Gott rockt! Musik für Ohr und Seele

Die junge Generation der Popstars bedient sich gerne frecher Texte, um die Charts zu erobern – damit treffen sie Sprache und Geschmack der Neuzeit. Doch Musik kann mehr; sie ist Medizin, Lebensgefühl und Kommunikation mit Gott. „Worship“ nennt sich die Ausdrucksform, die vom biblischen Alten Testament bis heute überlebt hat.

„Aus Baschi wird Bösi“ titelte vergangene Woche der „Blick“. Der Jungstar provozierte mit seinem neuen Song „Wenn das Gott wüsst“. Der 20-Jährige singt, ein Pornostar und ein Sektenguru sein zu wollen, sehnt sich nach Marihuana, viel Kohle, ein paar an die Ohren und macht sich lustig über Gott. Doch offensichtlich trifft seine Umgangssprache den Zeitnerv; auch etwa Rock-Teenie La Fee oder Strassenbraut Lisa Li singen sich mit ihren freimütigen Texten in die Charts. Die finnische Gruppe Lordi gewann letztes Jahr sogar als Monster verkleidet mit düsteren Texten den Eurovision Songcontest.

„Keis Bremse meh“ für Kirchenmusik

Zugegeben, die braven Kirchenlieder, manche schon viel älter als die Ur-Oma, scheinen da heutzutage keine Alternative zu sein. Doch immer mehr wachsen auf Schweizer Boden Künstler heran, die ihre Botschaften an Gott in eine moderne Sprache verpacken. So etwa die Freikirche Vineyard Olten, welche Ende 2006 mit „Schnuufe“ die erste eigene Platte lancierte. Im Gegensatz zu Baschi und Co. schallt es aus dem Lautsprecher dann so: „Wenn du zuepacksch, lohsch du nümme los, wenn du Gas gisch, nützt keis Bremse meh ...“ oder „Du bisch do, nöcher als die Huut um mi, nöcher als e Mönsch mir je cha si“. Auch die Quoten von Radio Lifechannel zeigen: Musik, die von der Beziehung zu Gott erzählt, liegt im Trend – der christliche Sender verzeichnete 2006 40’000 Zuhörer pro Tag.

Lebensgefühl für den Audio-Player

Laut „Schnuufe“-Produzent Gabriel Imthurn sollen die zwölf frischen Mundartlieder von Renee Steiner natürlich, nicht abgehoben wirken, so als würde man mit Gott wie mit einem Freund sprechen. Die neue Pop-Generation habe auch in der kirchlichen Musikszene das Bedürfnis, ihr Lebensgefühl auszudrücken. Der 37-Jährige erinnert dabei an die Anfänge der Reformationszeit, wo ebenfalls ein Umbruch stattgefunden habe: Revolutionär Martin Luther übersetzte die Bibel in die deutsche Sprache und ebnete den Weg von lateinischen Gesängen zu deutschen Liedern, welche auch das normale Fussvolk verstand.

Moderne Musik gibt den Ton an

Heute aber stehen den Künstlern noch ganz andere Instrumente als die schallende Orgel zur Verfügung. So umrahmte die Vineyard ihre Kirchenlieder mit einem modernem Mix aus Gitarre, Piano und Saxophon. Nebst Balladen mischen auch ein Rap sowie ein Hauch von Samba und Jazz mit. Selbst Lothar Kosse, Gewinner des David-Awards 2007, liess es sich nicht entgehen, seinen unverwechselbaren E-Gitarren-Sound auf die Scheibe zu spielen. Damit auch jeder mitsingen kann, fügte man die Noten sämtlicher Lieder PC- und MAC-tauglich hinzu.


Die Freikirche Vineyard Olten lancierte Ende 2006 mit „Schnuufe“ die erste eigene Platte.

Bass und Beat fürs Herz

Im Studio gemixt, auf CD gepresst, verpackt und mit modernem Cover versehen definiert sich das Ergebnis als Worship-Produktion. Doch eigentlich geht es mehr um die Kommunikation mit Gott als um die Verpackung. Worship, auch Anbetung oder Lobpreis genannt, geht über Musik hinaus. Nach biblischem Verständnis wendet sich der Mensch dabei von seiner Selbstzentriertheit weg und richtet sich nach Gott aus. Dies kann sich ebenso in gesprochener, getanzter oder geschriebener Form ausdrücken. Ja sogar der eigene Lebensstil, die Haltung im Alltag, kann eine Form von Worship sein.

Musicstar Gott

Dennoch scheint gerade Musik als Ausdrucksform bei Gott stark im Trenz zu liegen. Das biblische Buch der Chronik etwa erzählt, dass der Tempel von Jerusalem 4000 Musiker und 288 Sänger fasste – ein Beispiel unter vielen in der Bibel. Aber auch in der Gesellschaft kursiert die Auffassung, dass gute Musiker intelligente Menschen sind. Schaut man die kreative Pflanzen- und Tierwelt an, die physikalischen Gesetze und Elemente, müsste Gott eigentlich sogar der „King of Music“ sein. Wer sonst könnte die Erde mit so vielen Geräuschen, Tönen und Lauten stimmungsvoll umrahmen?

Medizin Musik

Nicht zuletzt ist Musik gesund und befriedigend: Sie ist ganzheitlich, spricht Herz, Hände, Kopf und Seele an. Sie verbindet und überwindet Kultur- und Sprachgrenzen. Die Bibel beschreibt unter anderem, dass Menschen dabei „eine Stimme“ werden. Guido Baltes, der sich ausführlich mit dem Thema Worship befasste, beschreibt Musik so: „Sie ist ein natürlicher Ausdruck dessen, was Gott von Anfang an in unser Herz gelegt hat.“

Weiterführende Links:
Die CD „Schnuufe“ und andere Mundart-Produktionen sind erhältlich unter www.mundartworship.ch

Quellen: Livenet.ch, worshipworld.de

Datum: 18.04.2007
Autor: Monika Breidert

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