Erlebt

Mit Astrologie und Schamanismus

"Wie bei vielen Menschen die sich mit der Esoterik befassen, war mein Einstieg in diesen Bereich keine Angelegenheit, die von heute auf morgen ging. Es war eine grundlegende Suche nach irgendetwas das in mir drin unbefriedigt war. Wenn man dies im nachhinein analysiert - wo man immer viel gescheiter ist als vorher - waren es Ursprünge, die Grossteils auf die Kindheit zurück gehen.

Meine Eltern liessen sich scheiden, als ich noch sehr klein war. Darum erhielt mein Vertrauen in die Menschheit einen grundlegenden Riss. Obwohl ich mir keinen besseren (Stief-) Vater hätte wünschen können, hatte ich oft Unsicherheiten, wo ich hingehöre - wo mein Platz ist.

Die Mangelerscheinungen betreffen keineswegs materielle Dinge oder Vernachlässigung durch meine Eltern, sondern es war eher ein instinktiv wahrgenommener Bruch mit einer fundamentalen Ordnung, die mich Menschen gegenüber vorsichtig machte, mich introvertierte und mich suchend machte.

Das Positive an der Sache war, dass ich ein tiefes Bewusstsein zur Natur gefunden habe. Oft und gerne bewegte ich mich draussen. Im Freien.

Die Art unseres gesellschaftlichen Lebens erschien mir dagegen bereits während meiner Jugend als verlogen. Die aufgestellten Werte wie Sicherheit, Wohlstand, politische Phrasen die keiner Wahrheitsprüfung stand hielten, Korruption, Vetternwirtschaft in der Arbeitswelt, das Festhalten am goldenen Kalb des Materialismus und Kapitalismus, all diese Dinge empfand ich eher als Provokation und keinesfalls als erstrebenswert.

Es war schwierig in dieser Ellbogen- Gesellschaft Ehrlichkeit und Orientierung zu entdecken; meine Gedanken und meine Sichtweise förderten den Anarchisten in mir- "Freundschaft" jedoch wurde mir zum wertvollen Gut.
Ich war ständig auf der Suche nach dem dahinter. Die genannten "Ideale" konnten doch nicht alles sein. Ich wollte einen richtigen Lebensinhalt. In dieses Ausstrecken nach Sinn spielte die Hippiezeit hinein. Eine Bewegung die mir gefiel Flower Power. Dem damaligen Umfeld entsprechend entstand bei mir das Bedürfnis nach Bewusstseinserweiterung, Liebe und Spiritualität. Love, Peace und Harmonie lauteten damals die Stichworte unter uns Jugendlichen. Sex, Drugs und Rock and Roll waren die Begleiterscheinungen.

Der Einstieg in die Esoterik war eine Folge des Suchens nach den nicht sichtbaren Realitäten; die Drogen ein versuchtes Mittel zum Zweck und ein geistiges Ferienland gegen die Mühlen des Alltags.

Drogen haben es an sich, den Geist des Menschen zu verändern; je nach individueller Veranlagung und Droge in einem unterschiedlichen Sinn. Ich sprach "gut darauf an". Die hinduistische und die buddhistische Lehre rückten in den Brennpunkt meines Interesses. Mich faszinierte die Philosophie der Wiedergeburt, wo alles einen Zusammenhang zu haben scheint und die Möglichkeit, sein nächstes Leben durch das Erarbeiten eines guten Karmas, selbst beeinflussen zu können. Es machte es auch wesentlich einfacher, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind.
Zu einem interessanten Bestandteil meines Lebens wurde das tibetanische Totenbuch. Darin soll Aufschluss über die verschiedenen Stationen vom Leben zum Tod gegeben werden. Ursprünglich war das "Bardo Thödol" für Sterbende geschrieben worden. Mittlerweile dient es den Lebenden zur "weiteren Bewusstwerdung". Dieses "Totenbuch" ist schwer zu verstehen. Schwieriger als die Bibel. Nach langem Forschen erkannte ich die Zusammenhänge aber so weit, dass ich diese sogar weiter vermitteln konnte.

Im weiteren beschäftigte ich mich mit Astrologie, I-Ging und Schamanismus. Ich setzte mich intensiv mit dem Leben, dem Tod und dem Leben danach auseinander.

Wegen Konflikten mit einigen aus der Lehrerschaft stieg ich aus dem Gymnasium aus; oder besser: Wurde ich ausgestiegen. Später zog ich aus dem selben Grund auch zuhause aus und arbeitete in einem Stahlwerk. Grossteils Frühschicht. Da blieb mir relativ viel Zeit übrig; für die Natur und meine neuen Hobbys.

"Look to the stars..."

Die Astrologie bedeutete für mich die Faszination, selbst als Individuum an den Hintergründen und Zusammenhängen der gesamten Menschheit bis hin zum einzelnen Menschen teilnehmen zu können. Sowohl "günstige" als auch "ungünstige" Zeitpunkte zu kennen. Die verschiedenen Energiefelder - Aspekte - dass sind die Stellungen der Sterne in den Tierkreiszeichen, zu nutzen um diverse Situationen und Stimmungen zu deuten. Das wurde meine Welt.

In der Astrologie gibt es gewaltige Unterschiede. Da ist einerseits die klassische Astrologie, die sich noch sehr stark an die Astronomie und deren Statistiken anlehnt, andererseits die Mediale, wo sehr viel Freiheit und Intuition in der Interpretation möglich ist, natürlich sehr nach subjektiven Gefühlen, Gedanken und Eingebungen. Was oft von der klassischen Astrologie als solches wegführt. Ich arbeitete hauptsächlich mit der klassischen Form. Während der Zeit, in der ich mich intensiv mit der Astrologie beschäftigte, wurden mir in Träumen Sachen gezeigt, die dann in ähnlicher Art und Weise auch eingetreten sind.

Eines Nachts wurde mir die Sache fürs erste zu unheimlich: Ich träumte von einer Koordinatenscheibe. Diese bestand aus weiteren Scheiben. Mit diesem Instrument könnte sich jeder das Horoskop selber erstellen.

Das ganze beruhte auf einem mathematischen Prinzip, mit den zwölf Tierkreisen und den jeweils entsprechenden zwölf Häusern. Kombiniert mit den zehn Planeten des Sonnensystems hätte sich dies alles in mein Koordinatensystem einbinden lassen. Je nach Verdrehen der Scheiben, könnte man auf den Schnittpunkten die verschiedenen Charakteren und Einflüsse kombinierend auf eine Aussage fixieren.

Ein "Gerät" das einfach und komplex zugleich ist. Ich sah - und weiss es heute noch - dass es so funktionieren würde. Eine Offenbarung. Ein Diktat aus dem Jenseits. So als hätte Adam im Paradies von einem schlüsselfertigen Jumbo Jet geträumt. In allen Einzelteilen. In dieser Zeit boomte die Astrologie wie nie zuvor. Über Nacht wäre ich vielleicht zum Millionär geworden. Ich hätte den Plan aus diesem Traum ganz einfach zu Papier bringen können! Er war nach dem Erwachen noch da. Schwebte vor mir her. Drängte sich auf. Obwohl ich damals - wenn es um solche Dinge ging - ein "Machertyp" war und die Vision nicht im Reich der Träume blieb, kam es nicht zu dieser Verwirklichung. Etwas hinderte mich. Stoppte mich.

Schafgarben statt Worthülsen

I-Ging ist ein 5000 Jahre altes, chinesisches Orakelbuch. Es besteht aus vielen Zeichen und Hexagrammen, die in jahrhundertelangen Überlegungen zustande gekommen sind und im Werfen von Schafgarbenstengeln oder Münzen unterbewusste Handlungen zum Ausdruck bringen, worauf es in einem dazugehörenden Buch eine Antwort gibt. Durch das Werfen erhält man ein Zeichen das aus sechs übereinander liegenden Strichen besteht. Wobei sich der obere und untere Strich noch wandeln können. Insgesamt gibt es acht Grundzeichen. Diese bestehen aus den sich wandelnden Strichen. Die genaue Interpretation lässt sich dann im Orakelbuch nachlesen, inklusive dem Hinweis wie man sich in Zukunft am besten verhält. Um dieses Zeichen zu erhalten sind vorher einige Teilungsrituale von diesen Schafgarbenstengeln notwendig.

Die Wahrscheinlichkeit am Ende ein bestimmtes Zeichen zu haben liegen bei einer eins zu 64-stelligen Zahl. Dagegen mutiert ein Lottogewinn zu einer sicheren Sache. Dann wurde mir auch dieser Bereich unheimlicher. Bei mir habe ich öfters gewusst, welches Zeichen herauskommt. Zweimal sagte ich es anderen Leuten voraus. Es stimmte. Ein Schockerlebnis. Das war für mich der Grund, eine sehr lange Pause mit I-Ging zu machen. Für mich war es ein Zeichen, dass ich mich schon sehr tief in die esoterische Struktur eingebunden hatte.

Die Götter der Natur

Meine intensivste Zeit erlebte ich im Schamanismus. In dem der Nordamerikaner. Er unterscheidet sich stark von Voodoo oder dem südamerikanischen Schamanismus. "Meiner" wollte praktisch erlebt werden. Das Beschäftigen und Erleben mit der Natur, das Streben nach Harmonie und Einheit, das Erkennen, Erleben und letztlich Lenken von Energie, das "sich spüren" als Teil dieses Universums, schenkte mir wunderbare Erfahrungen. Mit der Zeit wurde dies für mich eine Beschäftigung, wo ich daneben keine Zeit mehr hatte, um regelmässig arbeiten zu gehen.

Vorher ging ich immer einer regelmässigen Tätigkeit nach. Während man in den anderen Disziplinen der Esoterik sehr viel sitzen und studieren kann, ist es im Schamanismus notwendig, den Kontakt zur Natur zu suchen und sie verstehen zu lernen. Durch mein Interesse in der Jugendzeit brachte ich dazu bereits gute Voraussetzungen mit. Man muss sich Zeit nehmen. Tagelang im Wald zu sitzen ohne zu essen oder trinken. Nur schauen und horchen was so daherkommt. Dazu gibt es Riten wo die "Abläufe" ziemlich genau festgelegt sind. Nimmt man das energetische Weltbild zur Grundlage, bewegt sich jeder Mensch darin. Ob er will oder nicht. Ob er davon weiss oder nicht. Im Schamanismus geht es darum, diese Energien kennen und lenken zu lernen.

Diesen Weg kann man nur praktisch gehen und nicht theoretisch. Die Grundregeln dieses eher sozial ausgerichteten Schamanismus waren: "Alles was da ist kommt von der Mutter Erde und muss entsprechend gewürdigt werden." Oder: "Tue nichts was Dir, Deinen Mitmenschen oder späteren Generationen schaden könnte." Dies beinhaltete, im Gegensatz zu unserer westlichen Welt, gegen deren Strukturen ich ja ankämpfte: "Nimm nie mehr als Du gebrauchen und zurückgeben kannst." Bewusste Entscheidungen. In diesem Bereich könnte der Rest des Westens noch eine Menge lernen.
In dieser Lehre blühte ich weiter auf. Machtmotivationen waren bei mir (so dachte ich zumindest) nicht vorhanden. Ich wollte einfach nur Zusammenhänge verstehen.

Der Unterschied zum indianischen Schamanismus und dem der heute in der Esoterik verbreitet wird, ist der, dass in die Indianer gelebt haben. In der heutigen Vermarktung kommen oft nur einzelne Teile dieses Gedankenguts zum Tragen, wo den Menschen nahegelegt wird, die Energien zu nutzen. Hier sind eher Parallelen zu den andern esoterischen Praktiken vorhanden.

Wenn man sich mit diesen Dingen beschäftigt, ist es normal, dass man ein anderes Auftreten bekommt. Die Leute merkten, dass ich eine andere Sichtweise hatte. Das ich auf Fragen anders antwortete. Je mehr ich mich beispielsweise mit Astrologie beschäftigte, umso mehr habe ich gezeichnet und ausgelegt. Karten habe ich selten gelegt, dafür zeichnete ich viele Horoskope. Die intensive Beschäftigung brachte mit sich, dass ich immer mehr zu wissen glaubte und entsprechend Auskunft geben konnte.

Durch mein Wissen und weil es bei mir immer etwas gutes zum Rauchen gegeben hat, zog ich andere Leute an. Zahlreiche Kontakte und Gespräche ergaben sich. Eher unbewusst entwickelte ich mich zu einer Art Guru. Dies wurde mir erst klar, als ich das Bedürfnis hatte, von dem Ort, wo ich damals wohnte, wegzuziehen. Irgendwann wurde es mir zu anstrengend. Das Problem war für mich vor allem die jüngere Generation. Diese sah, dass da irgendetwas läuft. Sie wollten auch an spirituellem Erleben teilhaben. Aber sie waren nicht bereit, sich Zeit zu nehmen. Sie wollten mit dem Brecheisen in diese Dimensionen vorstossen. Ein Ding der Unmöglichkeit.
Persönlich sass ich ja über vielen Büchern um mir das Wissen anzueignen. Zudem musste ich viele Erfahrungen sammeln. Diese Generation wollte die Abkürzung nehmen. Einige von ihnen sind dann ausgerastet. Wenn man "guten" Haschisch raucht und dazu noch einen labilen Charakter hat, kriegt man von allen Seiten Einflüsse und Informationen. Viele konnten diese nicht auf einen Nenner bringen und kriegten so ein Chaos. Ich faszinierte und verunsicherte viele Menschen. Manchen war ich auch unheimlich. Irgendwie fuhr etwas mit mir mit, dass sie spüren konnten. Dass ihnen das Gefühl gab, ich sei ihnen überlegen; durch etwas undefinierbares.

Am Webstuhl des Lebens

Gemeinsam mit einem Freund betrieb ich im Waldviertel eine Weberei. Die nötigen Handfertigkeit brachten wir uns selber bei. Wir lebten in einer alternativen WG. Er mit seiner Familie, ich anfangs mit meiner Freundin. Das Zusammenleben unserer mehr oder weniger extravaganten, dominanten Persönlichkeiten war alles andere als einfach, so mietete ich mit meiner Freundin bald einen eigenen kleinen Bauernhof. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, der heute 18 Jahre alt ist, die Beziehung ging leider auseinander - dieses Leben in der "Einschicht" war nicht das Ihre, ausserdem war ich nicht gerade ein einfacher Typ. "Aussteigertum". Mit sehr viel Lehrgeld und drei Webstühlen betrieben wir unser Geschäft.

Meine spirituellen Erlebnisse führten ständig zu einer Verschiebung von geistigen und gesellschaftlichen Grenzen. Grenzen die über das Leben in der Konsumgesellschaft mit Arbeiten, Essen und Schlafen weit hinaus gingen. Das "Normale" war nicht mehr zufriedenstellend. Im sozialen Bereich erlebte ich eine Absonderung von den traditionellen Gesellschaftsformen. Man lernt anders zu sein.

Meine Fragen waren immer noch die selben. Ich wollte wissen was dahinter steckt. Warum etwas ist wie es ist. Es war für mich nicht mehr möglich oberflächlich zu sein. Ich glaubte über den Dingen zu stehen und Zusammenhänge zu sehen. Als Hippie unterschied ich mich bereits rein äusserlich von den Anderen. Mental zeichnete sich ein noch grösserer Unterschied ab.

Parallel dazu erlebte ich die Esoterik als ein grossräumiges Netzwerk von Denkströmungen, Philosophien wo von allen Religionen und spirituellen Ebenen sowie allen Völkern Teile enthalten sind. Der Schamanismus blieb mein Lieblingskind. Ich besuchte viele Seminare in denen es mitunter auch um die Chakren ging. Um das Finden und Auspendeln. Sowie das Gleichrichten mit Kristallen. Zudem waren wir in dieser Lehre häufig in der Natur und bauten Steinkreise und Schwitzhütten.

Immer wieder passierten in meinem Leben aussergewöhnliche Dinge. So konnte ich zum Beispiel bei einigen Menschen im voraus sehen welche ihrer Chakren blockiert sind und in welchen die Energie verkehrt fliesst. Oder ich traf ihre Gedanken auf Anhieb und wusste womit sie sich beschäftigen. Wo sie mit ihrer Vergangenheit Probleme haben. Mit vielen entwickelten sich tiefe Gespräche. Hinterher sagten sie, dass sie über diverse Angelegenheiten noch mit niemandem gesprochen hätten. Für mich wurde dies normal.
Auch konnte ich bei vielen Menschen die Aura sehen. Wenn ich es bewusst wollte. Ausserdem habe ich viele Dinge gesehen, die für das normale Auge nicht sichtbar sind. Oft auch Visionen. Zum Beispiel während Schwitzhüttenseminaren. Da sassen wir ein paar Stunden in einer Schwitzhütte draussen, auf der Erde. Hierbei wurden richtige Bilder erzeugt.
Oder in Steinkreisen. Einmal sass ich in einem solchen auf einem Berg. Da hat es ringsum geschüttet. "Katzen geregnet". Ich selbst wurde nicht von einem einzigen Tröpfchen benetzt. Der Kreis hatte dreieinhalb Meter Durchmesser und darin hat es schlicht nicht geregnet.

In Seminaren musste ich aber auch erkennen, was sich abspielt, wenn es um Macht geht. Um Machtspiele und Machtdemonstrationen. Da ich selbst keine Macht erhalten wollte, rannte ich ihr auch nicht hinterher. Trotzdem hatte ich schon eine ganze Menge Macht erhalten. Ich wollte damit aber niemandem Schaden. Nur positives ausrichten. Helfen. Dienen.

"Bei der Chakrenarbeit und Energien die von "Unten" kommen - zum Beispiel Kundalinienergien - drehte sich viel um sexuelle Energie. Es war eine ganz neue Dimension des sexuellen Erlebens und ich selbst wunderte mich am meisten über meine Power. Jetzt im Nachhinein sehe ich diese Zeit auch sehr wohl als Aufarbeitung vieler Unsicherheiten meiner Pubertät und auch die Möglichkeit, mir Selbstbestätigung und Anerkennung zu holen. Das Eigenartige in dieser Zeit war, es schien für eine Frau die ich wollte, kein "Neinsagen" zu geben.

Ein Lehrer war ein stattlicher Häuptling und Mediziner der Navajo Indianer. Vor ihm hatte ich Achtung und Respekt. Er war einer dieser ehemaligen Vietnamkämpfer. Ihn zeichnete ein starkes Charisma aus. Dann begann sein Bild für mich zu bröckeln: Er machte einige Bemerkungen über die schönen Beine einer Seminarteilnehmerin. Mit ihr war ich sehr gut befreundet. Da dachte ich, dass seine Motivation zu selbstsüchtig und eigennützig wären. Ich stellte seine Motivation in Frage. Auf der spirituellen Ebene ergab es sich auf einmal, dass ich nicht mehr Schüler war, sondern Gleichwertiger. Das führte zu einer geistigen Konfrontation. Er sprang auf, ich erhob mich ebenfalls. Wir sahen beide gegenseitig unser inneres. Ich von ihm und er von mir. Auf einmal wurde er klein vor mir. Er schrumpfte zu einem Zwerg zusammen. Seine ganze Energie war weg. Ein zweites Ereignis spielte in diese Situation hinein. Eine frühere Aussage von ihm, in der er behauptete, Jesus wäre ein falscher Prophet gewesen. Er behauptete dies ohne Zusammenhang. Das provozierte mich. Es war der Zeitpunkt indem ich begann, ihn kritisch zu betrachten.

Nach der Konfrontation mit mir hatte der Medizinmann keine Power mehr. Er war erledigt. Sang und klanglos zog er sich zurück. Sein Stellvertreter und Schüler, ein guter Freund von mir, übernahm die Gruppe.

Ich hörte, dass der Meister den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt und philipinischen Gewürznelkenchick raucht, Unmengen an Cola säuft und überhaupt keine Energie mehr hat. Vorher hatte er "die totale Power".

Meine Energie erlitt bei dieser Konfrontation keinen Schaden. Der Schamanismus gehörte weiter zu meinen wichtigsten Lebensinhalten. Bei einem Seminar verbrachten wir drei Tage in einem Kellergewölbe. Es war so hell, dass man die Zeitung lesen konnte. Ohne Kerzen, ohne elektrisches Licht. Pure Energie. Für uns war das normal.

Durch mein Naturverständnis war ich den meisten Anderen voraus. Ich war mit ihr aufgewachsen und sie war in jeder Beziehung mein Freund. Eine gigantische Voraussetzung. Daraus ergab es sich, dass ich mich zum Mitleiter in einigen Seminaren entwickelte. Meine Vision war, durch Österreich und ganz Europa zu ziehen um Schwitzhütten aufzubauen und Seminare zu geben. Mit der Botschaft: "Unsere Strukturen werden aufplatzen und die Liebe wird herausströmen. Wir werden uns wieder Besinnen auf natürliche Werte und soziale Gerechtigkeit; Dinge die der heutigen Gesellschaft fehlen." Sachen von denen die "Hopi-Indianer", auf ihrer Mission durch die Welt berichteten, als sie der Zivilisation in Aussicht stellten, dass "unser Ende euer Untergang sein wird". Sie bezogen sich auf das Gleichgewicht das in der Natur herrschen muss, damit diese weiter bestehen kann.

Noch eine Kraftquelle

Ein Freund von mir hatte gerade eine zweijährige Urschreitherapie hinter sich gebracht. Diese Urschreitherapie nach Arthur Janov beruht auf der Theorie, dass sich sämtliche menschliche Neurosen auf dem Grundstein des ersten Babyschreis aufbauen. Das Kind will aus seinem warmen Nest eigentlich gar nicht raus und wird doch "zwangsgepflückt". Also: Will man sein Leben aufarbeiten, seine Neurosen loswerden, heisst es zurück zum ersten (Ur-) Schrei.

Mein Freund und ich verabredeten einen Austausch. Ich sollte einmal einen "Urschreikurs" belegen, während er in ein Schamanenseminar reinschauen sollte. So fuhr ich zu diesem Kurs raus nach Deutschland. Das Thema: "Rebirthing". In einem Urschreitherapieworkshop. Vom therapeutischen her hatte ich schon besseres erlebt als da angeboten wurde.

Und plötzlich berichtete der Kursleiter - ein ansonsten indisch beeinflusster Mensch der sich "Nadam" nannte: "Meine Kraftquelle ist Jesus." Das drum herum an dem Kurs war mir ziemlich Wurscht. Aber dieser Name "Jesus" hat auf einmal etwas in mir bewirkt. Dabei war die Kirche für mich immer ein rotes Tuch. Ihre Geschichte konnte ich nie mit dem was sie vorgab zu sein, auf einen Nenner bringen. Hexenverbrennung und Ausrotten von Völkern. Und dann dieses "Jesus" aus heiterem Himmel. Es war, wie wenn eine Saite von mir, in mir angeschlagen wäre.

Als ich dort weggefahren bin, hat sich etwas bei mir verändert. Ich war in dieser Zeit gerade dabei, für meine damalige Freundin ein Horoskopbuch zu zeichnen. Von ihrer Geburt über verschiedenen Stationen ihres Lebens, bis hinein in die Zukunft wollte ich ihr ein Büchlein anfertigen. Damit sie auf die verschiedenen künftigen Einflüsse vorbereitet wäre. Das interessierte mich alles auf einmal nicht mehr. Innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Gott begann, in mein Leben einzugreifen. Für mich weckte dieser Therapeut den Anschein als wäre er gläubig. Er spielte regelmässig spektakuläre Auftritte vor. Zum Beispiel zelebrierte er Zungengebete.

Das komische: Einige Menschen bekehrten sich bei diesen Seminaren zum christlichen Glauben. Nicht durch den Therapeuten, sondern Gott selbst hat sie berührt. Genau diesen Rahmen, der mit ihm nichts zu tun hat, eher noch in die andere Richtung geht, hat sich Gott ausgesucht, um Leute mit dem heiligen Geist zu taufen. Aber klipp und klar. Nur sind die Leute anschliessend nicht mehr zu diesem Therapeuten zurückgegangen, sondern suchten oder gründeten christliche Gemeinden.

Dieser Lehrer wurde einst von einem Pastor aus Linz besucht. Bei diesem Treffen stellte sich heraus, dass der Therapeut besessen ist. Also kein Christ war. Zwar war er knapp dran, aber scheiterte an irgendetwas. Knapp daneben ist auch vorbei. Für mich war umso faszinierender, wie Gott diesen Rahmen trotzdem benutz hat, um Menschen einzusammeln. Später kam der Therapeut von seiner Jesuswelle wieder ab, weil die Leute ja alle nicht mehr kamen. Sie wurden gläubig und brauchten ihn nicht mehr.

Das selbe geschah mit mir: Wie von selbst interessierte und faszinierte mich die gesamte Esoterik im Handumdrehen nicht mehr. Irgendetwas passierte in mir, hatte aber keine Ahnung was. Ich hab diesen Jesus nicht mehr raus bekommen. Ich wollte es auch nicht. Es hat wohl getan. All die Widerstände die ich gegen die Kirche hatte, waren im gegenüber nicht da. Die Kirche war eines, Jesus was anderes.

Durch den Lauf der Jahre gewann ich mehrere Freundinnen, bei denen ich immer gerne gesehen war. Auch diese Beziehungen habe ich abgebrochen. In meinem Leben keimte der Wunsch nach Ordnung. Den mehr und mehr erkannte ich, dass ich in einem Chaos lebte.

Aus einem inneren Impuls begann ich zu beten. Für eine Frau. Eine fürs Leben. In der Zwischenzeit liess sich meine heutige Frau scheiden. Sie und ihr damaliger Mann waren Bekannte aus meiner Hippiezeit. Obschon ich lange nichts mehr von ihr gehört hatte, spürte ich instinktiv: Der Lisbeth geht's schlecht. Deshalb fuhr ich hin. Sie war in einer Situation in der sie Trost und Aufmerksamkeit brauchte. Dinge die ich ihr anbieten konnte. Ich hatte nicht den geringsten Gedanken, sie als Frau zu begehren.

Wir waren gerne zusammen und durch unsere Gespräche und auch Parallelen entstand eine grosse Wärme und Zuneigung für sie. Ein Bedürfnis, sie zu beschützen und für sie da zu sein. Daraus wurde Liebe. Und Christian. Unser Sohn. Er ist heute 13 Jahre alt. Immer mehr schob sich Gott in unser Leben.

Bei ihr brachen mit der Zeit aber unverarbeitete Wunden aus der früheren Beziehung auf. Es kam soweit, dass ich nur noch weg wollte. Aber ich konnte nicht. Ich hatte den Eindruck, dass sie diese Frau ist, die Gott mir als Antwort auf meine Gebete gegeben hat. Ausserdem war Christian bereits da.

In der selben Zeit begann ich in der Bibel zu lesen. Die negativen Gefühle wurden irgendwie aufgefangen und verändert. Aus innerer Überzeugung habe ich mich zu Jesus bekehrt. Gleich wie die Kräfte in der Esoterik konnte ich ihn real spüren. Ihm Gespräch mit Lisbeth fielen mir plötzlich Bibelwörter ein, die ich wissentlich noch gar nie gelesen hatte. Sie waren einfach da. Es war normal. In meinem alten Leben gab es auch viele Phänomene. Nachdenklich wurde ich trotzdem. Früher gehörten solche Dinge teilweise zu den eigenen Verdiensten. Hier gestand ich ein, dass Gott für diese Eingriffe verantwortlich war.

Panne bei 120 km/h

Ich kam aus der Esoterik raus und war baff über die Gnade und wie mich Gott durch mein Leben getragen hatte. Oft ging ich Hand in Hand mit dem Tod. Neben mir sind Menschen erschossen worden oder als Kind hing ich bei einem Verkehrsunfall in einem Auto über eine Brücke hinunter oder in der Drogenzeit wo ich mit 96prozentigem Heroin experimentierte. An dieser Menge wären zwei bis drei normale Menschen gestorben. Bei meinem Rückblick merkte ich erst die Bewahrung Gottes. Ich bin hier, ich bin gesund und ich habe keinen Dachschaden. Alles in allem: Ein Wunder.

Die Bibel wurde mir immer lieber. Gott brachte mir alles rüber und gab mir Verständnis. Zum Beispiel: "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich." Dieser Satz leuchtet mir sofort ein. Oder auch der Zusammenhang des alten und des neuen Testaments begriff ich rasch. Wie etwa die Prophezeiungen, die schon 700 Jahre vor Jesu Geburt auf ihn hinwiesen. Durch Jesaja der von ganz konkreten Punkten berichtete. Um so etwas nicht akzeptieren zu können, muss man ein *ç)!¢^#§ (= Vollidiot) sein.

Ich dachte mir: Das ist es. Vorher war ich auf der Suche nach dem Sinn und der Wahrheit. War immer unterwegs gewesen und meine Motivation war nicht schlecht. Gott hat mich gefunden. Wie es in der Bibel steht: "Wer in Wahrheit sucht der finden." Darum war es für mich überhaupt kein Rätsel, dass ich plötzlich bei Gott angekommen bin. Einem der mich meint. Einem dem man nicht in einer Meditation ein Scheibchen abringen muss, sondern einer der voll da ist. Mit meinem Verstand konnte ich das einfach annehmen. "Okay, das ist die Wahrheit. Die Antwort auf mein ganzes Suchen. Das akzeptiere ich."

Unser Leben war aber immer noch ein Chaos, trotz meinem Drang nach Ordnung. Eine meiner schlimmsten Zeiten. Wir liessen uns beide Taufen. Ich wusste einfach, dass ein neuer Lebensabschnitt begonnen hatte. Unser Chaos bestand weiterhin.

Im Kopf habe ich Jesus angenommen. "Als den Weg, die Wahrheit und das Leben." Aber Dinge die bei mir nur im Kopf sind, können mich auf die Dauer nicht halten. Gott wusste: Der braucht noch was, dass er dran bleibt.

Ich arbeitete 50-70 Stunden in der Woche. Als Tankanlagenmonteur. Wir wollten den Weg gemeinsam gehen, also musste ich Verantwortung übernehmen. Noch sahen wir keinen Möglichkeit zu heiraten. Ich fragte: "Herr wie soll das weitergehen? Ich sehe kein Licht. Ich sehe nicht, wie ich so ein Leben noch länger aushalten kann."

Auf der Rückfahrt von Eibelswald auf der Südautobahn nach Schwarzau gab mir der Herr die Antwort. Ich hatte bei Tempo 120 mit dem Firmenauto einen Reifenplatzer. Rohre auf dem Dach scherten aus und sorgten für zusätzliche Instabilität. Unmöglich das Auto unter Kontrolle zu bringen. Zwei Monate Krankenhaus, acht Monate Krankenstand, Medizinisch eine kaputte Hand.

Nachdem der Reifen geplatzt war, versuchte ich mit dem Auto wieder klar zu kommen. Bis dahin hatte ich einige 100'000 Kilometer heruntergespult, unzählige Grenzsituationen auf der Strasse erlebt und noch nie einen Unfall gehabt. Es blieb mein einziger, heute bin ich bei zirka 1,2 Millionen Kilometer angelangt. Ich glaubte, Autofahren zu können. Jetzt sass ich in einem Wagen wo ich schon seit 500 Metern ohne Servobremse und ohne Servolenkung kämpfte. Von einer Seite der Autobahn auf die Andere. Von der Böschung und dem klaffenden Abgrund zur Leitplanke und wieder zurück. Ich entschied mich zu guter letzt doch noch für die Leitplanken. Mein Beifahrer "rettete" sich durch einen Sprung aus dem Wagen, der Lieferwagen war noch mit 80 Kilometern pro Stunde unterwegs. Ich war alleine im Auto und wusste, ich kann gar nichts mehr tun.

Ich habe hier keine Kontrolle mehr.
Hier ist meine Fahrkunst am Ende.
Ich gab auf.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern: Ich habe einfach aufgehört zu kämpfen. Dachte: Das war's jetzt. Auf einmal spürte ich Jesus. Nicht irgendetwas. Jesus war bei mir im Auto. Mit einem Schlag wusste ich: Er hat mein Leben in seiner Hand. In diesem schlingernden Auto erlebte ich ein Glücksgefühl, das ich niemals beschreiben könnte. Ein Gefühl der Liebe, des Friedens, der Geborgenheit. Ein Moment der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. Es gab nichts mehr um mich. Nur noch Jesus. Und dieses Gefühl des vollkommenen Glücks. Nur mehr Jesus. Keine Lisbeth, keine Kinder, kein Gestern, kein Morgen. Nur noch Jesus. Ich war im Himmel. Ich schaute die Herrlichkeit Gottes.

Dann kam der Crash. Ich überschlug mich. Meine Hand schleifte auf der Strasse, weil das Auto seitlich rutschte. Die Windschutzscheibe rammte ich mit meinem steirischen Schädel und irgendwann war es dann ruhig. Ich war keine Sekunde bewusstlos. Flog im Auto herum, wusste nicht wo oben und unten war, fand irgendwo den Vorderausgang, wo keine Scheibe mehr war, kam irgendwie auf die Beine, klopfte sie ab, mit einem Arm wo nur noch der Ellbogenknochen da war und freute mich das sie Heil waren.

Die Leute schauten mich an, als ob ich gerade vom Mars gekommen wäre. Die Kopfhaut hing mir mitsamt den Haaren bis über die Augen. Mein Arm dürfte etwas eigenartig ausgesehen haben. Im Kopf steckten Scherben von der Scheibe. Mein Körper war zerschnitten und von Öl und Kühlflüssigkeit verbrannt. Und ich stehe da und freue mich. Als die Leute nicht aufhörten zu gaffen suchte ich meinen Kollegen. Er lag reglos auf der Strasse. Mit einer Hand die gar nicht mehr funktionieren konnte, einer gebrochenen Schulter und einer Kopfhaut die mir immer die Sicht verstellte, schleppte ich ihn auf die Seite und dann musste ich mich auch einmal niedersetzen. Jetzt wusste ich auch warum die Leute so starrten: Nicht weil ich so schön war, sondern weil es ein Wunder war, dass aus diesem Auto überhaupt noch jemand aussteigt. Mit seinen eigenen zwei Beinen. Halleluja.

Das war die Antwort, weil Gott einfach wusste, dass ich ihn erleben muss. Seit diesem Augenblick ist Jesus für mich kein Diskussionspunkt mehr. Er ist Realität. Obwohl ich vielleicht immer noch nicht ein vorbildlicher Christ bin und immer noch eigene Wege gehen will, viele Fehler habe und noch vieles falsch mache, ist die Liebe Gottes doch unbeschreiblich. Unvorstellbar. Ich kann einfach nur dankbar sein über diese Gnade die er mir zukommen lässt. Dass ich so wie ich bin, ein Gotteskind sein darf.

Mittlerweile hatte ich viele Gespräche mit Menschen die sich mit Esoterik oder sonst etwas aus dieser Richtung beschäftigen. Gott hat mich nicht zuletzt deshalb solange in der Esoterik gelassen. Für einen Esoteriker gibt es nichts schlimmeres, als sich mit einem Christen zu unterhalten, der keine Ahnung von dem ganzen Bereich hat und immer nur sagt, dass das was er macht, falsch ist. Wenn Jesus mit Menschen zusammen war, hat er diesen immer ins Herz geschaut. Er wusste immer, was ist mit dem Mensch los. Wer ist er und was bewegt ihn? Genauso ist es mit einem Esoteriker. Man muss ihm ins Herz schauen. Ansonsten spricht man an ihm vorbei. Für mich gab es nichts schlimmeres, als jemanden der mir erklärte, was an der Esoterik alles gefährlich und schlecht ist und zugleich überhaupt keinen blassen Schimmer von der ganzen Thematik hatte. Eine unakzeptable Form der Besserwisserei. Ich musste von meinem Gegenüber eine Liebe spüren. Spüren, dass ich ihm ein Anliegen bin. Hier fallen mir die Jesus-People ein, bei denen ich gerne gesessen bin, als ich 15 oder 16 Jahre alt war.

Es mag sein, dass vieles hier arrogant oder zynisch klingt. Aber es war einfach mein Leben. Es geschahen so viele Wunder, dass ich überhaupt noch hier sein darf. Dass ich ein Kind Gottes sein darf.

"Tomorrow (never) dies" Es gibt nur zwei Arten von Geistern

Die verschiedenen esoterischen Praktiken gaukeln dem Menschen vor, dass er selbst verantwortlich ist. Teils zurecht. Aber es wird auch behauptet, dass er sein Leben selbst in den Griff bekommen kann. Viele Wege führen nach "Astralien".

Die grösste Lüge des Teufels ist die, wo er den Menschen versucht glaubhaft zu machen, dass es ihn gar nicht gibt. Wenn er dies erreicht hat, braucht er gar nicht mehr soviel Energie zu investieren um klarzumachen, dass es Gott auch nicht gibt. Dann entsteht ein riesiger Mischmasch in dem alle Freiheiten drin sind, aber keine Regeln mehr. Obwohl, als ich drin war, war das "drin sein" für mich nicht so schlimm, ja sogar sehr schön.

In der Bibel ist von verschiedenen Zeiten die Rede. Wenn ich heute in die Welt hineinschaue, gerade auch was die Esoterik betrifft, kann ich mir gut vorstellen, dass wir heute in einer Zeit leben, in der sich viele Offenbarungen erfüllen. Oder dass wir gar am Anfang der sogenannten Endzeit befinden, beziehungsweise mittendrin. Das heisst, dass auch der Antichrist sein Reich baut. Das lässt sich schwarz auf weiss in der Bibel nachlesen. Der Geist der hinter der Esoterik steckt, deckt sich exakt mit dem der in der Bibel beschrieben ist. Das beste Mittel um die Leute von Gott wegzuziehen ist die Esoterik. Aus meiner heutigen Sicht steckt hinter all dem ein Geist. Einfach betrachtet ist es so: Es gibt nur zwei Arten von Geistern auf dieser Welt. Der eine kommt von Gott. Er bekennt klipp und klar, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Der andere Geist kommt vom Widersacher. Der will nicht dass man zu Gott kommt. Er führt in die Irre. Letztlich will er nur zerstören.

Je mehr man sich mit der Esoterik beschäftigt, desto tiefer verstrickt man sich darin. Ab einem bestimmten Punkt fängt es an, satanisch zu werden. Zuerst ist das Interesse da. Verständlich. Nicht jeder Mensch gibt sich mit der Oberflächlichkeit zufrieden. Er beginnt zu suchen. Das Angebot ist sehr gross. Man beschäftigt sich damit. Mit wachsendem Verständnis verstrickt man sich in dieser Struktur. Wird ein Teil davon. In diesem Bereich kommt Macht dazu. Es beginnt gefährlich zu werden. Zu Beginn weiss man nicht, auf was für Kräfte man sich einlässt. Es kann sehr leicht passieren, dass man unbewusst zum Medium wird. Ohne bewusste Entscheidung kann man aber nicht bis zum Ende gehen.

Heute kann ich Gott nur danken. Denn ich ging mit einer Leichtigkeit und Naivität die extremsten Wege. Andere, Bekannte und Kollegen wurden durch ähnliche Praktiken irre. Landeten in Nervenheilanstalten. Ich denke, dass ich während dieser Zeit beschützt wurde, weil es mir nie um Macht gegangen ist.

Interessant ist, dass ich, seit ich Christ geworden bin, Dinge wie die Aura nicht mehr sehen kann. Ich habe sehr vieles einfach vergessen, seit Jesus in meinem Herzen wohnt.

Götter, Liebe, Lichter

Sowohl in der Bibel wie in der Esoterik wird viel über Gott berichtet. Wobei in letzterer ein Mischmasch mit allen andern spirituellen Disziplinen praktiziert wird. Kein Esoteriker wird daher eingestehen, dass Jesus der einzige Sohn von Gott ist und dass es keinen Weg zu ihm gibt als über Jesus Christus. Weisheiten findet man in allen Religionen. Auch in der Bibel. Deshalb ist Jesus sowohl im Islam als auch im Buddhismus ein anerkannter Prophet. Seine Lebensweise und sein Dienst sind für esoterisches Gedankengut auch zu gebrauchen. Also findet man ihn gleich wie andere Götter und spirituelle Grössen genauso drinnen. Der grosse Unterschied ist, dass Jesus als alleiniger Weg und Gottes Sohn geleugnet wird. Jesus ist bekannt als "Jesuslicht" oder "Christusliebe", nicht als Retter oder Erlöser.

Kein Mensch der Welt kennt die Bibel so genau wie der Teufel. Er kommt und versucht jede Person zu verführen. So wie er Jesus dreimal versuchte. Mit Bibelworten. Jesus liess sich aber nicht auf ein Machtspiel ein, sondern antwortete mit Bibelworten. "So steht es geschrieben...", beim dritten Mal hat sich der Teufel schleichen können. Es ist wichtig das Wort Gottes zu kennen.

Es heisst, dass Gott die Gesetze nicht mehr in Stein meisselt, sondern in unsere Herzen schreibt. Für mich ist es nicht mehr möglich eine grosse "Kompromissbereitschaft" zu leben. Gott brachte Ordnung in mein Herz und mehr und mehr auch in mein Leben, was nicht heisst, dass ich jetzt ohne Fehler bin. Es ist mir aber nicht mehr möglich, Dinge die Gott nicht will, als gut darzustellen. In der Esoterik fand ich für alles eine Erklärung. Alles hat Ursache und Wirkung. Das ist der Teufelskreis an dem ganzen. Man kann sich endlos im Kreis drehen. Ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Man saugt sich im Gegenteil voll wie ein Schwamm, bis man absäuft. Bis man in der Klapsmühle landet oder ein echt dämonisches Erlebnis hat.

Nachdem ich all meine Erlebnisse aneinandergereiht hatte, hörte ich am Ende meiner Schamanenzeit eine Stimme. Sie sagte: "Bis hierher habe ich Dich geführt. Wenn Du weitergehen willst, dann will ich Dich." Auf einmal kriegte ich mit, dass es hier um meine Seele ging. Das weitergehen hätte bedeutet, dass ich vielleicht zu einem Magier geworden wäre. Enorme Mächte wären mir zur Verfügung gestanden. Ohne einen einzigen Schilling zu bezahlen. Meine Seele hätte bereits gereicht. Hätte Gott mich nicht raus geholt aus dem Ganzen... ich will es gar nicht wissen!

Wichtig ist klarzustellen: Es gibt diese Dinge. Man darf nicht den Fehler machen, zu glauben, diesen Unsinn gebe es nicht. Gott gibt es. Seine Kraft gibt es. Und den Teufel gibt es auch. Er ist der Fürst dieser Welt. Und für den Teufel ist nichts einfacher, als Wunder zu tun. Ich habe in der Esoterik mehr Wunder gesehen als in den letzten zehn Jahren in der christlichen Gemeinde. Für den Teufel ist es der geringste Teil aussergewöhnliches zu tun. Die Leute wollten immer Wunder sehen. Jesus entgegnete: "Ihr glaubt ja nicht einmal die Dinge die ihr seht, wie wollt ihr etwas begreifen, das ihr nicht seht?" Jetzt sehen sie genug Wunder. Nur sind sie nicht mehr von Gott.

Jesus spricht von Busse. Und: "Liebe Gott und Deinen nächsten." Nicht renne von einem Wunder zum Anderen. Oder im christlichen Bereich von einer Erweckungsveranstaltung zur nächsten. Gott hält aus meiner Sicht mit Wundern, wie wir sie aus dem esoterischen kennen, zurück, weil die Menschheit selbstsüchtig ist. Was nicht bedeutet, dass Gott etwas unmöglich ist.

Heute muss ich mir nichts mehr selbst vormachen. Ich bin dankbar, dass Gott da ist. Dass ich von Tag zu Tag mit seiner Kraft rechnen kann. Dass er mich liebt. So wie ich bin. Dass ich keine Sekunde mehr nach etwas suchen muss. Dass ich existierten darf, trotz meiner Schwächen und Fehler die ich habe. Und dass ich durch ihn die Dinge so sehen kann, wie sie wirklich sind. Und dass er mir total hilft, im Umgang mit Menschen und meiner Familie und dem Weg durch das Leben.

Lisbeth und ich sind jetzt schon elf Jahre verheiratet und haben noch einen Sohn bekommen: Benjamin, der durch eine Narkose beim Kaiserschnitt behindert ist. Wir erleben an ihm und mit ihm die Grösse Gottes. Vieles an seiner Entwicklung ist ein Wunder. Er macht Dinge, die er eigentlich nicht machen kann, weil statt einiger Informationen im Gehirn Hohlräume sind.

Auch wenn unsere Ehe und Familie nicht perfekt ist, so ist sie doch getragen von Gottes Liebe und Gnade und ich möchte daran festhalten denn: Es gibt eine Ewigkeit - eine Ewigkeit bei Gott oder in der Verdammnis, wo Heulen und Zähneknirschen herrscht. Ich möchte die Ewigkeit mit Gott verbringen. Diese Entscheidung treffen wir hier in dieser Welt, in diesem Leben. Jesus hat auch deine Sünden ans Kreuz getragen - es gibt keinen Weg an ihm vorbei. Wenn du dies nicht gleich glauben kannst, dann stell dir einfach einmal vor - es ist alles wahr.

Ein altes Sprichwort heisst "Glauben heisst, nichts wissen." In der Bibel steht, dass "Glauben" ein Vertrauen auf das ist, was wir nicht sehen können. Wir glauben soviel: Dem Zugfahrplan, den Nachrichten, einen sicheren Job zu haben und so weiter. Wissen wir wirklich, ob dies alles stimmt oder haben wir da auch schon Erfahrungen gemacht, dass da Irrtümer nicht ausgeschlossen sind?

Sogar zur Zeit des römischen Reiches glaubten die Menschen noch daran, dass die Erde eine Scheibe sei und wenn man darüber hinaus geht, fällt man hinunter. Die ersten Menschen, die behaupteten die Sonne und Erde seien rund und die Erde drehe sich um die Sonne, mussten sterben. Fazit: Alle Menschen glaubten das Falsche. Auf die Sonne und die Erde hatte dies keinen Einfluss, das weiss man heute.

So ist es auch mit Gott. Es gibt ihn, er existiert, egal ob du es glaubst oder nicht. Egal ob du dich seinen Regeln beugst oder nicht, es ändert an seinem Wesen nichts.

Es gab einmal einen Menschen, der bekam von Gott eine Hilfe - die Gesetze. Er schaffte es nicht, sie einzuhalten also gab Gott sich selbst als Opfer - in seinem Sohn. Um dies verstehen zu können gab er uns noch die Bibel - sein Wort.

Man stelle sich vor: Hunderte Jahre zuvor, durch verschiedene Propheten festgelegt, beschreibt Gott in Einzelheiten das Kommen seines Sohnes, des Lammes Gottes, dass für uns zur Schlachtbank geführt wird: Seine Geburt, seinen Namen, sein Leben, sein Wirken, sein Sterben und seine Überwindung über den Tod. - Und er kommt und erfüllt alles.Würde nicht unser gesunder Menschenverstand schon ausreichen, um zu akzeptieren, dass man so etwas nicht erfinden kann?

Die Bibel wurde über einen Zeitraum von zirka 1500 Jahren von 40 verschiedenen Autoren geschrieben. Wie ist so ein Zusammenhang möglich, ohne eine Autorität dahinter, die darüber wacht?

Die Bibel war verhasst, verboten, verfolgt und doch ist sie das meist gedruckte und gelesene Buch der Welt. Wäre dies möglich, ohne eine schützende Hand darüber?

Wenn man diese Fakten herzu nimmt, so ist es greifbar, dass eine andere Kraft dahinter sein muss, die uns daran hindert, der Bibel glauben zu schenken.

Im ehemaligen Ostblock hat man Millionen investiert um zu beweisen, dass es Gott nicht gibt. Ist so was notwendig, für etwas, dass es gar nicht gibt?

Es gibt einen unsichtbaren Kampf auf dieser Welt - und es geht um deine Seele. Wo wirst du die Ewigkeit verbringen? Wer gewinnt den Kampf um dich? Du triffst die Entscheidung!

Jeder von uns hat die Sehnsucht ins Herz gelegt, den Sinn, die Wahrheit zu suchen - Gott zu finden. Er will die Ewigkeit - die sehr viel länger dauert, als ein Menschenleben - mit uns verbringen. Und du mit ihm?

Denke darüber nach, schliesse diese Möglichkeit für dich nicht aus und wenn du nicht weißt wie, dann sage es Gott: "Herr Jesus, wenn es dich gibt, wenn die Bibel wirklich stimmt, dann hilf mir, komme in mein Leben, nimm meine Sünden und vergib mir und weise mir den Weg." Wenn du das aufrichtig und von Herzen tust, wird Gott dir antworten, durch Menschen, Träume oder Erlebnisse, wie auch immer. Du wirst es bemerken.

Gott hat uns nicht versprochen, dass wir als Christen keine Probleme oder Schwierigkeiten haben. Aber er hat uns versprochen, in jeder Situation mit uns zu gehen.
Ich wünsche es dir!"

Seine, sowie weitere Lebensberichte, sind im Buch "Esoterik - die unerfüllte Suche" (Autor Daniel Gerber) beim Brunnen Verlag, Basel erschienen.

Datum: 27.03.2002
Autor: Fritz Rinnhofer

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