Tiefster Stand seit 1963

Grossbritannien: Es wird viel weniger geschieden

Wenn in Grossbritannien heute ein Paar heiratet, ist die Chance, dass die Ehe Bestand hat, viel grösser als sie bei seinen Eltern in den 80er Jahren war. Das hat eine neue Studie herausgefunden.

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Laut der «Marriage Foundation» (Stiftung für die Ehe) werden heute 35 Prozent der Ehen, die geschlossen werden, in der Zukunft wahrscheinlich wieder geschieden. Das ist der tiefste Risikofaktor seit 1963, wo die Scheidungsrate bei 28 Prozent lag. Damit gehen junge Menschen heute mit deutlich grösserer Sicherheit eine Ehe ein als ihre Eltern: zwischen 1986 und 1989 lag die Scheidungsrate bei 44 Prozent aller geschlossenen Ehen.

Veränderte Erwartungen

Die Zahlen wurden zu Beginn der nationalen «Marriage Week» bekanntgegeben, die in der letzten Woche stattfand. Harry Benson, Leiter der Forschungsabteilung der «Marriage Foundation», erklärte den Rückgang der Scheidungsrate mit veränderten sozialen Erwartungen an die Ehe. «Der grosse Rückgang der Scheidungsrate zeigt, dass die gegenwärtige Generation ihre Verpflichtung bei der Eheschliessung viel ernster nimmt als die Generation ihrer Eltern», deutet Benson die Zahlen. «In den 80ern und 90ern heirateten Paare oft aus sozialem Druck, unstabiles Zusammenleben voreilig in eine Ehe umzuwandeln, bevor sie dazu bereit waren.» Dieser Druck sei heute so nicht mehr da. «Das Ergebnis ist, dass heutige Ehen praktisch so stabil sind wie die ihrer Grosseltern.» Aber während die Sicherheit der Ehe zunimmt, sei das blosse Zusammenleben «unstabil und riskant wie immer».

Wichtigster Faktor für das Glück des Kindes

Sir Paul Coleridge, Gründer der «Marriage Foundation» und früherer Richter am Obersten Gerichtshof, erwartet, dass diese Zahlen die Ehepolitik der Regierung beeinflussen. «Zum Start der Marriage Week 2019 ist es wirklich ermutigend, dass die Scheidungsraten so gefallen und jetzt stabil sind», erklärte Coleridge. «Das gleiche gilt für die Eheschliessungen. Der eine absolut wichtige Faktor für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist die stabile Beziehung der Eltern. Informelles Zusammenleben wird nie die gleiche Familienstabilität bewirken wie eine verpflichtende Beziehung mit legaler Sicherheit, d.h. die Ehe. Beziehungen, wo man einfach zusammenlebt, scheitern dreimal mehr.»

«Wenn Regierungen nur diese Fakten zur Kenntnis nehmen würden, die ihnen jedes Jahr geradezu ins Gesicht starren und ohne Furcht die Vorteile der Ehe unterstützen würden, würden die sozialen Probleme, die mit der Familie zusammenhängen, deutlich zurückgehen», ist Coleridge überzeugt: «Kinder, Teenager und die ärmeren sozialen Schichten würden davon am meisten profitieren, aber eigentlich wir alle».

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Datum: 20.05.2019
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Today

Kommentare

In Zeiten grösserer Auflösungserscheinungen der Ehe wurde dieser Sittenzerfall gerne als ein Anzeichen der baldigen Wiederkunft Christi gedeutet. Das hat jedoch keine biblische Basis, genauso wenig wie der gegenteilige Schluss: Bei abnehmenden Scheidungszahlen sei das Ende wohl noch weit entfernt. In seiner Endzeitrede in Matthäus 24 spricht der Herr Jesus davon, dass in der Endzeit die Achtung von Gottes Geboten und die Liebe abnehmen. Von einem Ende der Ehe ist nicht die Rede, im Gegenteil: Er vergleicht die Zeit vor seiner Wiederkunft mit der Zeit vor der Sintflut, wo die Menschen bis zum Schluss «assen, tranken und heirateten». Der Glaube ist auch für die Ehe die wichtigste Grundlage.

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