«Macht euch keine Sorgen»

Sinnvoll oder naiv?

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Jesus rät den Menschen in der Bibel in der Bergpredigt: „Macht euch keine Sorgen!" Das klingt naiv. In einer Zeit des leichten Zugriffs zu allen möglichen Informationen, der Planungen und der Versicherungen für alle Fälle und jeden Fall, erscheint ein solcher Rat als nicht besonders lebensnah. Sollen wir wirklich so dumm sein, nicht über das Morgen nachzudenken?

Natürlich kann man planen, Dinge abwägen oder sich auf etwas vorbereiten. Aber „sorgen" ist etwas anderes: Da, wo man besorgt ist, wo man sich viele Gedanken macht, geht es meist um mehr als um die eigentliche Sache.

Tief sitzende Angst

Hinter quälenden Sorgen steckt nicht selten eine tief sitzende, grosse und bohrende Angst, die dem einzelnen oft nicht einmal bewusst ist: Angst vor einem Unglück, Angst vor Versagen oder Ablehnung. Letztlich ist es die Angst um die eigene Existenz und die von Menschen, die man lieb hat. Es gibt vieles, was die Zukunft betrifft, was wir nicht in der Hand haben. Oft werden dann schwer fassbare Ängste zu grossen Alpträumen, mit der wir, wie mit einem schweren Rucksack, herumlaufen.

Zu Ende denken

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Jesus sagt: "Wenn Du willst, bin ich für Dich da."
Es kann schon eine Riesenhilfe für ein Sorgen-Problem sein, wenn man die Sorge bzw. die Angst bis zu einem möglichen schlimmen Ergebnis zu Ende denkt. Oft macht sich dann eine überraschende Ruhe breit, weil auf einmal deutlich wird, das selbst der schlimmste Ausgang einer Sache, eines Gesprächs, eines Konflikts oder einer schwierigen Aufgabe tatsächlich nicht so schlimm ist, wie die Angst, die man davor hat.

Mehr als Rundum-Sorglos-Paket

Jesus sagt in seiner Rede über das Sorgen aber noch mehr: „Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid?" Also doch ein naives in den Tag leben? Nein, Jesus bietet den Menschen im Kern keinen psychologischen Rat oder ein Rundum-Sorglos-Paket, sondern nicht weniger als sich selbst.

Er sagt nicht nur, „Sorge Dich nicht!", sondern noch viel mehr: „Wenn Du willst, bin ich für Dich da. Wenn Du mit mir lebst, bist Du nicht mehr allein mit Deinen Sorgen und Ängsten, dann bin ich mit Dir und Du stehst damit auf einem Boden, der Dir eine Sicherheit gibt, die Du noch nicht erlebt hast, eine Sicherheit und Ruhe, die nur ich Dir geben kann." Dass ist die Botschaft, die Jesus für unsere Ängste und Sorgen hat.


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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