Burnout

Wenn der Akku leer ist

Gegen Burnout hilft die richtige Work-Life-Balance - ein lebenslanger Prozess des Selbstmanagements, mit unterschiedlichen Prioritäten in den einzelnen Lebensabschnitten. Der Autor ist in seiner Karriere selbst durch eine Burnout-Erfahrung gegangen und weiss daher, wovon er redet und schreibt.
Burnout: Anzeichen früh genug erkennen.
Coach Ruedi Josuran kennt Burnout aus eigener Erfahrung.

«Ein Burn-out wird nicht selten von Gefühlen kaum erträglicher Sinnlosigkeit und Verzweiflung begleitet. Und weil ständige Überanstrengung und Überforderungen an den Kräften zehren, sind engagierte und leistungsfähige Mitarbeitende besonders gefährdet, innerlich auszubrennen. Doch so weit muss es nicht kommen, wenn man die Anzeichen früh genug erkennt und auf die Bremse tritt.

Da ist die Fähigkeit, sich zu erholen, die sachte und kaum wahrnehmbar schwindet. Das Wechselbad der Gefühle raubt den Schlaf. Und wer vom Gewissen geplagt wird, den Anforderungen nicht mehr genügen zu können, verspürt zunehmende innere Leere.

Die Suche nach einer tragfähigen Work-Life-Balance muss mit einer Selbstreflexion und einer Inventur des bisherigen Lebens beginnen, bei der Prioritäten, Ziele, Werte und Wünsche einer kritischen Prüfung unterzogen werden:

  • Was bestimmt mein Tun?
  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Was kommt zu kurz?

Der erste Schritt: Bilanz ziehen

Eine Bestandesaufnahme über den Ist-Zustand beinhaltet u.a. folgende Fragen:

  • Wie viel Zeit nehme ich mir für mich selbst, für Dinge, die mir wichtig sind?
  • Wie viel Zeit und innere Anteilnahme bringe ich für soziale Kontakte innerhalb meiner Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, für ein persönliches, nicht beruflich bedingtes Gespräch mit Kollegen oder Mitarbeitern auf?
  • Wie viele Gespräche und Kontakte waren im Grunde nur Pflichterfüllungen?
  • Bekommt mein Lebenspartner bzw. meine Lebenspartnerin von mir noch die Aufmerksamkeit, die er/sie und unsere gemeinsame Beziehung verdient?

Der zweite Schritt: Die Bewertung

Im zweiten Schritt werden die Befunde der Ist-Analyse bewertet. Mögliche Fragen:

  • Welches ist für mich gegenwärtig der Lebensbereich, der mich die meiste Kraft und Zeit kostet?
  • Ist dies für mich auch gleichzeitig der wichtigste? Wie sehen das die Menschen, die mir wichtig sind bzw. mir nahe stehen?
  • Wie beeinflussen sich die Lebensbereiche gegenseitig?
  • Was kommt gegenwärtig in meinem Leben zu kurz? Hat sich an der Gewichtung etwas verändert? Wenn ja: Warum?

Die Bewertung dieser Fragen führt unmittelbar zur Auseinandersetzung mit der Sinnfrage:

  • Worin liegt für mich der Sinn meines Lebens?
  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Was bedeuten mir Erfolge und Misserfolge? 
  • Gibt es Dinge oder Bereiche, die ich bisher für wichtiger gehalten habe als sie es mir wirklich sind?

Das Update

Ähnlich wie bei Computer-Programmen sollte man auch für sein Lebensprogramm regelmässig ein Update vornehmen. Es empfiehlt sich zumindest in der ersten Zeit der Neuorientierung, einmal pro Quartal die Ist-Analyse und die Bewertung zu wiederholen und anschliessend zu überprüfen,

  • ob der eingeschlagene Weg tauglich ist
  • ob sich die persönlichen Prioritäten in der Zwischenzeit geändert haben
  • ob neue Zielsetzungen erforderlich sind.»

Diesen Artikel hat uns das Magazin INSIST zur Verfügung gestellt.

Der Autor Ruedi Josuran, 52, ist Coach für Krisen-Intervention. Von 1992 bis Frühling 2008 war er Moderator bei Radio DRS. Der Autor ist in seiner Karriere selbst durch eine Burnout-Erfahrung gegangen und weiss daher, wovon er redet und schreibt.

Webseiten:
Ruedi Josuran Coaching
Ruedi Josuran Stiftung

Datum: 26.07.2012
Autor: Ruedi Josuran
Quelle: INSIST

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