Der Weg der Versöhnung

Immer wieder vergeben?!

Wer hat das nicht schon erlebt: Ein uns nahe stehender Mensch hat uns durch sein Verhalten oder durch das, was er gesagt hat, enttäuscht oder verletzt. Wir kommen an einen Punkt, an dem wir innerlich sagen können: Obwohl das Verhalten ganz und gar nicht in Ordnung war, vergebe ich und will es nicht länger nachtragen. Doch in uns wird es nicht ruhig, es brodelt weiter.

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Manche halten Vergebung für falsche Nachgiebigkeit oder Schwäche. Der oder die «Schuldige» sollte durch unser Verhalten ein klares Signal bekommen, wie unverzeihlich das war, was er gesagt oder getan hat. Wir denken, wir dürften nicht zur Tagesordnung übergehen und «einfach» vergeben.

Aber wir alle sind darauf angewiesen, dass uns andere unsere Versäumnisse und Fehler nicht immer wieder vorhalten und uns vergeben. Wenn wir nicht bereit sind zu vergeben, machen wir nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst das Leben sehr schwer.

Menschen, die nicht vergeben können oder wollen, werden bitter und hart, nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst. Wo wir nicht vergeben, verlieren wir nicht nur die Beziehung zum anderen, sondern auch mehr und mehr zu uns selbst, denn wir machen auch Fehler und machen uns schuldig. Wo wir andere bei ihrer Schuld festhalten, kommen wir auch selbst nicht weiter.

Vergebung ist ein Weg

Vor allem, wenn die Enttäuschung oder Verletzung tief sitzt, ist es mit einer einmaligen inneren Entscheidung nicht getan. Dann braucht es von uns dieses innere Ja zur Vergebung immer wieder. Da kommen Bitterkeit oder Verletzung immer wieder hoch – das haben wir selbst gar nicht im Griff. Dann heisst es dran bleiben und sich immer wieder neu zur Vergebung entscheiden.

Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Dem anderen zu vergeben ist nicht so sehr mit einem einzelnen Schritt als eher mit einem Weg zu vergleichen–  das gilt vor allem für Menschen, die man sehr lieb und deren Verhalten einen so verletzt hat.

Jesus setzt ein Beispiel

Bei Jesus ist Vergebung so etwas wie eine Grundkonstante. Wann immer wir zu ihm kommen und ihm unser Versagen bringen, wird er uns vergeben und sich uns zuwenden. Dabei erfahren wir einen unglaublichen Frieden, den nur er uns geben kann.

Jesus vergleicht einen Menschen, der nicht vergibt, mit einem Verwalter, der seinem König ein Riesenvermögen schuldet. Ihm wird die Schuld erlassen, doch gegenüber einem anderen, der ihm einen sehr kleinen Betrag schuldet, bleibt er unerbittlich.

In der Bibel wird berichtet, dass Petrus Jesus einmal fragte, wie oft man anderen vergeben soll. Jesus antwortete ihm: Siebzig mal siebenmal. In der Symbolsprache der Juden heisst das: Immer wieder, unendlich oft!

Zum Thema:
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Datum: 06.08.2013
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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