Oikocredit gibt faire Kredite für Entwicklungsländer

Während in den letzten Jahren die Börsen tauchten, verzeichnet die internationale christliche Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit positive Rekorde. In der Schweiz flossen bisher rund 20 Millionen Franken in diese Form sozial verantwortlichen Investments. Mit dem Kapital vergibt Oikocredit faire Kredite für die Entwicklungsförderung in der Dritten Welt und in Osteuropa.

Oikocredit ist eine internationale Genossenschaft, die sich für weltweite Gerechtigkeit einsetzt, indem sie Kirchen und andere motiviert, ihre Rücklagen sozial verantwortlich zu investieren und damit benachteiligten Menschen durch Kredite eine Chance auf wirtschaftliche Eigenständigkeit zu geben.

Während die Aktien-märkte einbrachen, behielten die Anteilscheine von Oikocredit laut eigenen Angaben auch letztes Jahr ihren Wert. Trotz der Wirtschaftskrise kann die seit 1975 bestehende internationale Entwicklungsgenossenschaft wiederum die Maximaldividende von zwei Prozent bezahlen.

Einzelpersonen oder Kirchgemeinden legen an

Im Jahr 2002 verzeichnete Oikocredit einen neuen Rekord bei den Kreditbewilligun-gen, die um 24 Prozent auf 35 Mio Euro stiegen. Einzig beim Wachstum des Anteilschein-kapitals wirkte die aktuelle Wirtschaftsflaute bremsend: Nach dem starken Zufluss neuer Gelder in den letzten Jahren erhöhte sich das Oikocredit-Kapital 2002 «bloss» um rund 16 Mio Euro auf 173 Mio Euro. Vom Total kommen gut 13 Mio Euro von Anlegern aus der Schweiz, meist Einzelpersonen oder Kirchgemeinden

Die ökumenisch orientierte Genossenschaft unterstützt in Entwicklungsgebieten aller Kontinente mit fairen Darlehen kleine, mittlere und genossenschaftliche Unternehmen, die kaum Zugang zu Banken haben. «Wir wollen den Zufluss an neuem Kapital steigern», betont Oikocredit-Vizepräsident Karl Johannes Rechsteiner aus der Schweiz: «Sonst müssen wichtige und kreditwürdige Projekte zurückgestellt werden, trotz der Erfolge der Oikocredit-Arbeit.»

Fast die Hälfte der von Oikocredit vergebenen Darlehen geht an so genannte Mikrokredit-Organisationen wie alternativen Banken, Kredit-kooperativen oder Darlehenskassen. Die Entwicklungsgenossenschaft «ist weltweit wohl die grösste private Finanziererin solcher Programme, bei denen Zehntausende von Kleinstunternehmen dank Darlehen im Wert von oft unter 100 Franken eine neue wirtschaftliche Basis gewinnen».

Oikocredit unterstützt solche Finanzprogramme und andere produktive Genossenschaften mit Krediten ab 50 000 bis zwei Mio US-Dollar in 65 Ländern der Erde – von Indonesien über Guatemala bis zu Südafrika oder Rumänien.

Zur Philosophie gehören die Förderung ökologischer Projekte oder die Beteiligung der Frauen in den Unternehmen. Bisher bezahlten die Partnerinnen und Partner über 90 Mio Euro an Krediten zurück. Die Verluste aus der Arbeit in diesem risikoreichen Wirtschaftsbereich konnten immer aus eigenen Reserven gedeckt werden.

Oikocredit deutsche Schweiz erwartet auch im laufenden Jahr ein Wachstum von über zehn Prozent bei den neuen Investitionen.

Webseite: www.oikocredit.org

Quelle: Oikocredit/RNA

Datum: 25.08.2003

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