„Kirchengemeinden kümmern sich zu wenig um Musik“

Waco. Kirchengemeinden in den USA widmen der Musik zu wenig Aufmerksamkeit. Das wurde bei einer Fachkonferenz der baptistischen Baylor-Universität in Waco im US-Bundesstaat Texas beklagt. Dabei könne Musik Gemeinden zu spalten oder versöhnen, erläuterten verschiedene Redner. “Wenn du erst einmal gemeinsam mit anderen gesungen hast, bist du kein Fremder mehr”, meinte der Geschäftsführer der amerikanisch-kanadischen Kirchenlied-Gesellschaft, Carl Daw (Boston).

Wie auf dem Treffen bekannt wurde, wurden im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten 50 Millionen Tonträger mit christlicher Musik verkauft. Das sind zwischen fünf und zehn Prozent am Gesamtumsatz der US-Musikindustrie, erläuterte der Musiker Charlie Peacock. Mehr als die Hälfte sei in säkularen Plattengeschäften über den Ladentisch gegangen. Zugleich beklagte Peacock, dass der wirtschaftliche Zwang, Platten zu verkaufen, auch in der christlichen Musikindustrie keinen Raum für neue, innovative Künstler lasse. “Alles, was sich verkaufen lässt, wird als gut bezeichnet”, kritisierte Peacock.

Theologische Ausbildung ohne Anleitung zum Singen

Der Hochschuldozent und Autor christlicher Lieder Prof. Robert Webber (Chicago) beklagte, dass an den theologischen Ausbildungsstätten kaum unterrichtet werde, wie man eine Gemeinde zum gemeinsamen Gesang motiviere. Dies sei unverständlich, da die Kirche auf diesem Gebiet von Anfang an tätig sei. Doch die meisten Pastoren seien dafür nie geschult worden. Webber erinnerte daran, dass Gott in der Bibel versprochen habe, dort selber anwesend zu sein, wo Menschen in seinem Namen zusammenkommen. Doch die meisten Kirchen verhielten sie so, als rechneten sie nicht mit Gottes Gegenwart. Webber: “Sie leben nach dem Motto: Gott hat sich noch nie hier gezeigt. Und niemals wird hier etwas Aussergewöhnliches passieren.” Um die Unterschiede in der christlichen Musik zu verdeutlichen, wurden während des dreitägigen Treffens zwei verschiedene Gottesdienste gefeiert: einer mit Orgelmusik und Chorälen und einer mit rockiger Anbetungsmusik.

Datum: 05.11.2002
Quelle: idea Deutschland

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