Sexsucht

Süchtig nach Liebe

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Prominente Menschen müssen es aushalten, dass die Öffentlichkeit vieles über sie weiss und an ihrem Leben Anteil nimmt, auch an ihren intimsten Problemen. Ein aktuelles Beispiel ist der Golfer Tiger Woods, der nach der Therapie seiner Sexsucht versucht, sein Leben wieder in normale Bahnen zu bringen.

Was hat man sich unter Sucht und speziell unter Sexsucht vorzustellen? Am bekanntesten ist die Abhängigkeit von Substanzen wie Drogen, Alkohol oder Medikamenten. Aber auch bestimmte Verhaltensweisen, die teilweise mit der Ausschüttung von Substanzen im Gehirn verbunden sind, können wie eine Sucht sein: Zum Beispiel Arbeits-, Sex-, Spiel-, Fernseh- oder Computersucht.

Kennzeichen für eine Sucht

Für die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) sind vier Kennzeichen für eine Sucht entscheidend: Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels (das geht einher mit Kontrollverlust), die Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung), psychische und meist auch körperliche Abhängigkeit von der Wirkung der Droge sowie die Tatsache, dass sie für den Einzelnen und/oder die Gesellschaft schädlich ist.

Verschiedene Arten von Sexsucht:

  • Viele geheime sexuelle Kontakte mit verschiedenen Menschen, ohne auf den (Ehe-)Partner Rücksicht zu nehmen.
  • Selbstbefriedigung wird zur Sucht. Vor allem durch die Verbreitung erotischer Inhalte über das Internet wird diese Form immer häufiger.
  • Anderen geht es vor allem um den «Kick» der Verführung und nicht so sehr um den Geschlechtsverkehr. Solche Sexsüchtige wollen ständig ihre eigene Attraktivität unter Beweis stellen. Kommt es zum ersten intimen Sex, bedeutet das für sie oft schon das Aus für die «Beziehung», weil das Ziel erreicht ist.

Mut, es zuzugeben

Der entscheidende und erste Schritt bei jeder Sucht ist Ehrlichkeit mit sich selbst. Zunächst muss man vor sich und dann auch vor anderen eingestehen, dass man süchtig, also wehrlos gegenüber dem Verlangen ist. Nicht nur Stars, auch wir haben uns ein Image aufgebaut. Ein Bild, wie wir uns selbst sehen und wie wir wollen, das andere uns sehen. Wer gibt schon ehrlich zu, dass er abhängig ist? Doch nur diese radikale Ehrlichkeit, zunächst mit sich selbst, ist der Schritt für Veränderung.

Sucht führt zu tiefen Selbstzweifeln

Eine der schlimmsten Erfahrungen für Süchtige ist, dass sie nicht mehr frei sind zu handeln. Sie fühlen sich ihrem Verlangen ausgeliefert. Und so gehören Selbstzweifel, Scham, Minderwertigkeitskomplexe und tiefe Unsicherheit zum Selbstbild. Dazu kommt, dass sie Menschen in ihrem engsten Umfeld «verletzen», auch dann, wenn diese nichts von der Sucht wissen.

Jesus ist für die gekommen, die ihn brauchen

Menschen, die süchtig sind, fühlen sich zumeist auch von Gott wie abgeschnitten. Sie denken, dass er sich von ihnen abgewandt hat. Doch Jesus hat gesagt, dass er für die gekommen ist, die krank sind und deren Leben in Sünde verstrickt ist.

Als Jesus vor 2000 Jahren lebte, nahmen besonders die «Frommen» Anstoss daran, mit wem er verkehrte. Der Evangelist Markus berichtet: «Wie kann sich euer Jesus bloss mit solchem Gesindel einlassen!» Jesus hörte das und antwortete: «Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, die ohne ihn leben - und nicht solche, die sich sowieso an seine Gebote halten» (Die Bibel, Markus-Evangelium, Kapitel 2, Verse 16 und 17). Ihre Abhängigkeit und Sucht sind keine Hindernisse, dass Sie zu Jesus kommen können. Es ist sogar eine besondere «Qualifaktion»!


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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