Wertvolle und gesunde Ernährung

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Schon anfangs des 19ten Jahrhunderts hat der Arzt Bircher-Benner Rohkost als Heilnahrung propagiert. Was hat dies auf sich? Welche Wirkung hat Rohkost auf den menschlichen Körper?

Man merkte bald, dass es nicht nur auf die Kalorien ankommt bei der Ernährung, sondern auf die "Sonnenenergie" in der Nahrung. Der im März 1990 im Alter von 80 Jahren verstorbene Ernährungsspezialist Ernst Günter hat die gleiche Erfahrung gemacht. Er gehörte im christlichen Raum zu den Pionieren im Erforschen gesunder Ernährung. Günter führte die Erkenntnisse von Richer-Benner weiter und popularisierte sie.

Übersäuerung

Gemäss Günter können viele Krankheiten auf Übersäuerung und "Unterernährung durch Nahrungsentwertung" zurückgeführt werden. Im menschlichen Blut - so die Argumentation von Günter - ist das Säuren- und Basenverhältnis 1 : 5. Dementsprechend sollte unsere Ernährung alkalisch sein, das heisst rund 80% der Nahrung sollte basenüberschüssig sein.

Als stark säurebildend gelten Fleisch und Tierfette, Weissbrot, Kuchen, weisser Zucker und Weissmehl sowie Schokolade... .100prozentig basisch reagieren alle Gemüsearten, alles Grüne, Zwiebeln, Kartoffeln, Weizenkeime ..., aber auch reife nicht saure Äpfel und überreife Bananen, Birnen und Melonen.

Durch falsche Ernährungsgewohnheiten erhöht sich der Säuregehalt unseres Blutes über Gebühr. Die überschüssige Säure muss wieder abgebaut werden. Das belastet die Nieren und kann durchaus auch an die Zähne oder Knochen gehen, denn die abgebauten basischen Mineralsalze dienen zur Neutralisierung der Säuren. Weil gewisse Säuren "kleine Kristalle in den Muskeln und Gelenken bilden, kann daraus laut Günter Rheuma, Arthritis oder Arterienverkalkung entstehen.

In der Schulmedizin ist die Arterienverkalkung zwar eher ein Problem des zu fetten, einseitigen Essens und nicht eine Frage der Übersäuerung. Durch vegetarische Kost kann diese aber so oder so behoben werden.

Kochen zerstört Substanz

Ein zweites Problem ist das unsachgemässe Kochen der Nahrungsmittel. Biologen haben festgestellt, dass schon bei der Erwärmung auf 42 bis 60 Grad Celsius die wertvollen Vitalstoffe und Fermente abgetötet werden und dass dadurch ein grosser Teil der wichtigsten Nährsalze und Vitamine für den Körper unbrauchbar werden. Beim Kochen betrage der Verlust bis zu zwei Drittel. Das ergibt eine "Unterernährung bei vollem Magen".

Bei der rohen Zubereitung bleiben abgesehen von den Vitaminen auch die Fermente (Enzyme) erhalten. Die Ärztin Maja Schmid-Bircher umschreibt das Problem des Kochens so: "Enzyme sind kleine Schlüssel, die den Nahrungswert aufschliessen. Wenn die Fermente zerstört sind, hat man zwar viele Kalorien im Magen, aber keine Schlüssel, um sie aufzuschliessen und auszuwerten." Dies ist besonders verheerend, weil die Enzyme vegetatives Leben in allen Pflanzen und tierischen Zellen bewirken.

Günter bezeichnet sie als "Vollstrecker, die der Schöpfer in jede lebende Kreatur gelegt hat". Der Mangel an Enzymen habe zur Folge, dass schätzungsweise drei Viertel und mehr von den wichtigen Nährsalzen von den Körperzellen nicht verwertet werden können und folglich zu Schlacke werden. Wenn Kohl in Wasser gekocht wird, so bleibe nur noch ein Vierzigstel seines ursprünglichen Wertes erhalten, zitiert Günter einen amerikanischen Forscher. Das Eiweiss verliere zwei Drittel von seinem Nährwert, teils durch Vernichtung, teils durch Gerinnen.

Reformhaus

Günter hat sich aufgrund solcher Erkenntnisse mit Alter von 54 Jahren für eine konsequente Rohkost-Nahrung entschieden. Die Tochter Ingeborg von Ernst und Edith Günter wurde von Geburt an mit Rohkost ernährt. Später führte sie zusammen mit ihrem Mann das Reformversand- und Verlagsgeschäft des Vaters weiter. Bei gesunden Menschen genügt laut Ingeborg in der Regel 60-70% Rohkost. Im Krankheitsfalle lohne sich aber eine totale Umstellung.

Gekürzt und redigiert: Livenet, Antoinette Lüchinger

Webseite: www.reformversand.ch

Datum: 05.04.2004
Autor: Hanspeter Schmutz
Quelle: Bausteine/VBG

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