„The Passion“ füllt Kinosäle – auch am Persischen Golf!

Seit über einer Woche ist der Film von Mel Gibson am Persischen Golf zu sehen. „The Passion“ fand in Katar gleich so viel Interesse, dass im Kinokomplex der Hauptstadt Doha die anderen Filme abgesetzt wurden. Ein westlicher, in Katar lebender Besucher schreibt, dass viele Muslime tief bewegt reagierten. „Sie atmeten schwer, weinten und reagierten mit Abscheu auf die Brutalität, der Jesus ausgesetzt war.“

Am zweiten Tag brachten mehrere lokale Zeitungen Werbung für den Film auf der Frontseite und schürten damit die Neugier. Die Zensoren des Golfstaates, die normalerweise keine Filmszenen zulassen, in denen Propheten der Heiligen Schriften gezeigt werden, hatten nichts gegen die Vorführung einzuwenden. Die Kataris waren stolz, als Erste im Nahen Osten den Film auf der Leinwand sehen zu können!

Antisemitismus-Vorwurf als Werbung

Der vielfach erhobene Vorwurf, das Werk von Mel Gibson sei judenfeindlich, schreckt muslimische Araber nicht ab, im Gegenteil. Doch was sie sehen, läuft ihren Vorurteilen zuwider. Der Besucher schreibt: „Die Botschaft, die Feinde zu lieben, und das Gebet des gekreuzigten Jesus ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun’ sind genau auf Arabisch übersetzt; das wird einen muslimischen Kinobesucher stark ansprechen.“

Nach der Vorführung konnte der Besucher einen Freund, den er eingeladen hatte, auf den Sinn der Passion ansprechen. Er meinte, damit erledigten sich die Auffassungen, die Muslime vom Tod von Jesus hätten. Ein mehrstündiges Gespräch über die Unterschiede von Islam und Christentum ergab sich.

Die Aussagen der Bibel gegen das Zerrbild des Koran

Die Muslime glauben, dass Jesus von Nazareth nicht am Kreuz starb und auch nicht auferstand. ‚Issa’ ist für sie einer der wichtigen Propheten, aber zentrale Aussagen der Bibel über Jesus werden vom Koran zurückgewiesen. So heisst es in der vierten Sure: „Und wenn sie sprechen: Wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, ermordet – sie ermordeten ihn doch nicht, noch töteten sie ihn am Kreuze, sondern es erschien ihnen nur so. Vielmehr erhöhte ihn Allah zu sich…“

Im Zentrum des christlichen Glaubens steht dagegen die Zuversicht, dass Gott den Tod von Jesus am Kreuz als Opfer für die Schuld der Menschen annimmt. Daraus fliesst – damals und heute – Vergebung für alle Menschen, die auf Jesus ihr Vertrauen setzen und sein Leiden und Sterben als für sie geschehen in Anspruch nehmen.

Versöhnung statt Hass

Der Besucher in Doha weist darauf hin, dass der Filmstart praktisch zusammenfiel mit der Tötung von Hamas-Führer Scheich Yassin in Gaza. „Die Araber haben darauf mit einer neuen Welle des Hasses gegen die Juden reagiert, welche in einem grossen Protestmarsch zum Ausdruck kam… Genau zu der Zeit, da die Muslime neu gedrängt werden zu hassen, hat Gott ‚The Passion’ ins Kino gebracht, mit der Aussage: ‚Nein, liebt eure Feinde! Vergebt ihnen’!”

Der Besucher berichtet auch, dass zwei Einheimische ihn ansprachen und um das Neue Testament auf Arabisch baten: “Ich und alle meine Freundinnen wollen es lesen“, sagte die eine.

Starkes Interesse in Syrien

Der Film wird inzwischen auch im Libanon und Syrien gezeigt. Nach einem Bericht des Internetdienstes ‚Middle East Online’ ging er vielen Syrern om Damaskus unter die Haut. Eine Reporterin sah am Ausgang „viele Leute tränenüberströmt“. Besonders treffen die die im biblischen Aramäisch gesprochenen Worte – viele Besucher verstehen sie! „Einige Zuschauer konnten konnten ihr Erstaunen nicht verbergen, als sie Ausdrücke wie ‚Ya Illah’ (mein Gott), die dem Arabischen sehr nahe sind, hörten.“

Der Zustrom hat den Verleiher in Syrien bewogen, ein viertes Kino in Damaskus dazuzunehmen. Im Libanon liess die grosse Maronitenkirche verlauten, der Film sei nicht antisemitisch. Kardinal Nasrallah Sfeir, das Oberhaupt der Maroniten, bezeichnete ihn als „sehr traurig, extrem eindrücklich“. Der Film soll am Mittwoch laut ‚Middle East Online’ auch in Kairo und in den Vereinigten Arabischen Emiraten anlaufen. Im arabischen Raum sind offenbar DVD-Raubkopien des Films im Umlauf.

Datum: 30.03.2004
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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