Die Schabbatruhe

Der Schlüssel zum persönlichen Wohlbefinden

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Die Fastenzeit vor Karfreitag und Ostern ist eine Einladung zum Verzicht – und noch mehr zum Vereinfachen. Im Kern geht es um etwas, das sich dem Leistungsdenken entzieht: Ruhen wir, können wir mit Gott weiter kommen.

Die Zahnarztpraxis im Vorort der Grossstadt ist an 365 Tagen offen – Zahnweh richtet sich nicht nach den Wochentagen. Manche Rädchen der Freizeitgesellschaft drehen sich sonntags deutlich schneller. Unternehmen folgen Medien und suchen sich vom Sonntag als dem Tag der Wunschaktivitäten ein grösseres Stück abzuschneiden. Dabei wächst jedoch die Kluft zwischen dem usprünglichen Design des siebten Tages und unserem Umgang mit ihm.

Gottes Idee

Den Ruhetag nach sechs Tagen Arbeit hat der Gott der Bibel kreiert. Bei allem, was er den Menschen auf ihren Weg mitgibt, hat der Ruhetag (hebräisch Schabbat) eine überragende Bedeutung. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Begegnung der Israeliten mit Gott in der Wüste Sinai. Von den Zehn Geboten, die  das Miteinander der Menschen betreffen, ist die Weisung, am siebten Tag zu ruhen, die erste (Die Bibel, 2. Mose 20,8-11).

Mehr als eine sinnvolle Zeitstruktur

Mose, der den Israeliten diese Gebote Gottes vermittelt, macht klar, dass sie in allem diesen Rhythmus von Arbeit und Ruhe miteinander einzuhalten haben (2. Mose 31,13; 35,2.3). Der Schabbat, sagt Gott, ist mehr als eine sinnvolle Zeitstruktur; er ist «ein Zeichen zwischen mir und euch von Generation zu Generation». (Die Christen feiern den ersten Tag nach dem Schabbat als Ruhetag, weil an ihm Jesus auferweckt wurde und dadurch die neue Weltzeit begann.)

Für dich und mich und uns

Inzwischen verzichten westliche Gesellschaften darauf, Verstösse gegen das Schabbatgebot zu ahnden. Doch die Weisung, am siebten Tag zu ruhen, bleibt ein Schlüssel zum persönlichen Wohlbefinden und zur Gesundheit der Gemeinschaft. Der US-Theologe Kevin Emmert hebt in einem Beitrag für ‚Christianity Today‘ die Bedeutung des Ruhens gerade für die Fastenzeit hervor. Von allen Tipps für die Wochen vor Karfreitag und Ostern scheint ihm das Ruhen besonders vielversprechend.

Gott näherkommen – nicht durch Leistung

Wer im Glauben Gott näher kommen will, überlegt sich, was er besser machen soll. Und in der Fastenzeit wollen viele dies ernsthafter tun. Doch laut Emmert wissen wir: Vor Gott sind wir nicht okay durch das, was wir tun. Gerade wenn wir uns anstrengen, gehen wir am Leben vorbei, wie Gott es gemeint hat, und verfehlen es.

Ruhen und Abhängigkeit

Die Weisung zu ruhen ist ein Fingerzeig zum inneren Heilwerden. Dabei haben wir, so Emmert, Mühe, uns das Ruhen «als die Seite des christlichen Lebens vorzustellen, die am meisten Veränderung mit sich bringt». Doch im Ruhen kommen wir eher dazu anzuerkennen, dass Gott uns verwandelt. «Der Schabbat ist eine praktische Erinnerung daran, dass wir völlig von Gott abhängig sind.»

Nicht mit Passivität verwechseln

Laut Kevin Emmert darf das Ruhen nicht mit der passiven Erwartung verwechselt werden, dass Gott uns – in einem Moment – zu dem macht, was er will (oder gar zu dem, was wir uns wünschen). Aber was die Israeliten in der Wüste lernten, gilt bis heute: «Am Ende der Woche hatten sie eines zu tun: sich zu entspannen… und sich zu vergegenwärtigen, dass Gott allein sie heilig machte.» Kurz: Ruhen in Gottes Nähe trägt dazu bei, dass er uns verwandeln kann.

Buch zum Thema:
(Aus)Zeit - Kleine Ruhe-Inseln im Alltag entdecken


Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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