Erziehen oder ziehen lassen?

Wie junge Erwachsene zum eigenen Glauben finden

Es ist eine Frage, die alle Eltern, die im Glauben unterwegs sind, beschäftigt: Wie gestalten wir die Erziehung der Kinder, damit diese selbst zum überzeugten Glauben finden? Junge Erwachsene erzählen, was ihnen geholfen hat.

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Packend: Die Bibel hat die besten Geschichten
So kann es einem im Verlauf des Lebens gehen: Die Kinder sind klein und «härzig». Sie interessieren sich für biblische Geschichten und gehen gern in die Sonntagsschule. Sie leben den Glauben, den die Eltern, Freunde und die Gemeinde vorgeben. Sie kennen nichts anderes. Aber dann werden sie langsam zu Teenagern. Die Geschichten wollen sie nicht mehr hören, beten ist nicht cool und die Angebote der Gemeinde sowieso nicht.

Kritische Fragen sind gesund

In dieser Zeit sind die Kinder im Prozess, den eigenen Glauben zu finden. Es ist gesund, wenn ein Mensch kritisch hinterfragt, was er oder sie bisher geglaubt hat. «Ist das, was meine Eltern glauben, auch das, was ich wirklich glaube? Oder übernehme ich die Tradition und die Rituale einfach ohne nachzudenken?» Die Fragen sind sinnvoll. Ein eigener, echter Glaube kann daraus entstehen.

Junge Erwachsene blicken zurück

Bei jungen Erwachsenen habe ich nachgefragt: «Was haben die Eltern dazu beigetragen, dass du zum eigenen Glauben finden konntest?» – Lassen Sie sich durch die Antworten ermutigen, ein Vorbild zu sein!

  • Durch ihren unermüdlichen Einsatz in der Gemeinde und in der Jungschar waren meine Eltern mir Vorbilder. Ich war früh mitten in der Gemeinde und der Jungschar zu Hause.
  • Meine Eltern prägten mich. Sie lebten uns lebendigen Glauben vor. Jeden Abend hörten wir als Familie eine biblische Geschichte, sangen einige Lieder und die Eltern beteten mit uns.
  • Das Dankgebet oder -lied vor dem Essen gehörte dazu. Die Eltern lehrten mich, Danke zu sagen, und führten mich in der Teenagerzeit immer wieder zur Dankbarkeit.
  • Ich hörte meine Eltern für sich beten oder am Abend den Lobpreis des Hauskreises.
  • Der wöchentliche Besuch der Gemeinde war selbstverständlich. Wir wägten den Besuch nie ab. Wir machten uns als Familie dafür schön. Durch die regelmässigen Besuche lernte ich den Wert einer Gemeinde sehr schätzen. In der Gemeinde gab es auch andere Familien, zu denen wir engen Kontakt pflegten.
  • Meine Eltern zwangen mich nie, mitzukommen. Es war selbstverständlich, dass ich ging. Nach einem langen Samstagabend sagte mein Vater: «Wer am Abend lange wegbleiben kann, der kann am Morgen auch aufstehen.»
  • In Kinderhüte, Sonntagsschule, Jungschar, Teenieclub und Predigt hatte ich Zeit, mich mit biblischen Themen auseinanderzusetzen und im Glauben zu wachsen.
  • Als Teenager musste ich oft zu meinem Glück «gezwungen» werden. Die Eltern motivierten mich für den Besuch der Jungschar und hielten mir vor Augen, dass ich immer begeistert zurückkam. Sie sagten: «Wenn du gehen willst, gehst du regelmässig.» Die Teilnahme an Lagern (Jungschar, Bibellesebund, Adonia) wurde von meinen Eltern unterstützt. Sie trugen dazu bei, dass mein Glaube erneuert und gestärkt wurde.
  • Der Glaube wurde uns nicht aufgezwungen. Die Eltern lebten ihn vor!

Zum Thema:
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Perfektionismus: Beziehungskiller für Familien

Datum: 29.08.2018
Autor: Katja Nilsen
Quelle: wort + wärch

Kommentare

Was ich in der Jugendarbeit immer wieder merke ist, dass es kein Patentrezept gibt. Was sicher hilft, ist in gewissen Teenie-Jahren eine gute Motivation bis hin zum positiven Druck der Eltern, an Jugendanlässen teilzunehmen. Als zweiten Punkt denke ich, ist es wichtig, dass Eltern und auch Jugend-Leiter diese lebendige Beziehung mit Gott authentisch vorleben.

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