Bruder Andrew:

«Je radikaler Muslime sind, desto offener sind sie für Gottes Wort»

Christen müssen Muslime lieben, so wie sie sich selbst oder andere Christen lieben – davon ist Bruder Andrew überzeugt. Der Gründer des Missionswerks «Open Doors» ermutigte bei einem Webcast Christen dazu, noch stärker auf Muslime zuzugehen, sie aufrichtig zu lieben und keine Angst vor dem Missionsauftrag zu haben…
Brother Andrew
Webcast mit Brother Andrew
Brother Andrew im Webcast

Als «Schmuggler Gottes» wurde er bekannt, als «Bruder Andrew» reist der heute 87-jährige Holländer Anne van der Bijl auch heute noch durch die ganze Welt, um verfolgte Christen zu ermutigen, und vor allem, um Muslime mit Gottes Liebe zu erreichen. Zum 60-jährigen Jubiläum von «Open Doors» sprach er bereits vor einigen Monaten in einem Webcast von Open Doors USA über die Gründe, weshalb er sich regelmässig der Gefahr aussetzt, Muslime und insbesondere Anführer von Terrororganisationen wie die Taliban, Hisbollah oder Hamas besucht und ihnen vom Evangelium erzählt.

Auf die Frage, warum er Muslime liebe, antwortete er gerade heraus: «Weil Gott sie liebt. Die Bibel sagt: 'So sehr hat Gott die Welt geliebt…' Nicht nur einen Teil, nein, die ganze Welt. Und wenn Gott die Welt liebt, wer bin ich, wer sind wir, dass wir sagen können: Ja, aber nicht diesen Menschen... Wir müssen die Muslime genauso lieben, wie wir andere Christen oder uns selbst lieben!» Bei seinen Reisen habe er erlebt, wie interessiert Muslime an Jesus seien. «Und das Erstaunliche ist: Je radikaler die Muslime sind, desto offener sind sie für Gottes Wort.» 

Gebet mit Muslimen: Offen und direkt

Nachdem Bruder Andrew vor 60 Jahren hauptsächlich Reisen in die damalige Sowjetunion und die kommunistischen Länder machte, erweiterte er seinen Blick in den 1970er-Jahren auch auf die muslimische Welt. Heute hat er enge Kontakte zu vielen Muslimen, insbesondere auch zu Terrorgruppen, die offen sind, von Jesus zu hören und ihn sogar bitten, wiederzukommen, um ihnen noch mehr zu berichten.

Der Grund hierfür: Muslime lieben Jesus. «Glauben Sie keinesfalls, dass Muslime Jesus nicht lieben. Der Koran ist voll von Jesus, nur ist Jesus da einfach ein grosser Arzt. Wenn Sie also irgendwo in der Welt auf der Strasse einem kranken Muslim begegnen, können Sie auf der Stelle mit ihm beten, denn das erwartet er von Jesus. Seien Sie offen und direkt und beten Sie für die Krankheit.»

Ein Missionar ist nicht, wer einen Ozean überquert…

Nicht selten ist er dabei in Lebensgefahr gekommen, wurde sogar festgenommen. Woher nimmt der heute 87-Jährige den Mut dafür? «Das ist kein Mut, das ist das, was Jesus den Jüngern befohlen hat. 'Geht in die ganze Welt, gebt die gute Nachricht weiter.' Warten Sie nicht auf eine Berufung, sondern gehen Sie aus Gehorsam. Wenn Gott mit Ihnen geht, wer kann dann gegen Sie sein? Es ist Blödsinn, über Mut zu sprechen. Wir sollten vielmehr Angst davor haben, es nicht zu tun!»

So wie sein Missionswerk «Open Doors» (deutsch: Offene Türen) heisse und seine Bürotür für jeden offen stehe, so möchte auch Bruder Andrew ein offenes Herz für jeden Menschen haben. «Neulich ging ich durch meine Heimatstadt und ein Obdachloser, der an der Einkaufsstrasse sass, sagte zu mir: 'Ich kenne Sie!' Ich selbst kannte ihn nicht, aber ich setzte mich neben ihn und nach nur 10 Minuten sangen wir gemeinsam Lobpreis-Lieder… Warum gehen wir nicht von Herzen auf diese Menschen zu? Wenn wir kein Auge für die Verlorenen um uns herum haben, wie können wir dann je Gottes Liebe für die Menschen empfinden, die weit weg leben? Man wird kein Missionar, wenn man einen Ozean überquert. Entweder, man ist hier Missionar, oder man ist kein Missionar!»

Muslime um Vergebung bitten

Laut Bruder Andrew liegt eine der Ursachen der radikalen muslimischen Gruppierungen bei den Christen selbst. Die Situation heute sei so schlimm, «weil wir dem Missionsauftrag nicht gehorcht haben. Wären wir gleich mit der Botschaft von Jesus losgezogen, würde die Situation heute anders sein.» Er selbst sei an den Punkt gekommen, an dem er Muslime um Vergebung bitte, weil die Christen daran gescheitert seien, sie zu erreichen. «Wer muss um Vergebung bitten? Wir! Unser Herz muss sich ändern, unsere Einstellung. Wir müssen sie lieben und sie in Gottes Reich holen!»

Webcast mit Brother Andrew:

Zur Webseite:
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Zum Thema:
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Datum: 24.11.2015
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet

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