Québec setzt einen Damm gegen die Einführung der Scharia in Kanada

Das Parlament der kanadischen Provinz Québec hat islamische Gerichte untersagt, um Gleichheit und Freiheit für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu bewahren. Die französischsprachige Provinz ist die erste im Einwanderungsland, die ausdrücklich die Anwendung der Scharia, des islamischen Gesetzes untersagt.

Der Rat der Musliminnen in Kanada (CCMW) begrüsste den einstimmigen Beschluss als mutigen Schritt: „Die Einführung verschiedener Gesetze für verschiedene Bürger führt zu Diskriminierung und hat nichts zu tun mit Multikulturalität.“ Anderseits verglich ihn der Vorsitzende des Muslimrates von Montreal mit Hitlers Vorgehen gegen die Juden. Offenbar erwägt der Rat eine Klage bei den Vereinten Nationen.

Nachgiebigkeit in Ontario

In Ontario, der bevölkerungsreichsten Provinz, hatten Vertreter von islamischen Gemeinschaften im Oktober 2003 einen 30-köpfigen Rat gewählt, mit dem Ziel, ein islamisches Institut für Ziviljustiz zu errichten. Das Ziel ist klar: Scharia-Gerichte wollen Urteile fällen und fordern, dass die Justiz Kanadas ihnen Nachachtung verschafft und sie vollzieht.

Die Generalstaatsanwältin von Ontario, Marion Boyd, empfahl im Dezember in einem Bericht, den Muslimen in Kanada eigene Gerichte zuzugestehen, die nach ihren religiösen Gesetzen urteilen.

Klare Worte in Québec

Der Beschluss im Parlament von Québec ist als Reaktion darauf zu verstehen. Die aus Marokko stammende liberale Abgeordnete Fatima Houda-Pepin, brachte die Motion zum Verbot von Scharia-Gerichten am 26. Mai ein, unterstützt von zwei weiteren Parlamentarierinnen.

Sie erklärte, die Scharia diskriminiere Frauen. Die Musliminnen Kanadas wollten sich in die Gesellschaft integrieren. Das Drängen auf Scharia-Gerichte in den letzten 15 Jahren sei „Teil einer Strategie, welche die muslimische Gemeinschaft isolieren will, so dass sie ein archaisches Verständnis von Islam annimmt.“

Nach dem Familienrecht das Straf- und das Zivilrecht

Houda-Pepin sagte weiter, Gruppen in der islamischen Minderheit beriefen sich auf die Grundrechts-Charta, um „die Fundamente unserer demokratischen Institutionen zu attackieren – eine politische Agenda im Namen des Islam“.

Die liberale Abgeordnete warnte das Provinzparlament, dass jedes Geltenlassen von islamischen Gesetzen im Familienbereich zu ähnlichen Forderungen im Straf- und Zivilrecht führen werde.

Kanada als Testfall für den gesamten Westen

Nach einem Zeitungsbericht soll die in Saudi-Arabien beheimatete Weltliga der Muslime 1991 an einer Konferenz in Washington Kanada wegen seiner multikulturellen Offenheit zum Testland für die Einführung der Scharia im Westen bestimmt haben. (Man erinnert sich, dass bei der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes bei Halifax christliche Verkündigung aus so genannter Rücksicht auf andere Religionen eingeschränkt wurde.)

Webseite Fatima Houda-Pepin www.fatimapepin.org

Quelle: Livenet / WEA

Datum: 06.06.2005
Autor: Peter Schmid

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