Der Ton muss stimmen

Respektlosigkeit als Beziehungskiller

Jeder Mensch sehnt sich danach, respektiert zu werden, denn das ist ein ureigener Wunsch. Man ist verletzt, wenn man respektlos behandelt wird. «Doch in vielen Beziehungen geht im Lauf der Zeit dieser Respekt verloren.»
Der Ton muss stimmen
Respekt

Für den Fortbestand einer glücklichen Partnerschaft ist Respekt allerdings eine Grundvoraussetzung. «Respekt ist eine Haltung, bei der man dem anderen Achtung entgegen bringt und seine Würde achtet, egal woher er kommt oder wie er aussieht», sagt die Paartherapeutin Sabine Fischer.

Auf gleicher Augenhöhe

«Wenn Beziehungen gelingen sollen, müssen wir uns gegenseitig respektieren», meint die Psychotherapeutin. Der Tunnelblick helfe nicht, denn dann beschäftige man sich nur mit sich selbst. «Respekt ist gegenseitige Berücksichtigung auf einer Augenhöhe. Wesentlich dabei ist, dass es auf derselben Ebene erfolgt.» Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit sind Schlüssel zu Respekt.

Hineindenken in den Anderen

«Die Bereitschaft zu antworten, verbunden mit der Erwartung auf Rückmeldung bringen Menschen in respektvollen Kontakt», meint die Therapeutin. Dabei stelle sich die Frage, wie intensiv wir bereit sind, uns in die Welt des anderen hineinzudenken und wie weit man Wert darauf lege, mitzubekommen, welche Erfahrungen unser Partner in der Welt macht. «Die Grundregel einer respektvollen Partnerschaft lautet, dass ich wichtig bin, du wichtig bist und wir beide gleich wichtig sind.»

«Unsere Geschichte prägt unsere Einstellung zu Respekt. Wenn man respektvollen Umgang erlebt hat, tut man sich leichter, respektvoll zu leben und nicht nur um sich selbst zu kreisen», erklärt die Therapeutin. Es sei sehr wichtig, auch klar zu verstehen, dass die Welt des Partners eine andere ist als die eigene. «Gute Selbstachtung ist notwendig, um dem anderen respektvoll gegenüber zu treten.»

Sarkasmus vermeiden

«Wenn man sich selbst nicht wohlfühlt, ist man in der Sehnsucht nach Aufwertung und Bestätigung verhaftet. Dabei ist es schwierig, im empathischen Dialog zu bleiben», meint Fischer. «Es entstehen viele Missverständnisse und Verletzungen, weil man vieles sehr persönlich nimmt.» Es sei wichtig, dass man daran arbeitet, selbst glücklich und zufrieden zu sein und sein persönliches Glück nicht von anderen abhängig zu machen.

«Das Gegenteil von Respekt ist Verachtung, der sich durch Sarkasmus und Zynismus ausdrückt», so Fischer. «Augenrollen, verhöhnen, verfluchen sowie abschätzender Humor machen Respekt unmöglich, vergiften die Partnerschaft und nähren Konflikte.»

Wiederherstellung braucht Zeit

«Die Wiederherstellung von Respekt und Achtung braucht Zeit», meint Fischer. «Wenn man in die Respektlosigkeit abgedriftet ist, muss man immer wieder neu beginnen.» Das sei ein langwieriger Prozess, bei dem auch manchmal professionelle Hilfe von Experten erforderlich ist. «Wenn es für eine Person nicht mehr geht, weil zuviel Grenzen überschritten wurden, dann sollte man ein paar Wochen abwarten und nicht gleich bei der ersten Gelegenheit in Emotion wegrennen.»

«Der Grundsatz, dass ohne Ehrlichkeit keine Achtung vorhanden ist, heisst nicht, dass man verletzend agieren muss», erklärt die Paartherapeutin. Vielmehr sei Eigenverantwortung gefragt, wie man seine Anliegen ehrlich mitteilt. Dabei sei es durchaus sinnvoll, einmal mehr darüber nachzudenken als zu schnell damit nach aussen zu gehen. «Es ist wichtig, dem Gegenüber Anerkennung, Würdigung und Wertschätzung entgegenzubringen und ein zuverlässiger Partner zu sein.»

Datum: 29.10.2010
Quelle: pte

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