Frei sein

Die Kunst zu vergeben

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«Vergeben». Das klingt fromm und ungewohnt. Aber es ist eines der wichtigsten Dinge, die man lernen sollte. Wer nicht vergeben kann, schadet sich selbst am Meisten. Vergebung macht frei und ist der erste Schritt für einen Neuanfang. Hier ein paar Tipps, wie man vergeben lernen kann.

Vergebung ist kein Gefühl sondern eine Entscheidung. Ringen Sie sich – auch in noch schmerzvollen Phasen – durch, zu vergeben. Warten Sie nicht darauf, bis sich der Täter bei Ihnen entschuldigt. Sie dürfen unabhängig von anderen die Entscheidung treffen zu vergeben und damit den Prozess der Heilung in Gang setzen. Wer vergeben kann, wird wieder unbeschwert durchs Leben gehen.

Machen Sie sich bewusst, was passiert, wenn Sie nicht vergeben: Sie binden sich an den Täter, weil Sie nicht aus der Opferrolle heraustreten. Sie geben Hass und Bitterkeit Raum in Ihrem Leben. Und Sie laufen in Gefahr, dass das, was Ihnen angetan wurde, auch Ihr Verhalten prägt.

Machen Sie sich Ihre Situation bewusst

Gestehen Sie sich ein, dass Sie verletzt wurden. Reden Sie die Tat nicht klein, verleugnen Sie nicht Ihren Schmerz. Sie müssen keine Gründe suchen, die den Täter verteidigen. Lassen Sie Wut, Ärger und den Schmerz, der Ihnen zugefügt wurde, zu. Und dann treffen Sie die Entscheidung, vergeben zu wollen.

Sprechen Sie Vergebung aus

Auch wenn sich alles in Ihnen sträubt, überwinden Sie sich und sprechen Sie Vergebung laut aus. Vergeben Sie der Person nicht allgemein, sondern sprechen Sie genau die Tat an und was das mit Ihnen gemacht hat: «Ich vergebe X, dass er mir Y angetan hat. Ich vergebe ihm, dass er mich dadurch blossgestellt, verletzt, mir geschadet hat...»

Wenn Sie die Worte nicht über die Lippen bringen, bitten Sie Gott, dass er Ihnen hilft, vergeben zu können. Bitten Sie ihn auch, dass diese Worte der Vergebung in Ihrem Leben wahr werden.

Vergebung ist ein Prozess, der sehr lange dauern kann. Negative Gefühle und Verletzungen verschwinden nicht gleich mit der Entscheidung zu vergeben.

Vergeben Sie immer wieder

Wann auch immer Sie sich mit Schmerz oder Bitterkeit an eine Situation erinnern, vergeben Sie. Und wenn das mehrmals an einem Tag sein sollte, sprechen Sie immer wieder Vergebung aus. Machen Sie das so lange, bis Sie merken, dass sich Ihre innere Verkrampfung löst. Haben Sie Geduld mit sich, wenn das länger dauert, als Sie dachten.

Gott hat versprochen, uns einen Frieden zu schenken, der alle Vernunft übersteigt (in der Bibel, Philipper, Kapitel 4, Vers 7). Bitten Sie Gott, dass er Sie statt mit Bitterkeit mit diesem Frieden erfüllt.

Zum Thema:
Dossier «Vergebung»
Umgang mit Wunden: Verletzt - und jetzt?
Die Wut: Mein ständiger Begleiter
Guter Vorsatz: «Ich will mich ändern!»

Datum: 23.03.2014
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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