Jesus Christus – die “erfolgreichste Führungspersönlichkeit der Geschichte”

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Horst Marquardt, 73, verheiratet, 4 erwachsene Kinder, von 1960 bis 93 beim Evangeliums-Rundfunk in Wetzlar (Leitung), von 1994 bis 97 Internationaler Direktor von Trans World Radio (TWR) für die GUS (frühere Sowjetunion), den Mittleren Osten und Afrika. Gründer und Vorsitzender des Informationsdienstes der Evangelischen Allianz
Hannover. Die derzeitige Wirtschafts- und Wertekrise hat dazu geführt, dass die Menschen auf eine bessere Zukunft vertröstet werden. “Alle warten darauf, dass irgendwie, irgendwann der Aufschwung kommt, aber kaum einer ist bereit, jetzt die notwendigen Schritte zu tun.” Das sagte der Vorsitzende der Nachrichtenagentur idea, Pastor Horst Marquardt, am Eröffnungstag des 3. Kongresses christlicher Führungskräfte in Hannover vor Journalisten.

Marquardt ist überzeugt, dass Christen in der derzeitigen kritischen Situation eine besondere Bedeutung zukommt. “Der Glaube an Gott gibt eine Perspektive, die über die nächste Quartalsbilanz und über die nächste Landtagswahl hinausgeht. Er macht denen Mut, die in der Klemme sitzen. Und er hilft den Erfolgreichen, dass sie die Bodenhaftung nicht verlieren.”

Für Christen in Kirchen und Gemeinden sei wichtig, dass sie ihren Glauben ansteckend und gewinnend lebten. Von der Wirtschaft sollten sie modernes Management und effektiveres Arbeiten lernen. Marquardt: “Hier haben Christen noch einiges aufzuholen.”

Kirchenaustritte müssen auch Unternehmer beunruhigen

Tempus-Geschäftsführer Jörg W. Knoblauch stellte einen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und ethischer Krise her: “Erst verlieren wir unsere Werte, dann verlieren wir unseren Wohlstand.” Gegen Schwarzarbeit, Korruption und Betrug stünden die Werte des Evangeliums. Deshalb seien Kirchenaustritte nicht nur für Bischöfe beunruhigend, sondern auch für Unternehmerverbände. In Betrieben sei mehr Gottvertrauen und christlicher Optimismus gefragt.

Demut und Disziplin

Jesus Christus war nach Ansicht des Unternehmensberaters Paul Donders (Utrecht) die erfolgreichste Führungspersönlichkeit in der Menschheitsgeschichte. In den drei Jahren seines Wirkens habe Jesus seine zwölf Jünger hervorragend ausgebildet. Als Konsequenz hätten die ersten Christen durch ihren Glauben und ihr Handeln die damalige Welt völlig verändert und die Grundlagen für die europäische Kultur gelegt. Das Grundprinzip des Erfolges Jesu habe darin bestanden, dass er “seine Mitarbeiter erfolgreich machte”. Dieser Grundsatz der Menschenführung sei auch nach 2.000 Jahren uneingeschränkt gültig, so Donders.

Donders, der zum Thema “Mitarbeiter fordern und fördern” sprach, ist Leiter des “Power Management Teams”, einer Beratungsorganisation, die in neun Ländern Europas tätig ist. Nach seinen Worten sind Demut und Disziplin wichtige Charaktereigenschaften, die eine Führungskraft haben sollte. Der “Mut zu dienen” erfordere Respekt, Vergebungsbereitschaft und die Offenheit, von anderen zu lernen.

Zur Disziplin gehöre der verantwortliche Umgang mit Geld, Macht, Gesundheit und Zeit. Der Unternehmensberater verwies darauf, dass es in der Bibel an 2.650 Stellen im weiteren Sinne um Geld gehe. Donders: “Wer nicht mit Geld umgehen kann, kann auch nicht mit Macht umgehen.”

Vergleiche sind “Glückskiller”

Als einen der grössten “Glücks- und Kreativitätskiller” nannte Donders, sich ständig mit anderen vergleichen zu müssen. Dies führe zu dauerhafter Unzufriedenheit, weil man immer Menschen wahrnehme, denen es noch besser gehe. Er empfahl christlichen Führungskräften ferner, sich ausreichend Zeit für die geistliche Besinnung zu nehmen: “Der Sonntagmorgen ist dafür nicht genug.” Angesichts eines Lebens, “das vollgeknallt ist mit Information”, könne die regelmässige Stille vor Gott helfen, zur Ruhe zu kommen und das “richtige Mass für die eigenen Möglichkeiten zu erkennen”.

Das Auto oder das Büro als “Ort der Anbetung” nutzen

Für Führungskräfte mit knapp bemessener Zeit könne das Auto ein “Ort der Anbetung Gottes” sein oder das Büro in der Mittagspause. Manche Christen hätten sich dazu eine Ecke mit einer Kerze eingerichtet, die sie während ihres Gesprächs mit Gott entzündeten. Donders regte an, dass Chefs mindestens einmal pro Monat für ihre Mitarbeiter beten.

64 Prozent mehr Teilnehmer

Rund 2200 Teilnehmer, vornehmlich aus Wirtschaft und Kirche, besuchen den Kongress in Hannover. Das Interesse an Kongressen christlicher Führungskräfte ist sprunghaft gestiegen. Verzeichnete der letzte Kongress 2001 in Kassel noch 1.400 Teilnehmer, so kommen in Hannover rund 2200 Führungskräfte zusammen - eine Steigerung um 64 Prozent. Jeder vierte Teilnehmer ist weiblich. Rund 60 Prozent gehören einer evangelischen Landeskirche an, knapp acht Prozent sind katholisch. Aus der Schweiz sind rund 30 Teilnehmer angereist, es sind aber auch Gäste aus Singapur, Paraguay, Russland und den USA beim Kongress.

Datum: 20.01.2003
Quelle: idea Deutschland

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