Lebensglück

„Ich bin, was ich leiste?“

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„Mein Leben lang habe ich unter den hohen Ansprüchen meiner Eltern gelitten. Nie konnte ich ihnen wirklich etwas recht machen.“

„Dennoch habe ich irgendwann meinen eigenen Weg gefunden. Ich habe nicht studiert, obwohl das eigentlich ihr Wunsch war, und habe stattdessen eine Lehre gemacht. Heute bin ich in meinem Beruf als Bankangestellte recht erfolgreich. Dennoch bin ich nie wirklich zufrieden mit mir. Ständig treibe ich mich zu höheren Leistungen an. Und wenn ich sie erreicht habe, bin ich doch nicht wirklich glücklich. Gerade als Christin weiss ich, dass Leistung nicht den Wert eines Menschen bestimmt. Aber dieses Denken ist so tief in mir verankert, dass ich kaum entfliehen kann!“

Sie haben sich schon intensiv mit Ihrem Lebensthema auseinandergesetzt und Wege gesucht, sich vom erlernten Leistungsdenken zu distanzieren. Das wird aus Ihren Zeilen deutlich spürbar, und Sie dürfen sich an dem bisher Erreichten freuen.

Übernehmen Sie Verantwortung für sich

Sie beschreiben, dass Sie Ihr Leben lang unter den Ansprüchen der Eltern gelitten haben. Es ist zweifellos so, dass diese Anspruchshaltung der Eltern Sie als Kind stark prägte und sich in Ihrem Erleben bis heute auswirkt. Dennoch sind es heute nicht mehr die Ansprüche der Eltern, sondern Ihre eigenen, unter denen Sie leiden. Übernehmen Sie als erwachsene Frau die Verantwortung für das, was Sie sich zu Eigen gemacht haben. Zunächst geht es darum, das beschwerliche Leistungsdenken als Teil Ihrer Persönlichkeit anzunehmen. Erst was als Realität akzeptiert wird, kann sich auch verändern.

Jesus Christus ist Ihr stärkster Verbündeter

Als Christin wissen Sie, dass Ihr Wert nicht von Ihrer Leistung abhängig ist. Ermutigt Sie dieses Wissen oder verstärkt es Ihr Gefühl des Versagens? Prüfen Sie, welche Vorstellungen in Ihnen lebendig sind, zum Beispiel: „Solange ich noch darin feststecke, bin ich als Christ nicht gut genug. Das Leistungsdenken steht zwischen mir und Gott!“ Solche Vorstellungen malen ein Bild vor unserem inneren Auge: Wir „sehen“ das Leistungsdenken als Mauer zwischen uns und Jesus und wir mühen uns ab, ihm näher zu kommen. Doch dieses Bild ist falsch. Ihre geistliche Realität ist eine andere: Jesus steht unmittelbar bei Ihnen, ist mit Ihnen verbunden, nimmt Anteil, wenn das Leistungsdenken belastet! Es ist die „Mauer“, die alleine dasteht. Sie haben einen Verbündeten auf der Suche nach einem neuen Weg. Ob Sie sich schon ganz oder erst ein wenig vom Leistungsdenken abwenden können, ändert nichts an der Nähe Jesu. Das darf Sie ermutigen.

Nehmen Sie Abschied von unrealistischen Lebenszielen

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Sie werden feststellen, dass Zufriedenheit und die Erfahrung von Akzeptanz nur selten mit einer besonderen Leistung Ihrerseits zusammenhängen.
Sie treiben sich zu immer höheren Leistungen an; was möchten Sie erreichen? Manche erhoffen sich uneingeschränkte Bewunderung und Aufmerksamkeit, vollkommenes Glück oder umfassenden inneren Frieden. Solche im Leistungsstreben verborgene Ziele sind unerreichbar: Keine Leistung kann dauernde Zufriedenheit oder uneingeschränkte Beachtung verschaffen. Dies wird uns erst im vollendeten Gottesreich geschenkt. Es ist wichtig, dass wir solch überzogene Ziele Jesus Christus im Gebet bewusst zurückgeben. Dieser Schritt kann traurig stimmen, ist es doch auch ein Stück Abschied von einem Lebenstraum – und von der Hoffnung, die uneingeschränkte Achtung Ihrer Eltern doch noch zu gewinnen. Doch es ebnet den Weg für neue Erfahrungen.

Streben Sie nach neuen Erfahrungen

Bitten Sie Gott um eine neue Sicht und beginnen Sie aufmerksam wahrzunehmen, was Ihnen im Verlaufe eines Tages alles geschenkt wird. Führen Sie Tagebuch und halten Sie Momente der Zufriedenheit fest, Begegnungen, bei denen Sie Annahme spürten, Situationen, in denen Sie sich wohl fühlten. Sie werden feststellen, dass Zufriedenheit und die Erfahrung von Akzeptanz nur selten mit einer besonderen Leistung Ihrerseits zusammenhängen. Sie müssen nicht aufhören, etwas zu leisten und Dinge gut machen zu wollen – aber Sie dürfen aufhören, davon Ihr Lebensglück zu erwarten.


Autor: Monika Riwar
Quelle: Neues Leben

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