wir beziehen nicht genug Stellung zum Glauben, aber wir haben schon immer am einen Abend in einer Studentenkneipe gespielt, am nächsten in der Kirche.

Allerdings habt ihr extrem eindeutige Texte.
Ja. Ich denke, wir haben die Aufgabe, unserer Generation die Wahrheit zu sagen. Und zwar auf eine Art und Weise, dass sie es verstehen können.

Euer Publikum ist nicht immer gläubig.
Für mich sind unsere Konzerte wie Lobpreis-Gottesdienste. Wir haben mal im „Roxy“ in New York gespielt und die Menge hat meinen Gesang übertönt mit den Zeilen: "I lift my hands and pray to be only yours. I know that you're my only hope." (Ich hebe meine Hände und bete, ich möchte nur dir gehören. Ich weiss, du bist meine einzige Hoffnung). Es ist sehr bewegend, wenn man seine Augen schliesst und 600 Menschen das zusammen singen hört. Es ist definitiv Anbetung. Auch wenn es in einem Rockschuppen stattfindet.

Wie kommst du auf deine Lieder?

Zoom
«Wir möchten immer versuchen so zu leben, wie Jesus es vorgemacht hat.»
Ich fühle mich manchmal wie ein Bauer, der wässert und pflanzt und jeden Tag seine Lieder schreibt. Keines der Lieder kommt aus mir selbst, sie gehen einfach auf und wachsen. Und dann rede ich über sie. Und weil ich gar nichts dafür kann und sie einfach so entstehen, bin ich so glücklich über diese Songs und denke mir nur: Schau dir die Ernte dieses Jahr an, wunderbar!

Was inspiriert dich?
Jedes Lied handelt von etwas sehr Persönlichem. Dinge, mit denen ich zu kämpfen habe, und meistens geht es um den Versuch, die Welt um mich zu verstehen. Ich möchte ehrlich sein. Wenn man auf unsere Konzerte kommt, dann sind die Menschen auf der Bühne und im Publikum gleich. Was auf der Bühne passiert ist schon ok. Aber ehrlich gesagt geht es darum, was in unserem Leben passiert.

Kommerziell erfolgreich sein und die Botschaft von Jesus haben, geht das?
Keine Ahnung. Wir sind eben gläubig, und wer von Musik leben will, muss was verdienen. Und die Kunst kommt auch noch dazu. Ich habe gemerkt, dass man vor Widersprüchen nicht wegrennen darf, oder ständig dran arbeiten muss, sie zu lösen. Das nimmt viel zu viel Aufmerksamkeit auf sich, und darum geht es gar nicht. Wir wollen einfach nur ein Licht in der Dunkelheit sein.

Wie geht das?
Wenn ich sehe, auf was die Leute immer abfahren, kann ich nur den Kopf schütteln. Als wir in Los Angeles waren, um unser Album aufzunehmen, kam ich mir vor wie in einem Film. Überall hörte ich über mich: „Oh, der ist wichtig, ich werde ihn mal kennenlernen.“ Das ist genau das Gegenteil von dem, was Jesus gelebt hat: „Der Grösste unter euch soll euer Diener sein.“ Wir sollen nicht extra mit den Leuten rumhängen, von denen wir was erwarten können. Wir möchten immer versuchen so zu leben, wie Jesus es vorgemacht hat.

Dossier zum Thema: Musik & Lobpreis

Datum: 26.03.2008
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Livenet.ch

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige