Bibel-Raritäten an der Cultura in Basel

Basel. Während der diesjährigen internationalen Kunst- und Antiquitäten-Messe Cultura, die noch bis zum 20. Oktober in Basel im Gebäude 3 der Messe Basel stattfindet, werden in der Ausstellungs-Sektion "Illuminierte Handschriften und seltene Bücher" einige biblische "Kostbarkeiten" präsentiert.

So stellt das Antiquariat Bibermühle AG aus Ramsen (SH) am Stand 300/A3 drei seltene Bibelausgaben: die "Biblia Sacra" (1280), die "Biblia

Pauperium“ (1460-1464) und die „Biblia Latina“ (1462) vor.

Bei der „Biblia Sacra“ handelt es sich um eine aus der Normandie stammende illuminierte Handschrift auf Pergament. Diese zweibändige Bibel mit fast 1 400 Seiten zählt heute zu den schönsten noch in Privatbesitz befindlichen Bibel-Handschriften des 13. Jahrhunderts.

Die aus Süddeutschland stammende „Biblia Pauperum“ entstand in den Jahren 1460 bis 1464. Es ist ein Blockbuch mit 40 Holzschnitt-Tafeln mit Darstellungen und Texten von sogenannten Analogien aus dem Alten und Neuen Testament. Das Buch wurde - mit Hilfe von in den Niederlanden geschnittenen Holzstöcken - im Holztafeldruck mit Tinte hergestellt. Dieses einzige noch in Privathand befindliche komplette Exemplar der „Biblia Pauperum“ befand sich vorgängig während über 200 Jahren in der Bibliothek Beriah Botfield.

Mit der „Biblia Latina“ werden zwei von Johannes Fust und Peter Schöffer in Mainz hergestellte Bibel-Bände der sogenannten 48-zeiligen Bibel zum Kauf angeboten. Es ist die erste datierte und mit Druckernamen versehene Bibel. Sie wurde auf Pergament gedruckt und vom Fust-Meister durchgehend bunt ausgemalt (illuminiert).

Das in Los Angeles (USA) ansässige Kunsthaus Ferrini & Biondi bietet am Cultura-Stand 301/D1 weitere kostbare Handschriften zum Verkauf an: Gezeigt werden ein englisches Manuskript des Neuen Testaments von Wycliff, das etwa um 1410 entstand sowie ein illuminiertes Manuskript der Pariser Taschenbibel „Biblia Latina“, das zwischen 1260 und 1280 verfasst wurde.

Ferrini & Biondi stellen auch zwei Originalschriftstücke von feierlichen päpstlichen Erlassen, sogenannten „Bullen“, vor: Eine Päpstliche Bulle von Papst Alexander IV um 1259 und eine Päpstliche Bulle von Papst Nikolaus III um 1280.

Als Ausstellungs-„Highlight“ wird an diesem Stand der „Marzeah Papyrus“, ein schmales Stück Papyrus, zirka 2,5 mal 12,5 Zentimeter gross, dem Messepublikum präsentiert. Auf diesem ältesten in hebräischer Sprache beschriebenen Papyrus-Fragment findet man den frühesten Beleg für die schriftliche Erwähnung des Gottesnamen „Elohim“ (der Schöpfergott, 1. Mose 1,1) auf einem Papyrusblatt. Es stammt aus Ägypten und ist aus dem 7. Jahrhundert vor Christus datiert.

Ebenfalls auf der Basler Kunst- und Antiquitätenmesse vertreten sind alte russische und griechische Ikonentafeln. Die Kultbilder der orthodoxen Kirche mit Darstellungen von Engeln, Schutzengeln, der Gottesmutter, Evangelisten, Schutzpatronen und Heiligen oder deren Geschichte auf meist hochrechteckigen Tafeln stehen am Stand 300/B8 der Münchner Ikonengalerie Dr. Stefan Brenske zum Verkauf.

Hinweis:
Die Cultura 2002 in Basel (Messe Basel), Gebäude 3, ist werktags bis 19. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag, 20. Oktober von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet CHF 25.-pro Person. Mit dem Cultura-Eintrittsticket kann man am Gültigkeitstag ausserdem sieben Basler Museen gratis besichtigen.

Datum: 17.10.2002
Quelle: APD

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