Auch Börsen brauchen Grenzen und Moral

Berlin. Kapitalismus und Börsen können nach Auffassung des deutschen Bischofs Reinhard Marx ohne Regeln, Grenzen und Moral nicht auskommen. Wer die Gier zur wesentlichen Voraussetzung des Marktes erkläre, habe wohl etwas vergessen, sagte der katholische Bischof von Trier im Berliner "Tagesspiegel". Ein solches Denken führe unweigerlich zu Auswüchsen wie der gegenwärtig bekannt werdenden Manipulation von Bilanzen.

Ungehemmte Gier sei langfristig auch wirtschaftlich unvernünftig, fügte der ehemalige Professor für Soziallehre hinzu. Das Rad an der Börse sei in den vergangenen Jahren zu schnell gedreht worden. Banken handelten "wie Hasardeure", wenn sie Firmen an die Börse brächten, die dort eigentlich nicht hingehörten. Die "klassische Kaufmannsmoral" scheine zu verblassen. "Wilde Spekulation ist Sünde", unterstrich Marx. "Der Besitz von Aktien ist es per se nicht."

Datum: 12.08.2002
Quelle: KIPA

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