Die Bekehrung

Was wird anders?

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Das Wort «Bekehrung» weckt nicht selten zwiespältige Gefühle. Manche denken an eine Entscheidung für den Glauben unter Druck; zum Beispiel deshalb, weil mit der Hölle gedroht wird.

«Bekehrung» meint zunächst einmal den Beginn des Glaubens. Im Blickfeld ist dabei die Umkehr, eine Richtungsänderung, also einen anderen Weg einzuschlagen.

Was aber hat man von einem solchen Schritt erwarten? Wird mit einem Mal alles anders? Verändert sich das Leben eines Menschen von jetzt auf gleich radikal?

Eher ein Prozess

Für manche Menschen ist der neu gefundene Glauben eher eine Entwicklung und kein radikaler Einschnitt, wovon manche Christen auch zu berichten wissen.

Wie sich Bekehrung ereignet, darüber haben Christen immer wieder nachgedacht. Bernhard von Clairvaux vertrat die Auffassung, dass sie nicht nur ein punktuelles Ereignis ist, sondern ein längerer Weg.

Bernhard war einer der massgeblichen Vertreter des Zisterzienser-Ordens, er selbst gründete 70 Klöster. Ihm war es wichtig, dass Glaube auch mit Anstrengung und Kampf zu tun hat. So gehörte er im 12. Jahrhundert auch zu den besonders vehementen Befürwortern des Kreuzzuges; etwas, was heute nicht so einfach nachzuvollziehen ist.

Lange Zeit der Gesundung

Clairvaux sprach von einem «geistlichen Genesungsprozess». Und dieser ist nach seiner Auffassung tatsächlich «langwierig und bedarf vieler Läuterungen», wie er es nennt.

Dabei zieht er einen Vergleich: «So wie ein Auge nicht gleich geheilt es, wenn der Balken entfernt wurde, so gilt es auch für das innere Auge. Denn wenn du ein Eisen aus einer Wunde ziehst, ist diese Wunde damit nicht sofort geheilt, sondern man muss dann erst noch Umschläge auflegen und sich weiter um die Genesung bemühen. So braucht also niemand zu glauben, er sei sofort ganz rein...»

Eine neue Existenz

Also es gilt: Jeder Mensch, der sich Gott zuwendet, erlebt diese Zäsur unterschiedlich: Nicht nur, was die Gefühle angeht. Es zeigt sich auch verschieden, wie stark einem das neue Leben bewusst wird: Auf einmal gibt es neben der bisherigen, eine zweite, viel wichtigere Existenz: Der Mensch erlebt sich als ein Kind Gottes. Er kann Jesus seine Fragen und Lasten bringen und erleben, wie er ihn leitet und verändert.

Der erste christliche Lehrer Paulus beschreibt dieses neue Leben im Glauben oft. Einmal schrieb er darüber: «...durch Christus haben wir Zugang zu Gottes himmlischer Welt erhalten. Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns, die wir mit Christus verbunden sind, auserwählt. Wir sollten zu ihm gehören, befreit von aller Sünde und Schuld. Aus Liebe zu uns hat er schon damals beschlossen, dass wir durch Jesus Christus seine eigenen Kinder werden sollten. Dies war sein Plan, und so gefiel es ihm.» (Die Bibel, Epheserbrief, Kapitel 1, Verse 3-5)

Neues Leben – schon jetzt!

Gottes Absichten für ein neues Leben stehen schon lange fest. Er will jedem Menschen Zugang zur himmlischen Welt geben, und das nicht erst nach dem natürlichen Tod, sondern schon jetzt!

Es ist an Ihnen, sich darauf einzulassen oder nicht. Vielleicht wollen Sie zunächst mehr darüber wissen, dann besuchen sie eine christliche Gemeinde, reden Sie mit Christen und lesen Sie in der Bibel. Vielleicht ist der Weg zu Gott für Sie keine Sache der schnellen Entscheidung. Aber machen Sie sich auf den Weg zu ihm.

Buch zum Thema:
Aufbruch in ein neues Leben



Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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