Wie verlängert man sein Leben?

Christen die ihren Glauben ernst nehmen, können besser mit Krankheit umgehen. Das Sterberisiko gläubiger Menschen innerhalb eines Sechs-Jahres-Zeitraums ist nur etwa halb so hoch wie die von Nichtgläubigen. Der regelmässige Kirchgang habe sich sich diesen Angaben zufolge als ebenso wirkungsvoll erwiesen wie der Verzicht auf Zigaretten.

Bei den Teilnehmern der Studie waren sechs Jahre lang die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten erfasst worden. 23 Prozent der Senioren waren häufige Kirchgänger, über 37 Prozent seltene Gottesdienstbesucher. Daraus ergab sich ein um 46 Prozent niedrigeres Sterberisiko für die regelmässigen Kirchenbesucher. Selbst unter Berücksichtigung von Krankheiten bleibe bei den Frommen immer noch ein um 28 Prozent niedrigeres Risiko, schreibt Studienleiter Harold Koenig vom Duke University Medical Center in Durham im "Journal of Gerontology".

Der Zusammenhang zwischen Gesundheit, ethischem Verhalten und Religion wurde seit 1968 weltweit in mehr als 300 wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Christen sind gesünder als Atheisten, und wenn sie erkranken, können sie mit ihren Beschwerden besser umgehen. Atheisten und Agnostiker neigen mehr zu körperlichen und seelischen Gebrechen und sind viel stärker gefährdet durch Selbstmord.

Gebet und Krankheit

Seit Beginn der religionspsychologischen Forschung gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen die Formen und Auswirkungen des Gebets besonderes Forschungsinteresse auf sich. Sir Francis Galton, ein Pionier der empirischen Persönlichkeits- und Sozialforschung und begeisterter Anwender statistischer Methoden, hat schon 1872 die Wirkung von Fürbittgebeten untersucht. Wenn Christen konkret und erwartungsvoll für die Veränderung eines Sachverhaltes beten, so seine Überlegung, müssen sich doch die Auswirkungen diesen religiösen Verhaltens objektiv feststellen lassen.

Auch Martin Luther schätzte den persönlichen Gedankenaustausch mit seinem Gott. In seinem Kleinen Katechismus antwortet er auf die Frage „Was heisst beten?“: „Ein Gespräch mit Gott haben, wo wir unsere Anliegen dem allmächtigen Gott auf seinen Befehl und gnädige Zusage vortragen und geistliche und leibliche Gaben von ihm erbitten, auch loben und danken.“ Luther hat offenbar mit seinem Gott genauso gesprochen wie mit einem Freund. Die meisten Menschen kennen zumindest Stossgebete aus eigenem Erleben: In grösster Not hofft man auf das Unmögliche und appelliert an eine höhere Macht, einzugreifen und Unglück zu verhindern, auch bei Krankheiten.

Das dies tatsächlich funktioniert zeigt eine andere Studie am Hauptkrankenhaus von San Francisco. Dort liess der Herzspezialist Randolph C. Byrd neun Monate lang fast 400 Patienten beobachten. Bei 192 von ihnen war bekannt, dass bis zur Genesung täglich für sie gebetet wurde. Nach Byrds Angaben, veröffentlicht in der Zeitschrift für Medizin in den Südstaaten, zeigten sie gegenüber der anderen Gruppe einen meist besseren Gesundungsverlauf. Sie brauchten weniger Atmungshilfen und Medikamente. 85 Prozent der Patienten, für die gebetet wurde, wurden vom Personal als “gut” genesend eingestuft, bei der anderen Gruppe waren es 73 Prozent.

Beten hilft auch gegen Bluthochdruck

Tägliches beten, regelmässiger Kirchenbesuch und das Bibelstudium können gegen Bluthochdruck helfen. Das ergab eine weitere Langzeitstudie unter rund 3000 US-Amerikanern, die in der“International Journal of Psychiatry and Medicine” veröffentlicht wurde. Eine Teilnahme an Gottesdiensten über Radio oder Fernsehen hätte allerdings nicht dieselbe heilsame Wirkung, heisst es weiter. Die Studie verweist auch auf Forschungsergebnisse aus früherer Zeit, wonach religiöse Praxis das Immunsystem stärke, zu schnelleren Heilungserfolgen führe und die geistige Gesundheit älterer Menschen fördere.

Operationen am offenen Herzen

Dass der Glaube Berge versetzen kann, steht in der Bibel. Starke Religiösität kann beispielsweise helfen, eine Herzkrankheit besser zu überleben. Dies wollen Forscher der Universität Texas ermittelt haben. 232 Patienten wurden nach einer Operation am offenen Herzen von den Texanern sechs Monate lang beobachtet. Ergebnis: Das Risiko, in dieser Zeit zu sterben, war für Menschen ohne religiöse Bindung dreimal höher als für Gläubige. Unglaublich? Dann sollten Sie noch wissen, dass unter den Patienten, die sich selbst als tiefreligiös bezeichnet haben, überhaupt keiner gestorben ist!

Für den Medizinprofessor und Autor des Buches «Glaube macht gesund», Dale A. Matthews, ist es völlig eindeutig: Es braucht beides, gute medizinische Versorgung und die Kraft des Gebets. Er schreibt in seinem Buch: «Im Neuen Testament wird das griechische Wort ‹sozo› sowohl für ‹heilen› wie für ‹erlösen› verwendet, sodass unser irdisches Gesundwerden und die Befreiung von seelischen Verletzungen durch Jesus Christus miteinander verknüpft werden.»

Was sind die Gründe für diese Zahlen?

1. Gottesdienstbesucher haben ein grösseres soziales Netz und erfahren daher stärkere soziale Unterstützung als andere. Soziale Unterstützung kann mit geistiger Gesundheit gekoppelt werden. Krankheiten werden leichter von Freunden entdeckt und so schneller behandelt.
2. Gebet und Anbetung, die Bestandteil der Gottesdienste sind, tragen direkt zum Wohlbefinden bei. Solche positiven Gefühle vermindern Stress und besitzen heilende Effekte wie erhöhte Immunfunktion.
3. Menschen, die besser mit Höhen und Tiefen des Lebens fertig werden sind weniger involviert in Trinken, Rauchen und nehmen seltener Drogen.

4. Belastungsbewältigung durch Glauben: Studien haben nachgewiesen, dass ein lebendiger Glaube dazu befähigt, emotionale Belastungen besser zu verarbeiten. So lädt der Glaube Trauernde dazu ein, Angehörige, die ihnen durch den Tod entrissen wurden, in Gottes ewiger Güte geborgen zu wissen. Gleichzeitig können sie ihrem Gott auch ihr Leid klagen und dabei das eigene emotionale Chaos besser verstehen.

5. Gott greift tatsächlich ein – wohl der entscheidende Punkt.

Datum: 25.07.2003
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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