St. Niklaus' Erbe

Das Geschenk des Gebens

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Mandarinen, Nüssli, eine Handvoll Schokothaler. Dies und mehr gehört zur Bescherung am Samichlaus-Tag. Es liegt ein gewisser Zauber über der Adventszeit, was nicht nur Kinderherzen erleuchtet. Lichter und die Freude am Beschenken tun das Ihrige dazu.

Die Zeit der Geschenke und feinen Düfte kommt uns gerade recht – in diesen kalten, unsicheren Zeiten. Am 6. Dezember gibts den Brauch des Niklaus-Besuches. Zu schenken erfreut mindestens so wie beschenkt zu werden – nicht nur via Adventskalender.

Geber guter Gaben

«Lasst uns froh und munter sein – und uns recht von Herzen freu'n! Lustig, lustig, traleralera! – Bald ist Nikolausabend da!» Dieses bekannte Volkslied ist wahrlich lustig und bespasst das Gemüt, was zum Glücksgefühl passt, wenn wir jemanden beschenken, eine Freude bereiten. Und so sind wir aufgerufen, ins Lied der Bescherung einzustimmen. Denn als beschenkte Gotteskinder haben wir immer Grund zur Hoffnung und sind Träger der überwältigendsten Liebe, die es auf dieser Erdkugel gibt! Auch, wenn uns nicht immer danach ist.

Das Sprichwort «Geben ist seliger als Nehmen» andererseits entspringt einem Jesuswort der Apostelgeschichte Kapitel 20, Vers 35 und untermauert diese universelle Wahrheit. Die gassennahe Volxbibel sagt: «Leuten was zu geben macht mehr Spass als nur zu bekommen.» Den Wahrheitsgehalt zu testen ist ganz einfach: ausprobieren!

Heiliger Nikolaus: Das Original

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St. Nikolaus mit einigen Kindern
Nikolaus von Myra wirkte anfangs des 4. Jahrhunderts und wuchs als einziger Sohn bei reichen Eltern auf. Seine Mutter nahm ihn oft zu den Armen mit, wo er half, Essen und warme Kleider zu verteilen. So verkaufte er dann beim frühen Tod der Eltern sein ganzes Erbe, um es den Armen zugutekommen zu lassen.

Als gebildeter Pilger war Nikolaus später in vielen Ländern unterwegs und predigte den christlichen Glauben, bis ihn ein Traum zurück in seine Heimat rief. Dort war man auf Bischofssuche und entschied, den ersten eintreffenden Gläubigen zu küren, der im Hafen ankam. Um sich für die gute Reise zu bedanken, besuchte er die Kirche, wo er erwählt wurde, um viele Jahre zu bleiben und sein Leben speziell Armen und Kindern zu widmen.

Eigentlich existieren nur wenig historische Beweise und Fakten zu seiner Person, jedoch umso mehr Legenden und eindrückliche Wundergeschichten. Nach seinem Tod wurde die gelebte Diakonie weitergeführt und sogar zur weltweiten Tradition, weshalb noch heute der St. Niklaus oder Samichlaus als Bischof die Familien besucht – natürlich inklusive Nüssen, Lebkuchen und Eseli.

Nikolaus, Nüsse und neue Tradition

Der bekannte Brauch, bei dem die Kinder nach ihrem Benehmen des vergangenen Jahres gefragt werden, geht übrigens auf das Gleichnis der anvertrauten Talente zurück (Matthäus Kapitel 25, Vers 14–30), welches dem 6. Dezember des Kirchenjahres zugeordnet war. So hatte denn auch die Figur des «Schmutzli» (Knecht Ruprecht) die Aufgabe einer Bestrafung der Kinder, die nicht artig waren, und die Geschenke wie Mandarinen oder Schokolade waren zur Belohnung der guten Taten.

Auch hier kann der Mensch froh sein, wenn sein Name im göttlichen Buch des Lebens steht und nicht von anderen Zeitgenossen, ja, Chläusen abhängig ist. Denn Ihr Name steht dort, weil er durch das unverdiente Geschenk der Gnade hineinkam und nicht durch tolle Taten; und dies sogar für die ganze Ewigkeit. Man stelle sich den eigenen Namen in goldenen Lettern und durch Feuer geläutert vor.

Grösstes Gottesgeschenk

Denn schlussendlich erleben wir «Das Grande Finale der Bescherung» in den Weihnachtstagen, wo das eigentlich unfassbare Ereignis gefeiert wird: Gott wurde Mensch. Er liess sich aus seiner allerhöchsten Position in die einfachen Niederungen der Menschheit herunter, wo Hirten und Tiere sich die Pfoten gaben. Er will dem Homo faber ganz nahe sein.

God bless die Grosszügigkeit

Untersuchungen zeigen, dass sich hierzulande rund 85 bis 90 Prozent der Leute über Geschenke freuen, und dort können wir auch mit der Ausschüttung der Glückshormone Dopamin und Opioid rechnen. So ist es naheliegend, dass im Dienen am Nächsten, Freude zu bereiten, göttlicher Segen fliesst und Freude herrscht.

Aktuell tauchte beispielsweise eine hübsche Advents-Story in den Medien auf, wie ein Basler Restaurant Gratispizzas an Armutsbetroffene abgibt.

Und zuletzt müssen wir nicht verschweigen, dass einem grosszügig Gebenden auch eher etwas geschenkt wird, dass man in einem Umfeld von Grosszügigkeit auch schneller selber zum Beschenkten wird.

Also, lassen Sie uns (nebst froh und munter zu sein) diese Geber- und Geschenkekultur leben – die positiv ansteckende Dynamik des Schenkens!

Und basteln Sie sich einen Papierkegel-Klaus, der auch zum Weiterschenken geeignet ist; viel Spass!

 

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Datum: 06.12.2021
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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