Eine grosse Veränderung

Zufrieden alt werden

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„Nun hat mich Gott bis heute in allen Höhen und Tiefen des Lebens begleitet und mir 61 Jahre geschenkt. Ehrlich gesagt, ganz so alt fühle ich mich noch nicht. Aber ich muss zugeben, dass der Gedanke, nur noch zwei Jahre arbeiten zu müssen, etwas Schönes ist. Gleichzeitig habe ich aber auch ein wenig Sorge um das, was danach kommt.“

„Natürlich höre ich von Freunden und denen, die schon im Ruhestand sind, zahlreiche Tipps. Doch habe ich das Gefühl, dass diese Hinweise zwar auf jene zutrifft, doch bei mir vieles anders liegt. So möchte ich Sie fragen, ob Sie allgemeinere Vorschläge haben, die man für ein ‚gutes Altern‘ beachten sollte. Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden.“

In der Tat gibt es eine Menge an Büchern zu diesem Thema. Häufig sind es allerdings Darstellungen von persönlichen Lebenserfahrungen der Autoren. Tatsächlich muss aber jeder seinen eigenen Weg herausfinden.

1. Finden Sie Ihre eigene Identität!

Damit meine ich die Frage, wie Sie heute über sich und über Ihr Leben denken. Wie geht es Ihnen mit all den Siegen, Niederlagen, den Enttäuschungen und Hoffnungen, die hinter Ihnen liegen? Gibt es eine neue Perspektive? Welchen Sinn möchten Sie den Jahren, die vor Ihnen liegen, geben?

Hier ist es ganz wichtig, wie Sie mit Schuld umgehen werden. Schuld anderer an Ihnen, aber auch Schuld von Ihnen an anderen. Verzeihen und Vergeben werden zu wichtigen Themen, um diese Lebensphase gut zu meistern. Ein anderes ist die Dankbarkeit. Was habe ich im Leben bekommen und von wem? Legen Sie ruhig einmal eine Liste mit Namen von Menschen an, die Ihnen nahe sind oder waren. Welche „Helden” hat es für Sie gegeben, welche Vorbilder oder Gegner? Hier könnte eine Quelle zur Dankbarkeit liegen: Was habe ich im Leben bereits bekommen und von anderen gewonnen?

2. Entscheiden Sie selber, was Sie tun wollen!

Viele Jahre mussten Sie „funktionieren”. Jetzt kommt eine Zeit, in der Sie mehr als früher selber bestimmen können: Wie teile ich meine Zeit ein? Wie verteile ich mein Geld? Diese Unabhängigkeit und Selbstbestimmung wird für einen Menschen, der als Christ leben möchte, immer aus der Verantwortung vor Gott kommen. Und hier müssen die Jüngeren den Älteren wirkliche Freiheit zubilligen. Wir sind nicht auf dieser Erde, um so zu sein, wie die anderen es haben wollen. Und dies gilt ganz besonders für Menschen in der so genannten „dritten Lebensphase”. Jetzt muss ich nicht mehr von einer Verpflichtung in die andere geraten, die mir eigentlich zu viel ist.

3. Beginnen Sie frühzeitig damit, neue Kontakte zu knüpfen!

Die vor ihnen liegende Zeit wird unter anderem davon geprägt sein, dass Sie immer wieder gute Freunde, Verwandte und Bekannte aus Ihrer Generation verlieren werden. Es gibt Menschen, die dadurch sehr einsam werden. Daher ist es wichtig, für neue Kontakte offen zu sein. Ja, noch mehr: neue Kontakte bewusst zu suchen und sich nicht zurückzuziehen! Machen Sie Ihr Hobby zu einem Angebot für andere! Angenommen, Sie stricken oder knüpfen gerne: Warum nicht zusammen mit anderen? Oft hilft schon ein kleiner Hinweis im örtlichen Nachrichtenblatt. Ausserdem sollten Sie die Bedeutung von Kontakten zur jüngeren Generation im Blick behalten. Viele jüngere Familien wachsen ohne Verwandtschaft in einer fremden Region auf, in die sie – zum Beispiel durch den Beruf des Mannes bedingt – ziehen mussten. Solchen Kindern fehlen Oma und Opa. Kontakte zu diesen Familien können Brücken zwischen den Generationen bauen und den Kindern und Eltern zu Vorbildern verhelfen.


Quelle: Neues Leben

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