Echte Beziehungen leben

Sind die anderen wirklich immer Schuld?

Wir sehnen uns nach echten und tiefen Beziehungen. Nur leider stehen wir uns dabei manchmal selbst im Weg. Zum Beispiel wenn es darum geht, Fehler einzugestehen. Doch wer Schuld von sich weist, vergibt die Chance, dass Dinge aus dem Weg geräumt werden können.

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Es ist das uralte Trauma der Menschen: Wir wollen nicht Schuld sein. Wir sind zwar nicht durch und durch gut, aber das zuzugeben fällt uns doch sehr schwer. Das war schon bei Adam und Eva so. Als sie das einzige Gebot brechen, das ihnen gegeben wurde, und Gott sie darauf anspricht, wollen sie davon nichts wissen. «Ich kann nichts dafür, die Frau hat mich verführt...», «Ich bin nicht Schuld, die Schlange wars...» Und so vertun sie die Möglichkeit, das Dilemma aus dem Weg zu räumen, indem sie einfach sagen: «Ja, ich hab totalen Mist gebaut. Bitte vergib mir.»

Der Zwang, das gute Selbstbild aufrecht zu erhalten

Das Problem ist, dass wir uns eigentlich für recht ordentlich und gut halten. Und dieses Selbstbild wollen wir aufrecht erhalten, vor uns und allen anderen. Unsere Fehler sind doch nicht so schlimm. Das haben wir doch gar nicht böse gemeint. Und so schieben wir die Schuld einfach auf andere. «Jetzt sei doch nicht so empfindlich!», wenn wir uns im Ton vergriffen haben. «Aber du hast doch angefangen...», «Du hast doch vorhin gesagt...»

Nur: Indem wir versuchen, die Schuld jemand anderem in die Schuhe zu schieben, bleibt der Konflikt erhalten und kann sich sogar verhärten. Die Schuldfrage wird zum Kampf um Recht und Ehre. Um des lieben Selbstbildes Willen haben wir Menschen schon das Paradies verspielt. Was wollen wir denn noch alles dafür opfern?

Besser, wir brechen uns endlich mal einen Zacken aus der Krone und stehen dazu, dass wir eben nicht so perfekt sind. Denn nur so haben Streit und Unfrieden die Möglichkeit sich zu lösen und beendet zu werden. Kostet es wirklich so viel zu sagen: «Da habe ich mich falsch verhalten. Ich wollt dich nicht kränken. Es tut mir leid. Ich möchte so nicht sein. Verzeih mir bitte. Ich wünschte, das könnte ich an mir ändern...»?

Schuld loswerden

Einer, der sofort bereit war, die Schuld auf sich zu nehmen, obwohl er nie schuldig geworden ist, das ist Jesus. Wenn wir aufhören, unsere Fehler zu vertuschen und zu leugnen, können wir unsere Schuld endlich an ihn abgeben. Gott liebt Menschen und er vergibt gern.

Ob diejenigen, denen wir Unrecht getan haben, auch bereit sind, uns zu «ent»schuldigen, haben wir nicht in der Hand. Aber die Chance besteht zumindest. Und die Möglichkeit, zu echten Beziehungen durchzudringen, in denen man angenommen ist, trotz Schwächen.

Zum Thema:
Den kennenlernen, der die Schuld bereitwillig auf sich nahm
Kontakt und Hilfe

Datum: 24.09.2013
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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