Selbständig werden

Führen Sie ein "Hotel Mama"?

Zoom
Mütter verhätscheln gerne ihre Kinder. Bei manchen Müttern ist es nicht nur eine feste Gewohnheit sondern das Bedürfnis, die Kinder zu umsorgen. Es geht manchmal so weit, dass die Kinder kaum mehr flügge werden und sich noch mit 27 Jahren die Socken von Mama waschen lassen. Im "Hotel Mama" lässt sich gut wohnen. Immer warmes Essen, frische Kleidung und ein aufgeräumtes Zimmer.

Zu viel des Guten

Kein Wunder, wenn der Sohn heiratet, mit der Ehefrau zusammenzieht und sich von der Ehefrau gleich weiter bemuttern lässt. Haben Sie sich schon mal überlegt, wie viel Sie für Ihre Kinder tun? Ist es vielleicht zu viel des Guten?

Kinder und Teeanger brauchen Liebe und Geborgenheit. Aber auch Achtung und die nötige Distanz vor den Eltern. Es ist nicht immer einfach, hier ein gutes Gleichgewicht zu halten. Schliesslich will man das Beste für sein Kind. Eine Mutter sollte dem Kind nicht dauernd in der Seele grübeln. Wenn ein Kind sich aus der Nähe der Mutter zurückzieht und nichts erzählen will, soll dies akzeptieren werden.

Neugierde und Egoismus

Es gibt aber Mütter, die sich das nicht zugestehen wollen. Aus reiner Mutterliebe- obwohl auch Neugierde und Egoismus mitspielen- möchten Mütter sich gerne in die Angelegenheiten der Kinder einmischen. Schliesslich ordnen sie ja das ganze Leben für die Kinder: Sie kochen, waschen, bügeln, kaufen ein, betreuen die Aufgaben usw. Das führt zwangsläufig zum Hotel Mama Syndrom. Da Mama alles bequem abnimmt, ziehen die erwachsenen Kinder gar nicht mehr aus.

Um ein "Hotel Mama" zu vermeiden, sollten Würde und Achtung in der Familie eine grosse Rolle spielen. Einerseits achten Kinder die Würde der Mutter, da die Mutter spätestens in den Teenagerjahren aufhören sollte, ihren Teenies die Dinge nachzutragen.

Das soll nicht heissen, dass nicht mehr gekocht wird. Jedoch Zimmer, Taschengeld und Schulangelegenheiten müssten selbständig bewirtschaftet werden. Zum Wachsen und Reifen gehören auch Fehler. Also, nicht nörgeln, kritisieren und ständig nachtragen. Wenn eine Sache richtig bereinigt ist, ist sie vom Tisch.

Ein Teeanger soll alleine entscheiden können, welche Freunde er haben will und wie er seine Freizeit gestaltet. Mit Ausnahme der Zeit, wann er abends zu Hause sein muss. Ausserdem sollen Teenager lernen, zu waschen, zu bügeln und zu putzen. Ein Ämtliplan kann hier helfen. Wichtig ist, dass die Mutter die Würde der Kinder und später der Teeanger bewahrt, denn Teenies leben ihr eigenes Leben und sollen sich darin entfalten.

"Ämtli" für alle

Ein Teeanger soll alleine entscheiden können, welche Freunde er haben will und wie er seine Freizeit gestaltet. Mit Ausnahme der Zeit, wann er abends zu Hause sein muss. Ausserdem sollen Teenager lernen, zu waschen, zu bügeln und zu putzen. Ein Ämtliplan kann hier helfen. Wichtig ist, dass die Mutter die Würde der Kinder und später der Teeanger bewahrt, denn Teenies leben ihr eigenes Leben und sollen sich darin entfalten.

Dazu gehört auch, die Sachen der Kinder nicht mehr anzutasten. Die einzige Ausnahme, in den Sachen der Kinder zu stöbern, ist nur noch beim dringenden Verdacht von Drogen, Okkultimus oder Kriminalität.

Wenn die Kinder erwachsen geworden sind und nicht mehr unter Ihrer Obhut stehen, beten Sie für Ihre Kinder, aber lassen Sie sie gehen. Dadurch wird die Nabelschnur zum zweiten Mal zum Sohn/ zur Tochter durchtrennt, was auch dringend notwendig ist. Auch wenn es für sie noch nicht reif genug erscheint, muss es jetzt seine Erfahrungen selber machen. Vertrauen Sie darauf, das Gott Ihr Kind begleiten wird, denn es ist schliesslich auch sein Kind.

Tipps für Eltern, wie sie ihre Kinder zur Selbständigkeit erziehen

- vermeiden Sie übertriebene Fürsorge, das hält Kinder unselbständig
- bringen Sie Ihrem Kind schon früh bei, im Haushalt zu helfen (auch schon ein Dreijähriger kann seinen Becher abräumen)
- halten Sie das Kind immer wieder an, Ordnung zu haben, Taschen auszuräumen, selbständig Sporttaschen zu packen
- bringen Sie Ihrem Kind bei, mit dem Taschengeld sinnvoll umzugehen (keinesfalls immer Geld nachstopfen)
- lassen Sie Ihr Kind die eingebrockte Suppe selbst auslöffeln
- zeigen Sie ihrem Teenager, wie er ein einfaches Essen zubereiten kann
- führen Sie ihren Teenager in die Waschküche ein, legen Sie mit ihm die Wäsche zusammen
- vermeiden Sie es, sich in alle Angelegenheiten des Teenagers einzumischen
- halten Sie sich stets bereit, mit Rat und Tag zur Seite zu stehen, wenn der Teenie das wünscht
- unterstützen Sie den jungen Erwachsenen in seinem Vorhaben, eine Wohnung zu suchen und Geld zu verdienen, um selbständig im Leben zu stehen


Autor: Iris Muhl
Quelle: Jesus.ch

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige

ERLEBT

Simon Bertschinger: «Ist Gott ein Spielverderber?»
Fussball ist das halbe Leben des gelernten Automatikers Simon Bertschinger. Bis den Zürcher zwei...