Partnerschaft

Ähnlich sein und ähnlich werden

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Was braucht es, damit eine Liebesbeziehung gelingt? Es gibt darauf eine für manchen vielleicht überraschende Antwort: Ähnlichkeit. Es gilt die einfache Regel: Je ähnlicher sich Partner sind, desto grösser sind die Aussichten für eine dauerhafte Beziehung.

Dieses Kriterium liegt und das mag zusätzlich verwundern, gar nicht im Bereich dessen, wo Paare selbst aktiv werden können. Denn so wie man ist, ist man nun einmal. Wer und wie man ist, ist ein Ergebnis von Prägungen (vor allem durch die Familie) und selbst gewählten Werten.

Der Sozialpsychologe Hans-Werner Bierhoff (Ruhr-Universität Bochum) konnte die Bedeutung der Ähnlichkeit durch neue Studien belegen. Er hatte 200 Paare über zwei Jahre wissenschaftlich begleitet. Gegenüber der Zeitschrift «focus» kommt er zu dem Schluss: «Nicht nur wählen wir uns Partner, die uns gleichen, im Lauf einer Beziehung werden wir einander immer ähnlicher. Gemeinsame Lebensumstände und Erlebnisse prägen Persönlichkeit, Meinung und Geschmack. Das reicht ... von der Einstellung zu Familie, Kindern und Finanzen bis hin zu Lieblingsmusik und Fernsehpräferenzen.»

Gemeinsamkeiten

«Gegensätze ziehen sich an» - dies gilt vor allem für die erste Zeit in einer Beziehung, in der man sich kennenlernt und verliebt. Ein Mensch, der anders ist, der anderen Interessen nachgeht - das weckt Neugier und lässgt uns für anderen schwärmen. Doch entscheidend dafür, ob ein Paar einen langen Weg erfolgreich miteinander geht, ist die Frage der Gemeinsamkeiten.

So mancher verbindet mit Ähnlichkeit vielleicht zunächst einmal eher Langeweile. Das ist nicht gemeint. Es soll auch nicht davon die Rede sein, dass sich zwei Menschen in allem gleichen müssen – das gibt es ohnehin kaum. Aber es braucht einen Vorrat an Gemeinsamkeiten, sonst wird es schwierig. Davon können vor allem die Paare «ein Lied singen», die aus verschiedenen Kulturen kommen. Das fordert besonders viel Verständnis vom Partner und auf vieles muss man sich erst mühsam einigen. Es ist nicht so, als wenn so etwas nicht möglich wäre, aber es ist eine besondere Herausforderung für beide Partner.

Gegensätze laugen aus

Denn Unterschiede zwischen Partnern führen schnell zu Stress und Streit; sei es, wie man Erlebtes bewertet, wie man sich in bestimmten Situationen verhält oder wofür man primär seine Kraft, seine Zeit und sein Geld einsetzt. Das kann auch die Psychologin Lisa Kleinrahm (Ratingen) gegenüber «focus» bestätigen: «Auf Dauer laugen zu starke Gegensätze aus. – Das kostet viel Kraft und bedarf einer großen Toleranz, um die Beziehung trotzdem aufrechtzuerhalten.»

Die Eheratgeberin Terri Orbuch von der Universität Michigan untersuchte die Ehen von über 370 Paaren über 25 Jahre und stellte fest: «In die Brüche gegangen sind jene Beziehungen, in denen sich die Partner in vielen Dingen unterschieden», betont Orbuch. Besonders wichtig sei ein gemeinsamer Ansatz, Arbeits- und Familienleben sowie Freizeit zu gestalten. Es sei zudem entscheidend, dass ein Paar sich beim Thema Geld einig ist.

«Sie sind also nicht mehr zwei»

Von dem Gedanken der Ähnlichkeit hin zu dem der Einheit ist es gar nicht so weit. Jesus betonte gegenüber den jüdischen Gelehrten seiner Zeit, wie wichtig das Miteinander und die Einheit eines Ehepaares ist: «Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Leib sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Leib. Darum: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.» (Die Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 19, Verse 5 und 6)


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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