Sieben Ratschläge

Depression: Hilfen für die Helfenden

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Die Depression eines Ratsuchenden bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Betreuer. Auch sie brauchen Hilfe. Im Folgenden finden Sie einige Grundregeln, die sich bewährt haben.

Er oder sie möchte dem Betroffenen helfen und fühlt sich teilweise für ihn verantwortlich. Wenn sich dann – wie so oft – kein sofortiger Erfolg einstellt, lässt sich der Betreuer von der Hoffnungs- und Hilflosigkeit des Depressiven anstecken. Die Gespräche mit ihm werden zunehmend als belastend empfunden. Man bekommt Angst vor dem Telefon, schläft schlechter und beginnt, sich selber ebenfalls zurückzuziehen, auch vom Patienten. Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken?

  1. Behalten Sie die Fakten über die Depression im Auge! Lassen Sie sich nicht von der momentanen Hoffnungslosigkeit des Betroffenen mitreissen.
  2. Achten Sie nicht nur beim Patienten, sondern auch bei sich selbst auf depressive Denkfehler. Wo haben sich überhöhte Erwartungen, Hoffnungslosigkeit, Schwarz-Weiss-Malerei oder Minderwertigkeitsgefühle eingeschlichen, die nicht gerechtfertigt sind?
  3. Lernen Sie dem Leiden des Ratsuchenden mit einer gesunden Sachlichkeit zu begegnen. Akzeptieren Sie beispielsweise Tränen als Ausdruck für seine innere Not. Reservieren Sie bestimmte Stunden für die Gespräche. Was ein Ratsuchender nicht in einer Stunde sagen kann, wird er auch nicht in zwei Stunden sagen.
  4. Übernehmen Sie nicht Verantwortung für Gedanken, Gefühle und Handlungen eines Patienten, die dieser selbst zu tragen hat. Sie können Anstösse geben, eine Veränderung können Sie aber nicht erzwingen.
  5. Setzen Sie sich keine zu hohen Ziele fürs Begleiten depressiver Menschen. Denken Sie daran: Diese Aufgabe braucht viel Geduld und ist mit Rückschlägen verbunden.
  6. Haben Sie Mut, sich Ihre eigenen Grenzen einzugestehen, und besprechen Sie die Schwierigkeiten in Ihrer Aufgabe mit einem anderen Betreuer (in einer Supervision oder Intervision).
  7. Nehmen Sie sich genug Zeit für sich selbst, für persönliche Beziehungen und zum Nachdenken über Ihren persönlichen Lebenssinn. Pflegen Sie Kontakte mit Freunden und gönnen Sie sich die Zeit für Hobby, Sport oder Musik!

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Zum Dossier:
Depression

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Autor: Dr. med. Samuel Pfeifer
Quelle: seminare-ps.net

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