Ein Banker über das Christsein

«Der Glaube ist gut für die Wirtschaft»

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Welche Rolle spielt der Glaube im Geschäft, wenn man als Unternehmer oder Manager Verantwortung übernommen hat? Wenn diese Frage so gestellt wird, schwingt unterschwellig oft mit, das eine habe mit dem anderen nichts zu tun. Ist das so?

Daniel Hoster, Mitglied der Geschäftsleitung einer deutschen Grossbank in Frankfurt am sagt: «Ich sehe vier Dimensionen, in denen der Glaube gut fürs Geschäft ist und zugleich auch vier Herausforderungen für Christen, wie der Glaube sichtbar werden sollte»:

Erfolg

«An den Früchten sollt ihr sie erkennen, heisst es. Fleiss, Klugheit, Verantwortung, ergebnisorientiertes Talentmanagement sind christliche Kerntugenden. Wer Gott vertraut, wird nicht immer nur erfolgreich sein. Aber ich habe nicht selten erlebt, dass ich in einer Situation gebetet habe, und wie durch ein Wunder schenkte Gott mir Erfolg. Mittlerweile beginne ich sogar, für den Erfolg von anderen Menschen zu beten und dann zu beobachten, was wohl passiert.»

Klugheit

«Die Herausforderungen unserer Zeit brauchen innovative Ideen und kluge Umsetzungsstrategien. Der Respekt vor Gott hilft, langfristig zu denken und weise Entscheidungen zu fällen. Seid klug wie die Schlangen und ohne Fehl wie die Tauben, heisst es. Gott hat den Verstand geschaffen, damit wir ihn kräftig einsetzen. Zur Klugheit gehört auch die Fähigkeit, sich etwas sagen zu lassen, und die Disziplin, neu Erlerntes zu trainieren. Zur Klugheit gehört auch, eigene Perspektiven durchzusetzen, ohne dass der andere das Gesicht verliert.»

Liebe

«Meinen Sie, Liebe hat im Geschäftsleben nichts verloren? Marketingstrategen raten uns: Liebe deine Kunden. Das Faszinierende ist: Kunden spüren es, ob jemand ihnen wirklich mit Liebe begegnet. Wer seine Kunden von Herzen liebt, wird glückliche Gesichter erleben – und wird mit Begeisterung weiterempfohlen. Gott liebt Sie unbeschreiblich und bedingungslos, wie ein guter Vater sein Kind liebt. Wenn Sie diese Liebe in Ihr Herz lassen, können Sie kaum verhindern, dass Menschen um Sie herum davon etwas abbekommen.»

Leuchtturm

«Reden wir nur oder leben wir vor? Schwimmen wir mit dem Strom, oder geben wir Orientierung? Ein Leuchtturm steht zu seinen Positionen, aber nicht mit Worten, sondern mit seiner ganzen Identität. Ich behaupte: Die Menschen um uns herum spüren, ob wir echt sind, ob wir das, was wir sagen, auch so leben, oder ob wir politisch korrekte Reden halten. Wenn Sie den unbedeutenden Türsteher genauso respektvoll behandeln wie den Vorstand, wenn Sie der Verkäuferin das zu viel gezahlte Rückgeld zurückbringen, wenn Sie die Kosten eines Produktes transparent ansprechen, dann leuchtet ein Stück Wahrhaftigkeit, nach der unsere Zeit sich sehnt.

Diese Impulse können nur ein Beginn des Nachdenkens sein. Aber es bereitet Freude, nach Gelegenheiten zu suchen, wie das eigene Leben sympathisch für den Glauben an Jesus Christus werben kann. Stellen Sie sich einmal vor, Unternehmer und Manager in unserem Land glauben an Gott und leben ihren Glauben gewissenhaft im Geschäftsleben – wäre das nicht eine gute Perspektive?»

Zum Autor:
Daniel Hoster ist Mitglied der Geschäftsleitung einer deutschen Grossbank in Frankfurt am Main und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU).

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Buchtipp:
Mit Werten führen. Erfolgsrezepte für Menschen in Verantwortung

Datum: 09.03.2012
Autor: Daniel Hoster
Quelle: idea.de

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