Schönheit entdecken

Mit offenen Augen durchs Leben gehen

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Auf dieser Welt gibt es viel Schönes zu entdecken und doch ist die Schönheit oftmals unscheinbar. Um sie zu finden, muss man gar nicht weit gehen, sei es zuhause vor den Spiegel stehen oder einen kurzen Abstecher an der frischen Luft zu machen. «Verpasse nie eine Gelegenheit, etwas Schönes zu sehen – denn Schönheit ist Gottes Handschrift», sagte einst Ralph Waldo Emerson. Ein Ratgeber von Kerstin Hack.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, findet tausendundeine Gelegenheit zum Staunen. Ob es die Schönheit einer Blume ist, ein interessantes Gebäude oder die vielen verschiedenen Farben in der Iris eines Menschen. Oder – für mich – die vielen Vögel, die an meinem Hausboot vorbeikommen wie heute Morgen das niedliche Blesshuhn, das fröhlich durchs Wasser schwamm. Die Welt ist voller Wunder – und wir können sie bestaunen.

Schönheit und Spiritualität

Für mich hängen Schönheit und Spiritualität eng zusammen. Wenn ich Schönes betrachte, ahne ich etwas von der Kreativität, der Vielfalt und der Phantasie des Schöpfers, von seinem Ideenreichtum und seiner Liebe zum Leben. Wenn ich staune, ist der Weg zur Anbetung nicht weit – ein Lob auf den Lippen oder still im Herzen.

Glaube verstehe ich nicht als Befolgen starrer Regeln, sondern als Einladung zur Begegnung mit dem Lebensspender schlechthin. Mit dieser Perspektive kann man beim Staunen über die Schönheit der Welt vielfältige und interessante Gottesbegegnungen erleben.

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Kerstin Hack
Ich habe erlebt, dass lebendige Begegnungen mit dem Schöpfer sich auf den Menschen so auswirken wie das bunte Licht von Kirchenfenstern, das farbige Schatten auf denjenigen wirft, der die bunten Bilder und Geschichten aus der Nähe zu betrachtet.

Schönheit entdecken

Es gibt auf dieser Welt unendlich viel Schönes zu entdecken. Manche Schönheit fällt einem sofort ins Auge – ein besonders attraktiver Mensch, der einem auf der Strasse entgegen kommt. Oder ein beeindruckendes Naturschauspiel. Das ist Schönheit, so wie man sie erwartet und wie sie in unserer Kultur üblicherweise definiert wird. Wir haben es gelernt, bestimmte Dinge als schön zu empfinden.

Doch häufig kommt Schönheit eher unscheinbar daher. Hagebutten an einem winterlichen Dornbusch sind zauberhaft – wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzusehen und ihre spröde Schönheit zu bewundern. Die Schönheit der gesprenkelten Samen der Lupine ist aus der Nähe betrachtet ebenso überwältigend wie ein Spinnennetz, das voller Tautropfen hängt.

Schönheit ist nicht nur optisch wahrzunehmen. Alle Sinne können Schönheit empfinden. Schöne, interessante Klänge. Warme, wohlige Atmosphäre. Sanfte, zarte Berührungen, ein leckerer Geschmack. Je bewusster wir aufnehmen, was wir wahrnehmen, umso mehr werden wir beglückt. Forscher haben herausgefunden, dass 20 Sekunden aufmerksamer Betrachtung und bewussten Aufnehmens und Abspeicherns genügen, damit Glückshormone in uns ausgeschüttet werden.

Nicht zuletzt kann man sich an der eigenen Schönheit freuen. Sie kommt bekanntlich von innen. Wer ausgewogen lebt und dafür sorgt, dass Körper und Seele Raum zur Entfaltung finden, wird Schönheit ausstrahlen. Nicht unbedingt die Schönheit eines Supermodels oder eines durchtrainierten Mannes. Sondern die eigene, individuelle Schönheit und Einzigartigkeit, an der man sich erfreuen kann und die auch auf andere abstrahlt.

Praxistipps

  • Überlegen Sie sich: Welche Art von Schönheit berührt Sie sehr? Mit welchen Sinnen sind Sie stärker empfänglich? Und zu welchen Zeiten können Sie Schönheit besonders gut empfinden?
  • Hinsehen oder Hören, Riechen, Fühlen, Tasten: Üben Sie es, Schönheit bewusst wahrzunehmen und immer mal wieder 20 Sekunden lang etwas zu bestaunen.

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Datum: 05.09.2019
Autor: Kerstin Hack
Quelle: Jesus.ch

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