«familylife»-Beziehungsimpulse

Wer liebt, gibt sein Gegenüber frei

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Der Arbeitszweig «familylife» von Campus für Christus gibt Beziehungsimpulse für Wenigleser. Im aktuellen Blog geht es um notwendige Freiräume des Partners in einer Beziehung.

Es gibt diese Paare, die scheinbar in vollkommener Harmonie leben und ein Herz und eine Seele sind. Sie machen alles zusammen und sind sich immer einig. Man könnte meinen, die beiden seien zu einer einzigen Person verschmolzen.

Als Individuen gemeinsam unterwegs!

So romantisch diese Form der Beziehung auch scheint, in einer solchen symbiotischen Paarbeziehung geht viel verloren. Alle Charaktereigenschaften, Interessen und Beziehungen, welche nur einer der beiden hat, werden dem Partner zuliebe stumm geschaltet. Wenn sie beispielsweise grosses Interesse am Schachspielen hat, er aber nicht, wird einfach nicht mehr Schach gespielt. Oder wenn er einen guten Freund hat, der ihr aber nicht passt, versandet dieser Kontakt nach und nach. Oder wenn sie Energie und Inspiration tankt, in dem sie sich allein zurückzieht, wird sie nun halt mit weniger Energie und Inspiration auskommen müssen. Man findet sich beim kleinsten gemeinsamen Nenner wieder und verliert eine ganze Menge an Gestaltungsmöglichkeiten. Schlussendlich geht jegliche Individualität verloren. Statt dass sich dank dem Partner neue Horizonte auftun, wird die uns zugängliche Welt immer kleiner und enger.

Wenn ich rund um die Uhr mit meiner Ehefrau zusammen sein will, weil es mir so wohl dabei ist, ist das ganz schön egoistisch. Ich raube ihr damit nämlich viele Entwicklungsmöglichkeiten und Erfahrungen, welche ausserhalb unserer Beziehung auf sie warten würden. Wenn ich hingegen das Beste für meine Frau will, muss ich sie auch immer wieder ziehen lassen. Es gilt: Wer seine Partnerin oder seinen Partner liebt, gibt sie oder ihn frei. Das wird dazu führen, dass beide Partner wieder neue Erfahrungen und Geschichten in die Beziehung einbringen können und die Beziehung spannend bleibt.

Eine echte Entscheidung zur Liebe geschieht in Freiheit

Selbstverständlich ist es immer eine Frage des Masses. Genauso ungesund wie immer beisammen und einer Meinung zu sein ist das Gegenteil, sich nie zu sehen und dauernd Meinungsverschiedenheiten zu haben. Doch jeder Mensch steht entweder in der Gefahr, in der Tendenz zu verbunden oder zu unabhängig zu werden.

Auf der Grundlage der Freiheit kann dann auch eine echte freiwillige Entscheidung zur Liebe für das Gegenüber als andersartiges und eigenständiges Individuum getroffen werden. Dr. Manfred Engeli drückt es so aus: «Wenn wir geliebt werden wollen, müssen wir unser Gegenüber freigeben. Wenn wir einen Menschen lieben wollen, dann müssen wir ihm gegenüber innerlich frei sein.»

Zum Blog:
FamilyLife

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Datum: 14.03.2019
Autor: Marc Bareth
Quelle: Livenet / FamilyLife

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