Mel Gibson schlug Jesus ans Kreuz

Im neuen Film von Mel Gibson fliesst Blut. Und nicht zu knapp. \"The Passion of the Christ\" zeigt die Hinrichtung des Jesus von Nazareth in seiner ganzen Brutalität. Der Betroffene ist unschuldig. Dennoch blutet und stirbt er nicht sinnlos - er erfüllt einen Auftrag. So hat Gibson die biblischen Berichte verfilmt.

Es ist schon erstaunlich: Hollywood-Star Mel Gibson, reich, berühmt und wieder neben Julia Roberts zum beliebtesten Schauspieler Amerikas erkoren, dreht einen Film über einen armen Menschen, der vor 2000 Jahren an einem Kreuz stirbt. Gibson zeigt die letzten zwölf Stunden im Leben des Jesus von Nazareth, den man erledigt zu haben glaubt, der aber wieder vom Tod aufersteht und später in den Himmel auffährt. Und Mel Gibson erzählt die Geschichte nicht distanziert. Er macht sie nicht zum Mythos, um diesen dann psychologisch zu knacken. Er lässt Jesus nicht als tragischen oder lächerlichen Guru erscheinen, um ihn anschliessend historisch-kritisch zu entwerten. Nein, er folgt möglichst authentisch den Texten der Bibel, respektvoll, gläubig.

Warum tut er das? Warum zahlt Mel Gibson 36 Millionen Franken für einen solchen Film aus dem eigenen Sack? Gibson wird tüchtig kritisiert. Es könnte ihn, wie er selber sagt, seine Karriere kosten. Warum ist ihm dieser Film so wichtig?

Gibson: Heilung durch Jesus

Mel Gibson ist überzeugt, dass ihm Gott selbst den Auftrag für diesen Film gegeben hat. Als Jugendlicher habe er sich vom christlichen Glauben entfernt, sagt er. Die Welt und das Showbusiness hätten ihn beschäftigt. Als er später Antworten nach dem Sinn gesucht habe, sei er zurückgekehrt. "Ich habe entdeckt, dass ich die Wunden Christi und sein Leiden betrachten muss, damit die Wunden in meinem Leben heilen", bekannte der Schauspieler gegenüber der Nachrichtenagentur ACI Prensa. Er habe vor zwölf Jahren begonnen, sich ernsthaft mit Jesus und seinem Leidensweg auseinander zu setzen. Er habe viel darüber gelesen, bis er an einen Punkt gekommen sei, wo er sich gesagt habe: "Ich werde das verfilmen." Gibson: "Ich glaube, dass es eine grosse Sache ist, das Herz eines Menschen zu verändern. Ich hoffe, der Streifen hat die Kraft dazu." Als Hauptdarsteller suchte sich Mel Gibson den gläubigen Christen James Caviezel aus. Der Heilige Geist habe ihn so geführt, dass er die Rolle von Jesus spielen sollte, ist Caviezel überzeugt, dessen Vorfahren aus der Schweiz stammen. Gegenüber den Medien sagte er: "Es ist mir wichtig, den Charakter von Jesus so darzustellen, wie Gott das will."

Nicht die Juden - wir alle sind schuld

Weil der Film gemäss den biblischen Evangelien die Juden als diejenigen darstellt, die das Todesurteil für Jesus forderten, wird Mel Gibson Antisemitismus vorgeworfen. Aus dessen Sicht stehen die Juden und Römer aber für die ganze Menschheit. "Wir alle sind für den Tod von Jesus Christus verantwortlich", sagte er. Im Film demonstriert Mel Gibson dies auf bemerkenswerte Weise: Während sein Gesicht nicht zu sehen ist, sieht der Zuschauer in einer Szene Gibsons Hände, die mit Hammer und Nagel Jesus ans Kreuz schlagen. Er wolle damit ausdrücken, sagte der Regisseur: "Jesus starb auch für meine Sünden!"

Wer war dieser Jesus?

Die Bibel erzählt die Geschichte eines Kindes, das in Bethlehem als Sohn eines jungen Paares auf einer Reise geboren wird. Man findet keine Herberge. Das Kind namens Jesus kommt in einer Futterkrippe in einem Stall zur Welt. Besondere Ereignisse begleiten die Geburt. Ein Stern geht auf. Engel erscheinen. Leute reisen von weit her an, um dieses Kind zu sehen. Propheten bezeichnen es als den Retter und Erlöser der Welt.

Doch zunächst ist es ruhig um den Sohn des Zimmermanns. Er wächst in bescheidenen Verhältnissen bei seinen Eltern Maria und Josef im nordisraelischen Nazareth auf. Alles spricht dafür, dass Jesus ein ganz normaler Junge ist - mit Ausnahmen: Im Tempel stellt er den Theologen viel gescheitere Fragen, als diese sie von einem Jungen mit zwölf erwarten. Von seinen Eltern zur Rede gestellt, lässt er etwas von seiner wirklichen Herkunft durchblicken. Er sei hier schliesslich im Haus "seines Vaters", rechtfertigt er sich.

Noch bevor er in die Öffentlichkeit geht, lässt er sich taufen. Zeugen hören dabei eine himmlische Stimme: "Du bist mein geliebter Sohn, der meine ganze Freude ist."

Die Werte auf den Kopf gestellt

Bald darauf erregt er Aufsehen mit Wundern. Er heilt unheilbar Kranke, Blinde, von Dämonen Besessene und Verstümmelte. Er ruft den toten Sohn einer mittellosen Mutter aus dem Grab. Er erweckt und heilt nicht nur, sondern beansprucht auch, Sünden zu vergeben. Zwölf Männer heften sich an seine Fersen, einfache Leute, denen er seine Ideen anvertraut. In seiner berühmten Bergpredigt predigt er rückhaltlose Liebe, erklärt Arme für reich und Unterdrückte zu Mächtigen. Damit kehrt er die Werte um und verwirrt sein ganzes Umfeld. In Gleichnissen deutet Jesus an, wie das "Reich Gottes", schon begonnen habe. Doch ist es erst ansatzweise da: in Menschen, die sich ihm anvertrauen. Das weckt Hoffnung beim Volk. Doch er versucht zu zeigen, dass politische Hoffnungen verfrüht sind und dass er als König der Herzen gekommen ist, der Vertrauen in sich und seinen "Vater" sucht. Er redet von Umkehr, von der Hinwendung zu Gott. Er bezeichnet sich als "den Weg, die Wahrheit und das Leben", und niemand komme zu Gott, es sei denn durch ihn, sagt er. Nur wer an ihn glaube und ihm nachfolge, der erhalte das "ewige Leben".

Scharfe Kritik an den Mächtigen

Bei seinen Reden eckt er bei den einflussreichen Leuten in Politik und Kirche an. In Diskussionen fährt er dem Establishment hart an den Karren. Er entlarvt die Leader als Abzocker, denen Macht und Geld wichtiger sind als die Liebe zu den Menschen. Sein Einfluss beunruhigt die religiöse Elite. Sie wiegelt das Volk auf und klagt ihn des Hochverrats an. Der römische Machthaber Pilatus verurteilt ihn zum Tod am Kreuz.

"Es ist vollbracht!", schreit Jesus mit dem letzten Atemzug. Doch für seine Jünger sind vorerst alle Hoffnungen zerbrochen. Da kommt die Meldung von seiner Auferstehung. Er hat das Grab verlassen, begegnet seinen Jüngern und fordert sie auf, die "gute Nachricht" überall zu verbreiten.

Wie Sie Jesus persönlich kennen lernen

Es sind vier Überlegungen und Einsichten, auf die es ankommt.

1. Gott liebt Sie. Er hat Sie geschaffen, und er sucht die Begegnung mit Ihnen, seinem Geschöpf.

2. Doch die Beziehung zu Gott ist zerbrochen. Durch die Schuld des enschen ist die Gemeinschaft mit Gott von Natur aus zerstört.

3. Jetzt kommt Gottes Rettungsaktion: Jesus Christus ist die Brücke über die Kluft zwischen Mensch und Gott. Jesus, Gottes Sohn, kam auf diese Welt und starb für die Schuld der Menschen.

4. Wer diese Versöhnungstat von Jesus für sich persönlich in Anspruch nimmt, die eigene Schuld eingesteht und Jesus die Führung seines Lebens anvertraut, der startet auf dem Weg des Glaubens. Die Beziehungsgeschichte mit Jesus beginnt. Schwer zu beschreiben, aber konkret zu erleben.

Erfahren Sie mehr unter: Mit Gott per Du

Datum: 20.03.2004

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