Jesus hat mich von meiner Porno-Sucht befreit

Soulmusiker Kirk Franklin

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„Keiner wäre auf die Idee gekommen, dass ich Probleme habe“. Kirk Franklin und Ehefrau Tammy
In weniger als zehn Jahren hat er mehr als 10 Millionen Alben verkauft: Musiker Kirk Franklin. Seine Mischung aus HipHop, Soul, Latin und Chorgesängen kommt an. Drei Grammy Awards hat er abgeräumt, dazu sieben Dove Awards. Seine Album „Stomp" holte sich Triple Platin und lief auf MTV rauf und runter.

Kirk Franklin ist überzeugter Christ. Doch jahrelang trug er ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Er war abhängig von Pornographie. Jetzt hat er sich öffentlich zu seiner Schwäche bekannt und möchte damit anderen Menschen Mut machen, zu ihren Fehlern zu stehen und sich von Jesus helfen zu lassen. In einem Interview einer amerikanischen Zeitschrift, zeigt er schonungslos offen, dass die Wahrheit frei macht.

Wie fing die Sucht an?
Kirk Franklin: Da ist ein kleiner Junge, mit einem grossen Bruder, der gewisse Magazine unter seinem Bett versteckt. So geht es doch meistens los. Als ich das erste Mal ein Pornoheft sah, war ich etwa acht oder neun Jahre alt. Ich schaute es mir an. Und seitdem war ich abhängig.

Wusste Deine Frau davon?

Kirk Franklin: Im ersten Ehejahr ahnte sie nichts, aber im zweiten kam es raus.

Wie hast du davon erfahren, Tammy?
Ehefrau Tammy Franklin: Als er merkte, dass er nicht aufhören kann, kam er zu mir und sagte...

Kirk: Nein, mein Schatz, lass uns versuchen, bei der Wahrheit zu bleiben: Ich habe versucht das in unsere Ehe einzubauen, ich war total egoistisch.

Tammy: Ich würde sagen, dass er im unserem zweiten Ehejahr versucht hat, mich da mit einzubinden. Er wollte die Sachen gemeinsam mit mir anschauen. Aber ich habe mich dadurch so schmutzig gefühlt. Es hat unsere Intimität in den Dreck gezogen und hatte nichts mehr mit Heiligkeit zu tun. Ich wollte das nicht und es machte mich wütend. Und dann dachte ich, dass die Sache damit erledigt wäre. Er wusste, dass ich das nicht mochte und ich bemerkte auch nicht, dass er heimlich allein weiter machte.

Und dann?

Kirk: Wir waren in Los Angeles und lagen morgens im Bett. Und ich sagte: Liebling, ich muss dir was sagen. Ich habe ein Problem mit Pornographie. Es ist ein echter Kampf und ich kann nicht aufhören, ich habe wirklich ein Problem.

Tammy: Mein erster Impuls war, sehr vorsichtig und liebevoll darauf zu reagieren. Ich war froh, dass er es selbst als Problem erkannte. Viele Männer halten Pornographie für normal. Ich war so dankbar, dass er sich mir in seiner Schwäche offenbarte und fing von dem Moment an, immer wieder für ihn zu beten. Ich wollte ihm zeigen, dass ich ihm auch in dieser Sache beistehe und ihm helfen möchte, die Sucht loszuwerden.

Wie kam es, dass du als Christ und Vorbild solche Probleme hattest?
Auch Christen sind einfach nur schwache Menschen. Das Schwierige ist, dass Pornographie in unserer Gesellschaft so salonfähig ist. Es gibt einige Christen, die denken: „Ist doch besser, ich schau mir so was an, als meine Frau zu betrügen." Aber Jesus hat gesagt, wenn wir nur daran denken, ist es schon Betrug.

Ich habe mir so oft gewünscht, dass mir jemand aus der Gemeinde helfen könnte, dass irgendjemand mit mir über Sex, Begierde, Eitelkeit, Egoismus und dem Umgang damit sprechen würde. Mann, ich habe mit 11 Jahren bei mir in der Gemeinde den Lobpreis geleitet. Und keiner wäre auf die Idee gekommen, dass ich Probleme habe. Alle hielten mich für den begabten Jungen, auf den Gott seinen Segen gelegt hat. Die Begabten rutschen in den Gemeinden oft durch. Das ist so traurig. Wenn ich Lobpreis geleitet habe, fiel der Heilige Geist und Gott war nahe. Da hat es keinen interessiert, ob ich privat Menschen umbringe oder sonst was tue. Alle halten dich für einen Überchristen. Keiner fragt: „Wie steht es wirklich um dich?" oder: „Wie läuft es in deiner Ehe?"

Was hat dir geholfen die Sucht zu überwinden?

Kirk: 1998 hatte ich mein Album Stomp draussen und es lief richtig gut. Ich fuhr nach Dublin, um ein paar Lieder mit Bono aufzunehmen, ich bekam Briefe von Mike Tyson, hing mit Hollywood-Grössen rum und war ständig im Fernsehen. Ich badete in meinem Erfolg und viele Christen um mich badeten sich mit. Im Prinzip ist das alles Müll, nichts davon kannst du mit in die Ewigkeit nehmen.

Aber dann kann ich in eine Gemeinde, in der ich nicht die gewohnte Aufmerksamkeit bekam. Es gab dort nur einen Promi: Jesus Christus. Es ging einfach nur um das Kreuz, durch das wir alle gleich wertvoll sind und vor Gott treten dürfen. Dem Pastor war es total egal wer ich war. Und endlich, weil ich keine Sonderstellung als Superchrist und erfolgreicher Musiker hatte, durfte ich einfach nur ein schwacher Mensch sein der Jesus dringend braucht. Und so rief ich eines Abends den Pastor an und sagte, dass ich dringend Hilfe brauche, weil ich da ein Problem habe.

Wie konnte er dir helfen?
Kirk: Er hat meine Definition von mir selbst ins richtige Licht gerückt. Man muss sich als echter Mann nicht über Sex definieren. Jesus gibt mir Wert und Identifikation. Sein Geist ist grösser, als unsere Schwäche. Der Pastor hat mich und Tammy begleitet und mir Mut gemacht ehrlich zu sein, auch wenn es unangenehm ist. Jeder Mensch kann frei werden. Man muss sich nur bewusst machen, dass man ein Problem hat und mutig genug sein, es anzusprechen. Und ganz ehrlich: Jeder von uns kämpft doch in verschiedenen Bereichen. Mein Sieg kam nicht durch emotionale Erfahrungen, mein Sieg kam dadurch, dass ich die Wahrheit ans Licht lassen konnte und Jesus wirken konnte. Als die Wahrheit in mein Leben kam, wurde ich wirklich frei.

Ich möchte allen und vor allem jungen Menschen Mut machen, über ihren Schatten zu springen und Schwäche zuzugeben. Man denkt vielleicht, man verliert Ansehen vor anderen. Aber nur wenn die Wahrheit ans Licht kommt, kann man heil und frei werden. Ich habe es selbst erlebt. Seid auch ihr mutig und werdet frei!

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Autor: Miriam Weigert


Quelle: Livenet.ch

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