Wahrheit als Chance

Meine Ehe macht mich nicht mehr glücklich

Alltag – das ist wohl das Unromantischste was es gibt! Wenn die Gewohnheit die Schmetterlinge vertrieben hat, sind schon manche etwas desillusioniert mit der Erkenntnis aufgewacht: Meine Ehe macht mich nicht mehr glücklich. Und was jetzt?

Zoom
Am Anfang ist alles so aufregend. Die Endorphine versetzen einen in einen regelrechten Rausch. Der andere braucht nichts zu tun, man ist einfach nur glücklich, dass es ihn gibt.

Aber mit den Jahren verblasst die rosarote Brille. Und plötzlich hat der andere seltsame Wesenszüge. Charaktereigenschaften, die einem selbst völlig fremd sind. Manches nervt. Statt dem Glücksgefühl ist jetzt der Alltag eingekehrt. Wie desillusionierend!

Muss Ehe glücklich machen?

«Ja!», möchte man jubeln, denn wir leben in einer Gesellschaft, in der Glück das höchste Gut ist. Wir tun alles dafür, um glücklich zu sein – und der richtige Partner gehört da doch auch dazu, oder?

In seinem Buch «Sacred Marriage» stellt der Autor Gary Thomas eine gewagte These auf. Er sagt: «Gott hat die Ehe nicht erfunden, um mich glücklich zu machen. Sie ist vielmehr eine Chance, dass ich zu der Person geformt werde, die ich sein soll.»

Klingt erst einmal enttäuschend. Aber liegt man vielleicht einer Täuschung auf, wenn man hofft, durch einen Partner dauerhaft das grosse Glück zu finden? Ist es, ganz ehrlich, nicht zu viel verlangt, von einem anderen etwas zu erwarten, was man nicht einmal alleine hinbekommt?

Wer in seiner Beziehung desillusioniert aufwacht, sollte sich freuen. Denn wie soll eine Ehe halten, die auf eine Illusion gebaut ist? Genau jetzt ist der Zeitpunkt, der Beziehung ein besseres Fundament zu geben.

Sich auf Liebe einlassen

Liebe ist mehr als ein Gefühl – und das ist gut so. Denn Gefühle sind trügerisch und leicht beeinflussbar, zum Beispiel durch Stress, Wetterlage oder Hormonstand. Liebe geht tiefer.

Im Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers 13, hat Jesus gesagt: «Die grösste Liebe beweist jemand, der sein Leben für die anderen hingibt.» Huch, das ist schon ganz schön konträr zu dem, was wir und unsere Wohlfühl-Gesellschaft über Liebe denken. Das klingt anstrengend. Aber es ist ehrlicherweise näher am Alltag als irgendwelche Hollywood-Romanzen.

Liebe bedeutet Hingabe und das ist herausfordernd. Aber wer bereit ist zu geben und nicht mehr auf das schielt, was er bekommt, hat den Weg der wahren Liebe betreten. Sich auf Liebe einzulassen, ist eines der wenigen Dinge die sich im Leben immer lohnen.

Wie aus den Schwächen des Partners meine Chance wird

Es scheint paradox, aber die Unzulänglichkeiten meines Partners können meine grosse Chance sein, denn sie decken auch meine eigenen Schwächen auf. Und hier wird es spannend, denn jetzt kann ich anfangen, an mir zu arbeiten und mich formen zu lassen.

Zum Beispiel: Es nervt mich, dass er so perfektionistisch ist und sich im Detail verliert. Mangelt es mir vielleicht an Geduld? Fehlt es mir an Vertrauen, dass er es schon richtig macht? Oder bin ich lieblos, nur weil jemand anders ist als ich?

Wenn Sie sich das nächste Mal über Ihren Partner ärgern, dann überlegen Sie, welche Unzulänglichkeiten Sie in sich tragen, dass Sie das jetzt so aufregt. Bitten Sie Gott, dass er Ihnen zeigt, was Sie brauchen und Ihnen hilft, sich zu verändern.

So kann anstelle von wankelmütigen Gefühlen echtes Glück in Ihre Ehe einziehen.

Zum Thema:
Partnerschafts-Killer: Bevor der Stress euch scheidet...
Glücklich verheiratet: Fünf hilfreiche Tipps aus der Bibel
Saddleback-Pastor Tom Holladay: Vier Entscheidungen für eine lebenslange Ehe
Konstruktive Kommunikation; Miteinander reden – gerade, wenn es nicht leicht ist

Datum: 11.10.2015
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige