Samsons Schwachpunkt

Nimm die rosa Brille ab

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Es ist so toll, sich zu verlieben und alles um sich herum zu vergessen! Aber Vorsicht, die rosarote Brille birgt auch Gefahren in sich und schon manche sind wegen ihr ganz schön auf die Schnauze gefallen. Auch in der Bibel gab es einen, der blind vor Liebe in sein eigenes Verderben raste: Samson.

Samson war klug. Er sah gut aus. Und er war stark. Er verfügte über solch unglaubliche Kräfte, dass er ohne Probleme einen Löwen mit den blossen Händen in Stücke reissen konnte. Aber Samson hatte eine Schwäche für schöne Frauen. Und er hatte sich in die liebreizende Delila verliebt.

Das schöne Verderben

Delila fand Samson ohne Zweifel attraktiv. Aber ihre grosse Liebe war er nicht. Sie genoss seine Zuwendung und fühlte sich geschmeichelt, dass er auf sie stand. Mehr war es nicht. Und als ihr einige Fürsten einen Haufen Geld anboten, wenn sie ihnen Samson auslieferte, war sie sofort dabei. Für mehrere tausend Silberstücke sollte sie das Geheimnis seiner Stärke lüften.

Und Delila machte sich ans Werk. Sie umgarnte Samson und bettelte um sein Geheimnis. Schmeichelte, schmollte, drängte ihn und machte ihm Vorwürfe: «Wie kannst du noch behaupten, dass du mich liebst? In Wahrheit gehört dein Herz gar nicht mir! Wenn du mich lieben würdest, würdest du mir dein doch Geheimnis verraten.»

Tag für Tag redete sie auf ihn ein, bis er einknickte: Von Mutterleib an war er Gott geweiht, deswegen hatte man ihm niemals die Haare geschnitten. Das war sein Geheimnis. Ohne seine Haare war er schwach wie jeder andere.

Und als er in ihrem Armen einschlief, schnitt ihm Delila Stück für Stück sein langes Haar... (Die Bibel, Richter, Kapitel 16)

Was die rosa Brille kaputt machen kann

Als Samson aufwachte, war er umringt von seinen Feinden. Er versuchte sich zu wehren, doch er war so schwach, wie ein normaler Mensch und hatte keine Chance. Dir Fürsten packten ihn, stachen ihm die Augen aus und warfen ihn ins Gefängnis. Delila erhielt ihr Geld.

Auch heute noch geraten manche an eine Art Delila. Es wirkt zunächst wie die grosse Liebe, fühlt sich toll an. Und dann kommen die Bitten, das Drängen, die Vorwürfe: «Wenn du mich wirklich liebst, würdest du mit mir schlafen...», «wäre dir egal, was deine Eltern über mich denken...», «würdest du deine anderen Freunde vergessen...», «würdest du nicht so viel Zeit mit Lernen/deinen Hobbys verbringen...» Die Delilas von heute umgarnen einen ebenso wie damals. Und auch wenn man anfangs noch stark ist, irgendwann knickt man ein und gibt seine Werte auf, setzt alte Freundschaften aufs Spiel und wird so, wie man es eigentlich nicht vorhatte.

Wie man den Gefahren rosa Brille trotzt

Wenn man verliebt ist, ist es manchmal unmöglich, realistisch zu sein. Deswegen ist es gut, sich seine Grenzen bewusst zu machen, bevor man sich verliebt. Überlege dir jetzt, was dir wichtig ist und was du auch im Liebestaumel nicht aufgeben willst. Besprich das mit einem Freund, der dich im Notfall daran erinnern darf, schreibe es auf einen Zettel, den du aufbewahrst.

Wenn du dich verliebst und diese Werte ins Wanken geraten, dann erinnere dich an Samson. Wie viel steht auf dem Spiel? Ist jemand, der dich zu etwas drängt, das du eigentlich nicht willst, jemand, der dich liebt? Zeugt es von Respekt, wenn dich jemand zu etwas überreden will, was er oder sie unbedingt will, egal was du davon hältst? Hat dein Schwarm etwas von Delila an sich? Dann sei du kein Samson und bleibe stark!

Datum: 24.04.2012
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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