Luftverschmutzung

Millionen Menschen gefährdet

London. Der Rhythmus des asiatischen Monsunregens wird durch die regionale Luftverschmutzung verändert. Dieser regionale Klimawandel könnte sich auch global auswirken.

Forscher des Environment Programmes der Vereinten Nationen (Unep) stellen in London einen Bericht vor, nach dem das Klima im südlichen Asien durch Luftverschmutzung stark verändert wird. Die braune Wolke von bis zu drei Kilometern Dicke bedroht demnach die Landwirtschaft und die Gesundheit der Millionen Einwohner der Region.

Die Forscher aus den USA, Indien und Deutschland werteten Daten aus, die im Rahmen des Indian Ocean Experiments aus Sattelitenaufnahmen und Computer-Simulationen gewonnen wurden. Am 26. August beginnt in Johannesburg der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, für den die Studie erstellt wurde.

Die Luftverschmutzung durch Russ, Asche und andere Schadstoffe reduziert die Sonneneinstrahlung am Boden um bis zu 15 Prozent, sagen die Forscher. Darüber hinaus würde die Schmutzwolke Wärme aufnehmen und so die Temperatur am Boden senken und in der Atmosphäre oberhalb der Schmutzschicht erhöhen.

Dadurch könne der Rhythmus und die Verteilung der Monsunregen verändert werden. Die Forscher rechnen mit einem Rückgang der Niederschläge im nordwestlichen Teil der Region und einer Zunahme weiter östlich.

Demnach könnten im nordwestlichen Indien, in Pakistan und in Afghanistan 20 bis 40 Prozent weniger Regen und Schnee fallen. In Bangladesch, Nepal und Nordostindien könne es dagegen immer häufiger zu Überschwemmungen kommen.

Die Klimaveränderung könnte die Reisernte in Indien um ein Zehntel reduzieren. Und das Leben mehrerer Hunderttausend Menschen sei durch Erkrankungen der Atemwege gefährdet.

«Die Wolke ist das Ergebnis von Waldbränden, dem Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle, der dramatischen Zunahme des Verbrauchs fossiler Brennstoffe und der Verwendung von Holz oder Dung als Brennstoff zum Kochen», sagte Unep-Chef Klaus Töpfer der BBC. Es gebe auch mögliche globale Auswirkungen, so Töpfer weiter, denn eine solche Luftverschmutzung könne innerhalb einer Woche um den halben Globus wandern.

Datum: 17.08.2002
Quelle: pte online

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