Flashback: Die Arbeit seines Vaters

Es war vorgesehen, dass er das Geschäft seines Vaters übernimmt. Es schien zu passen, dass sein Lebenswerk mit Holzbalken vollendet würde.

Mit den Fingern fuhr Jesus dem Tischbein entlang. Zufrieden drehte er den Tisch um und begann die Oberfläche zu schleifen. Er hatte geschickte Hände; er hatte sein Handwerk gut gelernt. Josef hatte ihn wie einen eigenen Sohn grossgezogen und ihn von klein auf in seinem Handwerk unterwiesen - der Zimmerei. Beim Gedanken an einen Vorfall zur Zeit des Passah huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Zwölf Jahre war er damals gerade alt. Es war noch nicht soweit - und doch drängte es ihn schon.

Er war der Sohn seines Vaters - und als dieser sollte er auch die Arbeit seines Vaters weiterführen. Josef bildete ihn aus; folgen sollte er hingegen dem Beruf seines leiblichen Vaters. Josef und Maria wussten nichts davon - ganz anders Jesus. Er wusste, eines Tag würde er Hammer und Nagel eines Zimmermanns vertauschen mit Nagel und Hammer einer anderen Sorte. Die Bretter, die seine Existenz waren, würden ersetzt durch solche, die sich kreuzen und seinen Tod darstellen. Er kannte die Arbeit seines Vaters. Er kannte sie gut. Es schien zu passen, dass sein Lebenswerk mit Holzbalken vollendet würde.
Nachzulesen in der Bibel, Lukas 2,39-52:

39 Nachdem Joseph und Maria alle Vorschriften des Gesetzes erfüllt hatten, kehrten sie nach Nazareth in Galiläa zurück.
40 Das Kind wuchs heran, erfüllt mit göttlicher Weisheit. Alle konnten sehen, daß Gottes Segen auf ihm ruhte.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel
41 Jahr für Jahr gingen Joseph und Maria zum Passahfest nach Jerusalem.
42 Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie ihn zum ersten Mal mit.
43 Nach den Festtagen machten sich die Eltern wieder auf den Heimweg. Doch ohne daß sie es bemerkten, blieb Jesus in Jerusalem. Am ersten Tag ihrer Rückreise vermißten sie ihn nicht,
44 weil sie dachten: Er wird mit Verwandten oder Freunden gegangen sein.
45 Als sie ihn aber dort nicht fanden, kehrten sie besorgt um und suchten ihn überall in Jerusalem.
46 Endlich, nach drei Tagen, entdeckten sie Jesus im Tempel. Er saß bei den Schriftgelehrten, hörte ihnen aufmerksam zu und stellte Fragen.
47 Alle wunderten sich über sein Wissen und seine Antworten.
48 Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. "Kind", fragte ihn Maria, "wie konntest du uns nur so etwas antun? Wir haben dich überall verzweifelt gesucht!"
49 "Warum habt ihr mich gesucht?" erwiderte Jesus. "Ihr hättet doch wissen müssen, daß ich dort sein muß, wo es um Gottes Sache geht."
50 Doch sie begriffen nicht, was er damit meinte.
51 Dann kehrten sie gemeinsam nach Nazareth zurück, und Jesus war seinen Eltern gehorsam. Seine Mutter aber vergaß nichts von dem, was sie erlebt hatte.
52 So wuchs Jesus heran. Sein Wissen und sein Verständnis nahmen zu. Die Menschen liebten ihn und erkannten: Gott hat etwas Besonderes mit ihm vor.

Autor: Mary Kassian

Datum: 17.03.2004
Quelle: thelife.com

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