Kommentar: God Bless America!

Hochmut kommt vor dem Fall. Es war die Gier, welche die Wall Street antrieb. Dass die Amerikaner ihren Finanzjongleuren so lange applaudiert und auf dem Karussell mitgeturnt haben, kommt sie arg teuer zu stehen.

Die kaum vorstellbare Verschuldung, welche der Staat hektisch, auf einen Schlag, auf sich nimmt, wird die USA weiter schwächen. Die Feinde der Vereinigten Staaten und Neider ihrer Supermachtstellung freuts; der Schaden für die freie Welt ist beträchtlich. Alle arbeitsamen gutgläubigen US-Amerikaner, die ihr sauer Erspartes verlieren, sind zu bedauern.

Erfolg an der Börse fasziniert und verführt, Gier blendet – bis nichts mehr geht. Das US-Wahljahr 2008 wird mit dem Ende des leichten Schuldenmachens, dem Absturz des Finanzsystems und den hohen Energiepreisen zum Schreckensjahr. Jene Banker, die jahrelang absahnten – bis Wall Street gegen die Wand fuhr –, ziehen den Volkszorn auf sich. In Sack und Asche sollten die CEOs durch den Finanzdistrikt laufen, war auf ABC zu hören. Jim Wallis von den Sojourners warnt, dass nicht Hausbesitzer ihr Heim verlieren dürfen, während Milliardenjongleure ungeschoren davonkommen. Darauf müsse der Kongress gegenüber dem neuen starken Mann, Finanzminister Henry Paulson, bestehen. Seine Machtfülle weckt Misstrauen und Kritik.

September 2008 bildet eine Zäsur. Zwölf Jahre Bush und acht Jahre Clinton haben die Supermacht an einen Tiefpunkt geführt. „Die Weltmacht USA droht an ihren Schulden zu ersticken“, schreibt Beat Kappeler in der NZZ am Sonntag. Die Amerikaner können nicht weiter über ihre Verhältnisse leben, auf Kosten anderer Nationen. Weil sie es so lange bedenkenlos getan haben, steht eine lange Anpassungsperiode nicht nur der weltgrössten Wirtschaft, sondern der ganzen US-Gesellschaft am Horizont. Sie wird ihre Konflikte härter austragen. der Staat wohl weniger grosszügig als bisher Notleidenden im In- und Ausland helfen. Die Kultur der Barmherzigkeit, in der manche christliche Gemeinden brillieren, kommt auf den Prüfstand.

Die Amerikaner haben Grund, sich zu schämen – und das wird jenen, die selbstverständlich Gottes Segen für ihr Land (und seine verschwenderische Lebensweise) beanspruchten, Mühe bereiten. Gottes Segen, soll er dauern, ist an ein Leben gemäss seinen Geboten und Ordnungen gebunden. Es ist Zeit, die Sprüche Salomos in der Bibel zu beherzigen, von denen einer lautet (Kapitel 13, Vers 11): „Erjagtes Vermögen schwindet dahin, wer aber bedächtig sammelt, wird reich.“

Datum: 24.09.2008
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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