Erwachen in Osteuropa

«Nicht jeder ist ein Gemeindegründer – aber jeder kann mitwirken»

Vor kurzem trafen sich verschiedene Partner des Europäischen Baptistenbundes (EBF) zu einem ermutigenden Gemeindegründer-Kongress mit Fokus auf Osteuropa und den Nahen Osten in Georgien. Zwar sei nicht jeder ein Gemeindegründer, aber jeder Mensch könne in diese Arbeit involviert sein, sagte ein Redner auf dem Treffen von Gemeindegründern.

Zoom
Gemeindegründer-Kongress der «European Baptist Federation» (EBF).
Einheimische Gemeindegründer aus verschiedenen Ländern Osteuropas trafen sich kürzlich auf einer Konferenz der «European Baptist Federation» (EBF). Neben dem Austausch war das Ziel, die Gemeindegründer aus Osteuropa und dem Nahen Osten zu ermutigen, die Teilnehmer kamen unter anderem aus Russland, Eurasien, dem Nahen aber auch dem Mittleren Osten.

Aus Lettland dabei war Kaspars Sterns, Missionsleiter des einheimischen Baptistenverbandes. Ihm ist wichtig, dass die Gemeinden zentriert im Evangelium sind, missional und multiplizierend. Er betonte, dass das Resultat der Jüngerschaft der Gemeindebau ist. Zwar sei nicht jeder ein Gemeindegründer, aber jeder Mensch könne in die Arbeit involviert sein.

Training für Gemeindegründer

In Lettland werde deshalb Ausschau gehalten nach den richtigen Personen für die Gemeindegründungen. Dazu gehören unter anderem Kompetenz, Vision, Charakter und der Ruf Gottes, der auch von anderen Menschen bestätigt werden muss. Das danach folgende Training wird bereits in anderen Ländern wie Norwegen, Estland, Tschechien und Rumänien eingesetzt und demnächst auch in Polen und Russland.

Das sieht beispielsweise so aus: Oskars arbeitet in Oleine, einem Vorort der lettischen Hauptstadt Riga und konzentriert sich auf den Beziehungsaufbau, die Leitung von Seminaren für Ehepaare und Sommerlager für Kinder. Pro Monat wird zudem dreimal zum Bibelstudium geladen, sowie zu Männerabenden und Familienwochenenden. Oder Nauris engagiert sich in Roja an der lettischen Küste. Dieses Team besteht aus sechs Personen, das Ziel ist, bis 2020 eine Baptistengemeinde aufzubauen. Dazu geht die Gruppe auf andere Menschen zu und baut Beziehungen auf.

Von Syrien nach Armenien

Hagop ist ein armenischer Kurde aus dem syrischen Aleppo. Er floh vor dem Krieg ins armenische Jerewan. In Aleppo hatte er einen christlichen Dienst geleitet, durch den viele Menschen zu Christus gefunden haben. Doch mit dem Krieg wanderten viele seiner Kontaktpersonen nach Armenien, Libanon und Westeuropa ab.

Inzwischen leitet Hagop einen ähnlichen Dienst wie früher, diesmal in Jerewan; unter anderem unter syrischen Migranten.

Auf der Konferenz gewährten viele Gemeindegründer einen Einblick in ihr Wirken. Darunter Vasily, der seit zwei Jahren mit mehreren anderen daran, eine Baptisten-Gemeinde in Weissrussland aufzubauen. Oder Giorgi baut seit ebenfalls zwei Jahren mit fünf anderen eine Gemeinde in Georgien auf. Diese ist auf 25 Mitglieder angewachsen und die Gruppe betet um weitere Erweckung. Oder Eduard ist ein Flüchtling aus Ossetien. Er leitet eine Bibelstudiengruppe, die markant wächst.

Aufbruch in Moldawien und der Ukraine

Genadie aus Moldawien bildete sich theologisch in der Hauptstadt Kisinau aus. Nun wirkt er in der Kleinstadt Bardar und lädt Leute zum Bibelstudium ein und im Sommer organisiert er Jugend- und Sportcamps für Kinder. Dies geschieht seit vier Jahren, mittlerweile nehmen bis zu 100 Menschen an den Programmen teil.

Pavlo wirkt in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Mitmenschen werden mit verschiedenen Initiativen erreicht; darunter ein Jugendclub, der freitags mit 50 Teenagern stattfindet. Und die Gemeinde zählt mittlerweile 34 Mitglieder.

Zum Thema:
Orthodoxe Verfolgung: Der Heilsarmee in Georgien droht das Verbot
Diskriminiert und ausgegrenzt: Die Heilsarmee in der Slowakei setzt sich für die Roma ein
Wunder unter Turkvölkern: «Oh, ich kann wieder laufen!»

Datum: 24.12.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Evangelical Focus

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige