Mit einer christlichen Ethik erfolgreich Geschäfte machen

Sind Christen bessere Führungskräfte? Ein Unternehmer schickt seinen Beschäftigten Kurznachrichten mit Psalmen, ein anderer betet mit Mitarbeitern in Notlagen - christliche Chefs wollen auch im harten Geschäftsalltag ihre religiöse Prägung aufrechterhalten.

"Letztlich geht es um den Grundwert des Vertrauens. Dieser Wert, ist in der Ökonomie unglaublich wichtig und bringt bares Geld", mahnt Ulrich Hemel, Vorstandsvorsitzender der Paul Hartmann AG. Müsse ein Unternehmen mit dem Missbrauch von Vertrauen durch Geschäftspartner oder Mitarbeiter rechnen, dann sei es gezwungen, viel Geld für Kontrolle auszugeben.

"Ein Manager mit einer christlichen Ethik kann sehr erfolgreich Geschäfte machen", argumentiert der Chef der Paul Hartmann AG, ein Hersteller von Medizin- und Hygieneprodukten mit weltweit rund 10.000 Mitarbeitern. Christentum und Wirtschaft seien durchaus keine Gegensätze. Die christliche Lehre legitimiere das wirtschaftliche Handeln durch den so genannten Weltgestaltungsauftrag.

"Es geht Managern nicht einfach nur um Gewinnmaximierung." Wäre das die einzige Maxime, müssten viel mehr Menschen in das Geschäft mit Drogen, Prostitution und Waffenhandel einsteigen, so der Theologe. Sie müssten nur ihr Risiko minimieren, erwischt zu werden. "Es gibt sehr wohl Grenzen des Gewinnstrebens."

Manche christlich geführten Unternehmen stellen Werte auf, die etwa besagen "Du sollst die Hände von schmutzigem Geld lassen" oder "Das Unternehmen muss Menschen in aller Welt helfen".

Den Einwand vieler Manager, die Verpflichtung auf den Shareholder-Value lasse ihnen nicht viele Freiräume für christliches Verhalten, lässt Hemel nicht gelten: "Viele Menschen neigen dazu, sich vorsorglich selbst zu zensieren." Der Spielraum sei grösser, als viele dächten. "Zum wirtschaftlichen Handeln gehört auch, herauszufinden, wo die Grenzen sind."

Auch in anderen Ländern basierten Werte und Normen auf der dort üblichen Religion, berichtet der Manager. Viele Führungskräfte unterschätzten deren Bedeutung für das Geschäftsleben im Zuge der Globalisierung und berücksichtigten diese Unterschiede nicht bei ihren Verhandlungen in diesen Staaten.

Glaube an die Führung Gottes

Mit Gottes Hilfe, so sagt der Unternehmer Friedhelm Loh, habe er bis heute ein Vermögen von einer Milliarde Euro angehäuft. Loh erreicht mit seiner Unternehmensgruppe jährlich ein Wachstum, von dem börsennotierte Unternehmen nur träumen können. Geholfen hat ihm dabei seine aussergewöhnliche Firmenphilosophie: Loh gründet seinen Erfolg auf christliche Grundsätze.

"Ich glaube an die Führung Gottes", so Loh weiter. Der Glaube helfe ihm, die Aufgaben zu erfüllen, die Gott ihm auferlegt habe - doch der Glaube allein mache noch nicht erfolgreich. Allerdings helfe ihm das Beten vor Entscheidungen "mehr Klarheit" zu gewinnen.

"Wer viel hat, muss viel geben"

Der deutsche Unternehmer Heinz-Horst Deichmann, ist Schuhhändler, Arbeitgeber, Milliardär, Honorarkonsul von Indien und bekennender Christ.

Über vier Millionen Euro jährlich steckt Deichmann in sein Projekt, das verwahrloste Kinder, Prostituierte und Leprakranke betreut. "Wer viel hat, muss viel geben" lautet eine der christlichen Maximen. "Gott", sagt der grösste Schuheinzelhändler Europas weiter, "wird mich am Ende nicht fragen, wie viele Paar Schuhe ich verkauft habe. Er wird wissen wollen, ob ich wie ein wahrer Christ gelebt habe."

Datum: 13.08.2003
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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