Supermutter oder

„Reif für neue Inseln“?

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Ein Kind zu bekommen, ist etwas Wunderbares. Doch die anfängliche Freude und Kondition der Eltern sind rasch aufgebraucht. Nicht selten fallen überforderte Mütter in eine Erschöpfungsdepression. Wie kann man dem vorbeugen?

Ein Job im Büro beansprucht nur einen Bruchteil der Kraft, die eine junge Mutter für ihr Kleinkind aufwendet. Die körperliche und seelische Belastung in der Familie ist ungleich größer. Für die Pflege und Erziehung von Kindern braucht es neben viel Organisationstalent und Nerven und auch den Mut, zu sich selbst zu schauen. Sonst geht der Schuss nach hinten los, und die Mutter fällt in eine Erschöpfungsdepression. Die kann sich bereits in zwei Vorphasen andeuten:

1. Stadium: Verlust der Autonomie

Die Mutter ist vollauf mit Wickeln, Einkaufen, Kochen und Putzen beschäftigt und hat für sich selbst keine freie Minute mehr. Sie gibt den ganzen langen Tag und fühlt sich selber benachteiligt und im Stich gelassen. Die Kraft, den Kindern Grenzen zu setzen, schwindet immer mehr. Sie lässt vieles schlittern und schreit, wenn sie etwas durchsetzen will.

Der Ehemann erkennt das Problem seiner Partnerin nur ungenügend. Sie fühlt sich unverstanden, während er an ihren Erziehungsqualitäten zu zweifeln beginnt.

2. Stadium: Verlust der Beziehung

Die Ehe leidet zunehmend. Es fällt immer schwerer, sich einen schönen Abend zu machen. Ständig kommen die Kinder dazwischen. Der Mann geht seinen Interessen nach und sucht sich seine eigene Insel, während die Frau auch abends die Kinder managen muss.

Die Frau denkt: „Ich will endlich Ruhe!“ Sie macht ihrem Mann Vorwürfe, während er ihr gleichzeitig vorwirft, nachlässig und schlampig zu sein. Die Kinder reagieren stark auf eheliche Disharmonie. Sie krallen sich an die Eltern, können nicht mehr selbständig spielen, bekommen Schlaf- und psychosomatische Störungen wie Einnässen oder Eßstörungen. Gleichzeitig fühlen sich die Eltern belastet und schuldig. Das Verhältnis zu den Kindern wird immer schwieriger.

3. Stadium: Die Erschöpfungsdepression

Während die Eltern in den ersten beiden Stadien noch über ihre Unzufriedenheit reden können, sich Vorwürfe machen und das Ganze als akute Überlastung erkennen, brechen in der dritten Phase der eigentlichen Erschöpfungsdepression alte, verdrängte Probleme auf. Unverarbeiteter Hass und Wut wird auf den Partner oder sich selber übertragen. Immer weniger ist man in der Lage, die ganze Situation rational zu sehen und angemessen miteinander umzugehen.

Testen Sie Ihren Tank

Füllen Sie regelmässig Ihren emotionalen Tank oder bräuchten Sie mehr „Freizeit-Inseln“? Beantworten Sie dafür die folgenden Fragen:

1. Finden Sie mindestens zweimal pro Monat Zeit, etwas für sich selbst zu unternehmen?

2. Haben Sie genügend Freundinnen, um sich auszutauschen?

3. Werden Sie von Ihrem Mann tatkräftig unterstützt?

4. Gehen Sie regelmässig mit Ihrem Mann aus?

5. Bekommen Sie genügend Schlaf?

6. Kaufen Sie sich regelmässig etwas Schönes, das Ihnen gut tut?

7. Empfinden Sie Ihr Leben als abwechslungsreich und spannend?

Falls Sie mehr als dreimal mit Nein geantwortet haben, dann wäre es gut, wenn Sie sich neue Inseln zum Auftanken suchen.

Inseln zum Auftanken

- Planen Sie Ihre Inseln ganz genau – Sport, Lesen, Schönheit, Freundinnen, Einkauf für sich, Seminare – und ziehen Sie das regelmässig durch. Bereits die Vorfreude wird Sie beleben. Die Verwandtschaft oder gute Freundinnen können mal für die Kinder einspringen. Als Dankeschön bieten Sie ihnen ein Essen oder ebenfalls einen Hütenachmittag an.
- Machen Sie regelmässig einen Kindertausch. Anna geht Montagmorgen zu Sonja, dafür darf Sonja am Donnerstagnachmittag Anna besuchen.
- Falls Ihr Mann einen Abend in der Woche mit Sport verbringt, sprechen Sie sich mit ihm ab. Sie gehen einfach an einem anderen Abend weg.
- Im Urlaub ist es schön, zusammenzusein. Doch noch besser ist es, auch mal einen Nachmittag allein ins Städtchen zu fahren, während die Kinder mit Papi am Strand spielen.

Werden regelmässig Freiräume geschaffen, ist es auch einfacher, wieder frisch in den Alltag zurückzukehren. Klar ist nämlich: der Familienalltag braucht Kraft und Kondition. Deshalb lohnt es sich, regelmässig aufzutanken.


Autor: Iris Muhl
Quelle: Jesus.ch

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