Geschenke & Co

Worum geht es an Weihnachten wirklich?

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Ein Video auf Facebook zeigt Kinder, die vor eine schwierige Entscheidung gestellt werden: Sie dürfen zwischen zwei Geschenken auswählen. Entscheiden sie sich für das langersehnte Spielzeug oder für ein Geschenk für die Eltern?

Normalerweise sehe ich mir nicht viele Videos auf Facebook an. Doch dieses Video machte mich neugierig, wurde es doch gleich von mehreren meiner Freunde geteilt (mit dem Rat, ein Taschentuch parat zu haben). Der Titel: «Das andere Weihnachtsgeschenk». Es geht um ein Experiment von Up TV: Kinder aus Atlanta, die der sozial schwächeren Bevölkerungsschicht angehören, bekommen zwei Geschenke vorgelegt, eines, was sie sich über alles zu Weihnachten wünschen, und eines, was sich die Mutter oder der Vater wünscht. Jedes Kind darf sich ein Geschenk aussuchen – aber nur eins. In anderen Worten, es geht X-Box versus Uhr, Barbyhaus versus LED-Fernseher, Laptop versus Goldkette.

Welches Geschenk soll es sein?

Wer weiss, vielleicht haben diese Kinder jahrelang auf dieses bestimmte Spielzeug gewartet – und nie lag es unterm Weihnachtsbaum, weil die Eltern einfach dafür das Geld nicht hatten. Viele der Familien können sich noch nicht einmal einen Weihnachtsbaum leisten. Und jetzt liegt das Geschenk vor ihnen, ein Traum geht in Erfüllung… oder? Wohl unerwartet für die meisten, fällt die Entscheidung der Mehrheit der Kinder nicht schwer. Sie entscheiden sich für das Geschenk für die Eltern, ein Ring, eine Goldkette, eine Uhr und nicht für das langersehnte Spielzeug. «Legos sind unwichtig», erklärt einer der kleinen Jungen. «Deine Familie ist wichtig! Und wenn ich mich zwischen Legos und Familie entscheiden muss, wähle ich die Familie!» Unglaublich, oder?

Weihnachten ist Geben

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Kind suchte ein Geschenk für die Mutter raus.

Darum geht es doch eigentlich an Weihnachten, um Geben und nicht Nehmen. Denn so begann alles, als Gott sich entschied, seinen einzigen Sohn Jesus auf diese Erde zu schicken, um auf diese Weise die zerbrochene Beziehung zur Menschheit wiederherzustellen. Der Apostel Johannes beschrieb das so: «Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.» (Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16)

Geben, aber was?

Gott gab. Er wünschte sich nichts, er forderte nichts, er erwartete nichts im Gegenzug, er gab einfach. Das ist Weihnachten. Gott gibt – und wir? Wie ist es mit uns? Geben wir einfach, ohne etwas im Gegenzug zu erwarten, ohne Ansprüche, ohne Erwartungen? Damit sind nicht unbedingt Geschenke gemeint. Gebe ich an Weihnachten Zeit für meine Kinder – ohne im Gegenzug zu erwarten, dass sie wenigstens an diesen Tagen gehorchen? Gebe ich bedingungslose Liebe an meine vielleicht etwas schwierigen Verwandten – ohne gewisse Ansprüche an sie zu stellen? Gebe ich Freude weiter?

Hoffnung? Wärme?

Zugegeben, das bedingungslose Geben ist nicht immer einfach. Aber Gott, der alles von sich gab, kann auch Ihnen und mir dabei helfen, sich selbst zu geben, einfach, weil Weihnachten ist. Vielleicht sogar in dem Moment, in dem man losschreien möchte, weil die Kinder etwas angestellt haben. Oder wenn ein unschöner Kommentar entwischen möchte, weil sich der angeheiratete Onkel wieder etwas geleistet hat. In dem Moment haben wir die Möglichkeit, kurz innezuhalten und ein Gebet zu sprechen: «Gott, schenk mir bitte Geduld!» oder «Gib mir bitte die richtigen Worte!» Und Gott, der immer noch gibt, wird auf das Gebet antworten und uns das geben, was wir in dem Moment brauchen. Auf diese Weise können wir an diesem Weihnachtsfest mehr geben als nur Geschenke – nämlich uns selbst!

Happy End?

Und wie ging es im Video weiter? Die Kinder, die sich für das Geschenk der Eltern entschieden haben, dürfen letztlich mit beiden Geschenken nach Hause gehen. Also ein Happy End für alle. Und so ist es auch, wenn wir uns selbst geben: Vielleicht reagiert der andere nicht wie erhofft, vielleicht sind die Kinder trotzdem bockig. Aber wir selbst werden uns besser fühlen, weil wir wissen, dass wir den richtigen Weg gewählt haben, den Weg, den Jesus gegangen ist und den Weg, auf dem Gott uns auch im neuen Jahr weiterhelfen wird.

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Datum: 15.12.2020
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Jesus.ch

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