Im riesigen Indien

14'200 neue Hausgemeinden – und mehr sind geplant

Bisher haben von den rund 2'700 Volksgruppen Indiens 90 Prozent noch nie von Jesus gehört. Eine einheimische Denomination hat sich jetzt ein ambitionsreiches Ziel gesetzt – und ist dabei, es zu erreichen.

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Hausgemeinde der Assemblies of God Indien (Quelle: Facebook)
Das Ziel war ziemlich hochgesteckt: Innerhalb von zehn Jahren sollten in Indien 25'000 neue Hausgemeinden gegründet – sieben pro Tag! – und 30'000 Leiter ausgebildet werden. Und das Ziel kam noch nicht mal aus dem Ausland: Die indische Denomination India Assemblies of God, zu der zu dem Zeitpunkt 8'000 Kirchen gehörten, setzte es 2010. Und zu Beginn hatte selbst der Zuständige der weltweiten Assemblies of God (AG) für Mission in Indien (Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt) seine Zweifel.

34'000 potenzielle Gemeindeleiter

Doch die Statistik von Ende 2019 ist mehr als erstaunlich: In den neun Jahren wurden 14'200 neue Hausgemeinden gegründet und etwa 34'000 Studenten haben sich in das India College of Ministry (ICOM) eingeschrieben, das zu der Global University gehört, die per Internet Theologiestudien anbietet. Diese Zahl wird umso konkreter, wenn man bedenkt, dass es eine der Bedingungen für den Erhalt des Abschlusses ist, eine eigene Hausgemeinde zu gründen. In diesem Jahr werden voraussichtlich 2'400 Studenten das 3,5-jährige Studium abschliessen. Und damit rückt auch die Zielerreichung wieder in erstaunliche Nähe.

Material in viele Sprachen übersetzen

Eine der grössten Schwierigkeiten bei der Unterstützung des Studiums ist aber nicht der finanzielle Teil (der überwiegend von Spenden getragen wird), sondern vielmehr der sprachliche Teil: In Indien gibt es neben den 15 offiziellen Sprachen Hunderte weitere Sprachen. «Die Materialien für Indien in den unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung zu stellen, ist eine Herausforderung, aber es herrscht immer eine Riesenfreude, wenn wir es geschafft haben, das ICOM-Material in eine weitere Sprache zu übersetzen», berichtet der AG-Missionszuständige. Doch immer noch gibt es das Material in nur wenigen Sprachen. Etwa die Sprachen, die nur von «wenigen» Menschen gesprochen werden – darunter fallen Sprachen, die von 70 Millionen gesprochen werden, weil dies nur 5 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

Gott ist am Wirken – doch der Weg ist noch lang

Doch durch die Gemeindegründungsinitiative entstehen auch immer mehr Hausgemeinden in bisher unerreichten Gebieten. Denn von den 2'718 Volksgruppen, die in Indien leben, haben bisher erst 273 Gruppen vom Evangelium gehört! «Gott ist am Wirken in Indien, aber die Menschen müssen verstehen, dass die Bevölkerung Indiens grösser ist als die Bevölkerung des gesamten afrikanischen Kontinents und es gibt in Indien mehr Volksgruppen als in Afrika.» Wenn also von Wachstum in Indien gesprochen wird, so sei das meist nur in einem kleinen Teil von Indien. Umso wichtiger ist die Initiative von Indern für Inder. Und durch die neuen Hausgemeinden können so viele bisher unerreichte Gegenden abgedeckt werden.

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Datum: 30.01.2020
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / AG News

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