Wollen Sie zehn Jahre länger leben?

Wie gesund ist Glaube wirklich - verblüffende Erkenntnisse einer weltweiten Studie: In jüngster Zeit ist von Seiten der Wissenschaft Bewegung in die uralte Diskussion um die Berechtigung des Glaubens gekommen, schreibt Dr. Eberhard Rieth, früherer Direktor der Suchtkliniken Ringgenhof und Höchsten. Rieth verweist u.a. auf eine umfangreiche, weltweit durchgeführte Studie des Epidemiologen Prof. Ronald Grossarth-Maticek, Leiter des von der EU in Heidelberg ins Leben gerufenen Instituts für vorbeugende Gesundheitsforschung. Einer der wichtigsten Faktoren für das Wohlbefinden und die gesundheitliche Stabilität des Menschen sei nachweislich die Religiosität. Dies wirke sich sogar stark auf die Lebenserwartung sowie den Zeitpunkt der ersten schweren chronischen Erkrankung der Menschen aus.

Grossarth-Maticek unterscheidet hierbei fünf Formen der Religiosität:
1. Atheistische Einstellung
2. Neurotischer Atheismus
3. Konventionelle religiöse Einstellung
4. Neurotisch verstrickte Religiosität
5. Spontane, emotionale Religiosität.

Während sich Angehörige der Gruppe 3 an eine religiöse Gruppe oder Kirche gebunden fühlen, sich äusserlich an religiöse Normen halten und Gottesdienste besuchen, bauen sie weder eine persönliche Gottesbeziehung auf, noch hat das Kopfwissen um eine höhere Macht in der Regel Auswirkungen auf ihre Lebensführung, so die im Buch „Autonomietraining“ veröffentlichte Studie. Gruppe 5 berichtet von einer persönlichen Beziehung zu Gott, einem „positiven Gottesbezug“, der sich als beglückend, wohltuend, energiereich und heilend auf sie auswirkt.

Religiöse Einstellung:

Durchschnittliche Lebensdauer:

Erste schwere chronische Erkrankung:

1. Atheismus

2. Neurotischer Atheismus

73 Jahre

63 Jahre 64 Jahren

47 Jahren3. Kirchlichkeit ohne persönliche Gottesbeziehung 72 Jahre 61 Jahren4. Neurotische Religiöse 64 Jahre 52 Jahren5. Persönliche, emotionale Gottesbeziehung84,7 Jahre71 Jahren

Menschen der Gruppe 5 leben, so die Studie, durchschnittlich 12,7 Jahre länger als „Kirchenchristen“, und gar 21,7 Jahre länger als neurotische Atheisten. Ihre schweren chronischen Erkrankungen treten erst zehn Jahre später auf als bei Angehörigen der Gruppe 3 und gar rund 20 Jahre später als bei neurotischen Atheisten oder neurotisch-religiösen Menschen. Nach Beginn einer Krebserkrankung beispielsweise leben die Angehörigen der Gruppe 5 durchschnittlich 14,6 Jahre, während dies bei einer Vergleichsgruppe aus unterschiedlichen anderen Formen von Religiosität nur 7,9 Jahre waren. „Können es sich Leistungsträger für stationäre und ambulante Behandlung von Suchtkrankheit in Zukunft noch leisten, auf das Heilungspotential des persönlichen Glaubens zu verzichten“ fragt Dr. Rieth, „oder wäre es für stationäre und ambulante medizinische und therapeutische Behandlungseinrichtungen nicht notwendig, aufgrund der von Grossarth-Maticek vorgelegten Ergebnisse, eigene Erfahrungen zu machen, die diese Zusammenhänge verifizieren könnten, um daraus Konsequenzen zum Nutzen der Patienten zu ziehen?“

Quelle: Dr. Eberhard Rieth, in: Der Ringbote, sowie „Autonomietraining“ von Prof. Grossarth-Maticek (DeGruyter Verlag, 2002).

Datum: 24.02.2003
Quelle: Freitagsfax

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