Wende in Birma

51 von 100 Kirchen dürfen wieder öffnen

Die Freiheit von Christen in Birma ist überschaubar gering. Umso ermutigender ist deshalb die Meldung, dass in einer Region 51 von über 100 geschlossenen Kirchen wieder geöffnet werden konnten – weitere sollen folgen.

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Lutherische Kirche in Birma
Die Lage der Minderheiten ist in Birma (auch Myanmar oder in englischer Sprache Burma genannt) nicht sonderlich gut. So steht namentlich auch die christliche Minderheit oft vor grossen Problemen. Die radikalen Mönche der Ma-Ba-Tha-Bewegung etwa mit ihrem politisch geprägten Buddhismus gewinnen zusehends an Macht.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors findet sich diese asiatische Nation auf Rang 18, noch vor Ländern wie Algerien, Kasachstan oder Marokko.

Im Bundesstaat Shan hatten Rebellen der United Wa State Army (UWSA) im September 2018 mehr als hundert Kirchen geschlossen, nun konnten 51 Baptistengemeinden wieder öffnen. Mindestens zehn waren damals zerstört worden, weil sie nach 1992 ohne UWSA-Genehmigung errichtet worden waren. Auch waren damals 200 Christen festgehalten worden – später wurde diese wieder freigelassen.

Völker werden verbunden

Die weiteren Gemeinden werden von Beamten dieser Gruppe noch untersucht. Während die UWSA behauptet, die Gemeinden seien «sehr extrem» gewesen und hätten ethnische Spaltungen verursacht, halten einheimische Pastoren dagegen. Ein Leiter der Baptisten erklärt beispielsweise, dass die Gemeinden keineswegs extrem seien und dass sie nicht etwa spalten, sondern von ethnischen Wa, Kachin, Lahu, Ahkar und Lisu besucht werden – sprich, die Völker werden verbunden, nicht getrennt.

Hoffen auf weitere Wiedereröffnungen

Einige der ethnischen Gruppen im Shan-Bundesstaat, der flächenmässig 3,8-mal so gross ist wie die Schweiz, sind christlich geprägt. Die USWA dagegen ist kommunistisch ausgerichtet. Nach Freigabe der 51 Kirchen hoffen nun die Christen, dass auch die anderen Kirchen bald wieder öffnen können.

Laut christlichen Leitern versucht die UWSA, die Ausbreitung des Christentums einzudämmen, dies als militärischer Flügel der die Gegend kontrollierenden United Wa State Party. Diese hatte eingangs 2009 die Sonderverwaltungsregion unter der Wa-Regierung ausgerufen. Seit 2013 existiert ein Friedensabkommen mit dem Land.

Aufbruch im Land

Im Land sind Aufbrüche zu erkennen. «In den letzten Jahren machte Gott die Türen für das Evangelium in Myanmar weit auf. Aber wir wissen nicht, wie lange sie offen bleibt», sagt Bruder Matthew (Name geändert), der sich an Strasseneinsätzen beteiligt und eine Gemeindegründungsbewegung leitet.

Pastor Imo (Name geändert) besucht im Süden des Landes Stammesgruppen, die noch nie vom christlichen Glauben gehört haben. Dabei hilft unter anderem christliche Literatur. Manche dieser Orte können weder mit einem Motorrad noch mit einem Boot erreicht werden. «Deshalb besuchen wir sie zu Fuss.» Verschiedentlich hätten sie dabei Wunder erlebt.

Schätzungen zufolge zählen sich in Birma heute 6,2 Prozent der Einwohner zum christlichen Glauben. Bei der letzten Volkszählung vor etwas mehr als dreissig Jahren waren es noch 4,9 Prozent.

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Datum: 08.01.2020
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch / Evangelical Focus / Assist News

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